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Zwei Wehren finden sich zusammen

Neuenstadt a.K.von Waltraud Langer HSt

Vor­dergründig war es eine Ver­nunftehe, aber hört man die Betei­ligten, dann könnte man fast von einer Lie­bes­heirat spre­chen. Die Feu­er­wehren in Stein und Kochertürn sind durch Sat­zungsände­rung zur Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Neu­en­stadt a.K., Abtei­lung III Stein/Kochertürn ver­schmolzen.

Lothar Vogt und Dieter Wol­len­sack werden vom 1. März bis Ende Februar 2010 die neu geschaf­fene Abtei­lung führen. Ihrer Wahl zum Abtei­lungs­kom­man­danten und Stell­ver­treter stimmte nun auch der Gemein­derat zu. Das neue Feu­er­wehr­haus wird gerade bezogen.

Lothar Vogt und Dieter Wol­len­sack haben den Feu­er­wehr­virus geerbt und wei­ter­ver­erbt. Schon ihre Väter waren bei der Wehr. Die Söhne, der 12-jährige Marius Vogt und der 15-jährige Gabriel Wol­len­sack, sichern in der Jugend­feu­er­wehr die Zukunft.

Lothar Vogt ist seit fünfund­zwanzig Jahren Feu­er­wehr­mann, sein ganzes bis­he­riges Erwach­se­nen­leben. Bei der Abtei­lung Stein war er viele Jahre an der vor­dersten Front. Auch der Kochertürner Dieter Wol­len­sack, seit 24 Jahren bei der Wehr, trägt seit langem Ver­ant­wor­tung. Die beiden Feu­er­wehrmänner ver­stehen ihr Geschäft: Grund­aus­bil­dung, Maschi­nen­lehr­gang, Funk­lehr­gang, Lehrgänge für den Atem­schutz und andere, gut 300 Stunden haben sie dafür die Schul­bank gedrückt. Außerdem haben sie auch beruf­lich mit Technik zu tun: der eine als Maschi­nen­bau­in­ge­nieur, der andere als Dre­her­meister.

Fünfund­vierzig Aktive zählt die Feu­er­wehr­ab­tei­lung Stein/Kochertürn. „Wir haben unsere Schlag­kraft durch den Zusam­men­schluss stark ver­bes­sert“, sagt Lothar Vogt. Rund um die Uhr könne ein Fahr­zeug voll besetzt werden. Gefreut hat es sie, dass alle Mit­glieder der Abtei­lung Kochertürn und Stein bei der Stange geblieben sind. „Es gab keinen ein­zigen Aus­tritt“, sagt Vogt, und Wol­len­sack fügt hinzu: „Jetzt müssen wir uns behutsam zusam­men­finden.“

Dabei werden auch die Feste helfen, die jetzt gemeinsam aus­ge­tragen werden: das Mai­baum­fest vor dem neuen Feu­er­wehr­haus, das Bramba­cher Hof­fest und die Advents­feier.

Eine Rad­sport­gruppe hat sich gebildet und trai­niert sich „Fit for Fire­fighting“, nach einem Pro­gramm des Feu­er­wehr­ver­bandes. Ganz begeis­tert sind Vogt und Wol­len­sack vom neuen Feu­er­wehr­haus. In diesem Zusam­men­hang betonte Bürger­meister Nor­bert Heuser vor dem Gemein­derat die beein­dru­ckende Geschlos­sen­heit, mit der jeder zur erfolg­rei­chen Fusion bei­getragen habe und damit einen wirt­schaft­li­chen Umgang mit öffent­li­chen Gel­dern bewies.

Das von der Steiner Archi­tektin Priska Dil­len­berger-Bauer ent­wor­fene Feu­er­wehr­haus für die Abtei­lung III am Orts­ein­gang von Neu­en­stadt-Stein ist fer­tig­ge­stellt. Offi­ziell wird das Gebäude am 5. März überg­eben. Am Sonntag, 6. März, kann sich die Bevölke­rung beim Tag der offenen Tür umsehen.