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Zwei Tote bei Massenkarambolage

von Helmut Buchholz, HSt

Nach zwei schweren Ver­kehrsunfällen auf der A 6 brach am Mitt­woch der Ver­kehr auf der Auto­bahn zusammen. Zwei Men­schen starben, acht wurden ver­letzt.

Die Unauf­merk­sam­keit eines Lkw-Fah­rers war der Auslöser meh­rerer Zusam­menstöße, die sich nach­ein­ander ereig­neten. Gegen 9.50 Uhr bemerkte er kurz nach der Aus­fahrt Unter­ei­sesheim in Fahrt­rich­tung Mann­heim einen Stau zu spät. Trotz Voll­brem­sung und Aus­weichmanöver prallte er auf das Heck eines Las­ters vor ihm. Zwei wei­tere Lkw-Fahrer stießen in den Unfall. Einer von ihnen erlitt dabei so starke Ver­let­zungen, dass er noch auf dem Weg ins Kran­ken­haus starb.

In dem Rückstau, der sich durch den Unfall bil­dete, kam es eine halbe Stunde nach dem ersten Crash zu einem wei­teren schweren Zusam­menstoß. Ein Lkw-Fahrer schätzte auf Höhe Erlen­bachs die Situa­tion falsch ein und fuhr auf einen Klein­trans­porter auf, der dadurch wie­derum mit voller Wucht auf einen Klein­trans­porter vor ihm prallte. Der Fahrer dieses zweiten Trans­por­ters starb noch an der Unfall­stelle. Zwei wei­tere Per­sonen wurden schwer und vier leicht ver­letzt, als ein Auto­fahrer in die Unfall­wagen fuhr.

Ursache der Unfälle mit einem Schaden von 220 000 Euro ist laut Poli­zei­spre­cher Torsten Wei­de­mann das Fehl­ver­halten der Lkw-Fahrer. „Sie halten bei der großen Ver­kehrs­dichte auf der A 6 nicht den Sicher­heits­ab­stand ein und sind zu schnell unter­wegs.“ Schwere Vorwürfe erhebt der Chef der Weins­berger Auto­bahn­po­lizei, Jens Brock­stedt: „Die Lkw-Fahrer im Stau haben mit Absicht alle drei Fahr­streifen blo­ckiert, damit nicht die Auto­fahrer die ersten sind, die los­fahren können, wenn der Ver­kehr wieder fließt.“

Außerdem hätten die Ret­tungskräfte Pro­bleme gehabt, zur Unfall­stelle vor­zu­dringen, da die Lkw-Fahrer keine Gasse bil­deten. „Das ist unver­ant­wort­lich.“ Die Polizei habe sogar Motor­rad­fahrer ein­ge­setzt, um die Fahrer im Stau auf­zu­for­dern, die Strecke für die Not­fall­fahr­zeuge frei­zu­ma­chen. „Aber selbst die Poli­zei­mo­torräder kamen kaum durch.“

Der Leiter der Heil­bronner Berufs­feu­er­wehr, Eber­hard Jochim, bestätigt Brock­stedts Kritik. „Aller­dings haben sich die Lkw-Fahrer am vernünftigsten ver­halten. Die Auto­fahrer waren die­je­nigen, die keine Gasse bil­deten.“ Kein Ein­zel­fall: Die Gas­sen­bil­dung lasse oft zu wünschen übrig.

Bild: Der Fahrer dieses Klein­trans­por­ters starb an der Unfall­stelle. Offenbar konnte er noch aus dem Fahr­zeug aus­steigen, brach dann aber auf der Auto­bahn zusammen. Ein Sach­verständiger soll den genauen Unfall­her­gang klären. (Foto: Dittmar Dirks)

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