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Zweckverband auf der Zielgeraden

Ellhofenvon Anja Krezer, HSt

Im Ver­gleich zu den endlos langen Dis­kus­sionen, die es früher im Ell­ho­fener Gemein­derat gab, wenn die Feu­er­wehr Thema war, ging es jetzt, auf der Ziel­ge­raden zur Fusion mit Leh­ren­steins­feld, mehr als flott – und das, obwohl die Ent­schei­dungen weit­rei­chend waren. Aller­dings waren sie auch reine Form­sache. Und: Alle scheinen inzwi­schen an einem Strang zu ziehen; sicher waren viele Punkte hinter ver­schlos­sener Tür vor­be­spro­chen.

Ver­treter Die wich­tigsten Dinge zur Ver­schmel­zung der beiden Feu­er­wehren habe man neu­lich in einem Inter­view in der Heil­bronner Stimme nach­lesen können, sagte Bürger­meister Wolf­gang Rapp am Diens­tag­abend. Das Gre­mium stimmte der Gründung des Feu­er­wehr­zweck­ver­bandes Ell­bachtal aus­nahmslos zu. Die Räte bestimmten aus ihrer Mitte vier Ver­treter für die Ver­bands­ver­samm­lung: Roland Clärle, Corina Kei­cher, Willi Müller und Silvia Krumm­hauer. Sie ermächtigten Bürger­meister Rapp, mit seinem Leh­ren­steins­felder Kol­legen Björn Stein­bach die Sat­zung zu unter­schreiben und damit eine Ver­ein­ba­rung über den Zweck­ver­band (ZV) abzu­schließen.

Der Rat stimmte auch dem Ent­wurf für eine Sat­zung zu. Darin sind wich­tige Punkte gere­gelt:

Feu­er­wehr­haus: Das Grundstück für das neue Feu­er­wehr­haus in den Rotäckern stellt die Gemeinde Ell­hofen kos­tenlos zur Verfügung. Sie über­nimmt auch die Kosten für das Bebau­ungs­plan­ver­fahren. Von den Kosten für den Neubau zahlt Ell­hofen 60, Leh­ren­steins­feld 40 Pro­zent. Grund­lage für die Auf­tei­lung sind die Ein­woh­ner­zahlen (Ell­hofen: 3500, Leh­ren­steins­feld 2300). Auch für die innere Erschließung gilt die 60:40-Regel. Hierfür stehen Kosten von 560 000 Euro im Raum. Bei der äußeren Erschließung (570 000 Euro) zahlt Ell­hofen die Hälfte, die andere Hälfte der Zweck­ver­band nach dem 60:40-Schlüssel. Alles, was zum Unter­halt gehört, etwa neue Fahr­zeuge, zahlen beide Partner hälftig, Zuschüsse abge­zogen. Rapp teilte mit, dass das Archi­tek­turbüro Riemer Pla­nung vor Feu­er­wehr­leuten und Ältes­tenräten beider Orte am Montag erste Skizzen für den Neubau gezeigt habe. Und dass ein Bau­aus­schuss gebildet werden soll mit Feu­er­wehr­leuten, Rat­haus­chefs und Archi­tekt.

Ver­bands­sitz: Der Zweck­ver­band hat seinen Sitz in Ell­hofen. Will Bürger­meister Rapp Chef des neuen Ver­bandes werden? Auf HSt-Nach­frage äußert er sich dazu nicht.

Auf­gaben: Der Ver­band muss einen Feu­er­wehr­be­darfs­plan erstellen. Er über­nimmt die Auf­gaben nach dem Feu­er­wehr­ge­setz und baut das neue Magazin.

Übergangs­re­ge­lungen: Bis die neue Ver­bands­feu­er­wehr einen Kom­man­danten gewählt hat, über­nimmt Leh­ren­steins­felds Chef Thomas Oeckler die Lei­tung kom­mis­sa­risch. Er hat bereits signa­li­siert, dass er sich vor­stellen kann, für den Kom­man­dan­ten­posten im ZV zu kan­di­dieren. Wichtig: Sobald der neue ZV besteht, endet der Dienst in den bis­he­rigen Feu­er­wehren Ell­hofen und Leh­ren­steins­feld. So können die­je­nigen ihren Hut nehmen, die in Ell­hofen schon eine Weile Dienst wider Willen tun und die­je­nigen, die eine fusio­nierte Wehr ablehnen. Alle anderen müssen der Form halber neu ein­treten.

Dis­kus­sionen in der Rats­runde gab es keine, nur ein paar State­ments. Bürger­meister Rapp betonte, es sei „ein sehr gutes Zusam­men­wirken auf dem Weg zur gemein­samen Wehr“. Willi Müller (Freie Wähler) meinte: „Ich freue mich, dass wir soweit sind. Auch bei der Feu­er­wehr ist Bewe­gung drin.“ Müllers Frak­ti­ons­kol­lege Alfred Schäfer freute sich: „Auch die Arbeits­s­gruppe der beiden Feu­er­wehren ist aktiv dabei.“

Bild 1: Hände hoch für die gemein­same Feu­er­wehr: Ein­stimmig fassten die Ell­ho­fener Gemeinderäte ihre Beschlüsse. (Foto: Thomas Braun)

Bild 2: Hier, an der Lan­des­straße 1102 zwi­schen Ell­hofen und Leh­ren­steins­feld, soll das neue Feu­er­wehr­haus gebaut werden. (Foto: Archiv/Freu­den­berger)