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"Wir rutschen die Nacht durch"

Möckmühlvon David Binnig, HSt

Es ist aus­nahms­weise einmal blauer Himmel. Sonne pur. Tilo, Fabian und Rene fehlt nur eines zu ihrem Glück: ein Hubbel. Eine Sprung­schanze in der mehr als 60 Meter langen Bahn. Das Tempo würde rei­chen, um abzu­heben. Immerhin wird in Sachen Geschwin­dig­keit nach­ge­holfen. Am Start der Was­ser­rut­sche stehen Pinsel und Bot­tich bereit. Dessen Inhalt: Schmier­seife. Damit's flutscht.

Zum sechsten Mal ver­an­staltet die Feu­er­wehr diese Rutsch­partie. Im Rahmen des Kin­der­fe­ri­en­pro­gramms der Stadt Möckmühl. Drei Stunden dau­erte es, alles auf­zu­bauen. Am Wich­tigsten: Zwei Zelt­planen, jeweils 33 Meter lang. Mit 220 Stroh­ballen unter­legt, bilden sie die Rut­sche. Neben dieser meis­ter­li­chen Kon­struk­tion werden Zelte auf­ge­baut. Schlafmöglich­keiten für 120 Feu­er­wehr­jungs und Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren. Sie kommen aus Hardt­hausen, Neu­en­stadt, Wid­dern, Roig­heim, Züttlingen, Neu­denau. „Wir haben ein gutes Verhältnis zu unseren Nach­bar­wehren.“ Also, warum kein Treffen der Jugend­ab­tei­lungen orga­ni­sieren?

Zelt­lager Ein Zelt­lager. „Wo gibt's das denn noch?“, fragt Uwe Thoma. „Heute macht doch jeder All Inclu­sive.“ Der gast­ge­bende Kom­man­dant ist den­noch zufrieden mit der Reso­nanz. „Net schlecht für das erste Mal.“ Ist er denn auch selber schon gerutscht? „Ja sicher, mit Frau.“ Zehn Mal hin­ter­ein­ander. „Wenn man mal anfängt, ist es wie eine Sucht.“ Es ist vor­ge­sorgt. Zwei große Halo­gen­strahler sind auf die Renn­strecke gerichtet. Denn eines ist sicher: „Wir rut­schen heute Nacht durch.“

Auf dem Pro­gramm stehen außerdem Spiele, Lager­feuer, Grillen und eine Nacht­wan­de­rung. „Die sollen ihren Spaß haben.“ Nicht nur die Jugend­li­chen. 25 Betreuer sind mit dabei. Auch sämtliche Kom­man­danten wurden ein­ge­laden - „aber nur mit Bade­hose.“

Tilo, Fabian und Rene sind bei der Jugend­feu­er­wehr Wid­dern. Auch sie in Bade­hose. Nicht nur „wegen dem Spaß“ sind sie hier. „Das Wich­tigste ist die Kame­rad­schaft.“ Denn: „Wenn man nicht zusam­menhält, kann man nicht zusammen löschen.“ Der elfjährige Fabian redet wie ein Großer. Kein Wunder. Auch sein Vater ist bei der Feu­er­wehr. Genauso wie die Väter seiner beiden Freunde. Es geht familiär zu. Wie am Vor­mittag. Von 12 bis 17 Uhr gehörte die Rut­sche den Möckmühler Kin­dern. Es ist Teil ihres Feri­en­pro­gramms. „Eine Fahrt im Feu­er­wehr­auto war inklu­sive.“ 120 Kinder wurden ein­ge­sam­melt. Uwe Thoma weiß: „Heut­zu­tage muss man dem Nach­wuchs etwas bieten.“

Auf­nah­me­stopp Zudem bleibt auch der ein oder andere Jugend­liche bei der Feu­er­wehr hängen. Zur Zeit hat die Jugend­ab­tei­lung 45 Mit­glieder. „Mehr können wir nicht nehmen. Wir sind rap­pel­voll.“ Im Moment herrscht Auf­nah­men­stopp. „Wir haben eine War­te­liste.“ Wie viele Leute stehen da denn drauf? „17.“ In einigen Tagen werden es wohl noch mehr sein.

Bild: Zum sechsten Mal ver­an­staltet die Feu­er­wehr die Rutsch­partie. Jahr für Jahr kommt sie her­vor­ra­gend an. Drei Stunden dauert es, alles auf­zu­bauen. (Foto: David Binnig)

Bemer­kung der Feu­er­wehr Möckmühl:

Eine Dia­show zum Artikel finden Sie auf unserer Web­seite

www.feuerwehr-moeckmuehl.de