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"Verletzten" aus den Flammen geholt

Widdernvon Rainer Köller, HSt

Mit einer Großübung zeigten das Tech­ni­sche Hilfs­werk Wid­dern sowie die Feu­er­wehren aus Wid­dern, Unterk­essach, Jagst­hausen, Oln­hausen und Neckar­sulm die Leis­tungsfähig­keit ihrer geballten Ein­satz­kraft. Unterstützt von den Hel­fern des DRK-Orts­ver­bandes Möckmühl wurde gelöscht, geborgen und gerettet.

110 Frauen und Männer waren im Ein­satz, acht davon mimten die Ver­letzten. Und nur wer einmal aktiv bei einem Großein­satz dabei war, kann ermessen, wie enorm die Anspan­nung der ein­ge­setzten Helfer bei einem größeren Scha­dens­er­eignis ist. Auch das anfängliche Chaos in der Zeit vom Ein­treffen der ersten Ein­satzkräfte bis zum Stehen einer straffen Ein­satz­lei­tung, die langsam, aber sicher den Ein- und Durch­blick bekommt, wird wohl kein Laie ver­stehen. Ver­hin­dert werden, da sind sich Fach­leute einig, kann es nicht. Übungen sind dazu da, diese enormen Stress­si­tua­tionen zu ver­bes­sern.

Steffen Steg­maier vom Orga­ni­sa­ti­ons­team weist die Gruppe der Schieds­richter ein, die Fehler notieren sollen. Steg­maier macht deut­lich: „Wir wollen nach der Übung fried­lich zusammen sitzen und eine Wurst essen und nicht die große Manöver­kritik über den Leuten ablassen.“ Im kleinen Kreis, also in den Orts­verbänden und den örtli­chen Wehren, so möchte es THW-Ein­satz­leiter Jochen Rei­chert, sollen dann die Fehler ange­spro­chen werden. „Man lernt von den eigenen, aber auch von den Feh­lern der anderen“, machen Rei­chert und Steg­maier deut­lich.

Pünkt­lich um 18.25 Uhr ist das erste Mar­tins­horn zu hören. Am Brandort gab es Gänse­haut für die Zuschauer. Bald rasten rote, weiß-rote, silber-grüne und auch die blauen Autos des THW heran. In der begin­nenden Dämme­rung wirkten die vielen Blau­lichter gespens­tisch. Das Sze­nario: Ein Pkw war auf einen Last­wagen gefahren, das Auto brannte. Und das sogar wirk­lich, die Flammen loderten aus dem Heck des Wagens, als Kom­man­dant Wolf­gang Schlegel mit seinen Wid­derner Mannen als erstes ein­traf.

Löschen war die erste Auf­gabe, dann mussten die Ein­ge­klemmten geborgen werden. Während die Notärztin und die Ret­tungs­as­sis­tenten den Ein­ge­klemmten in den Fahr­zeugen mit Infu­sionen und Zuspruch halfen, begann ein Brand im alten Bahnhof, der sich direkt neben der Unfall­stelle befindet. Nun mussten Was­ser­schläuche bis hin­unter zur Jagst gelegt werden. Dann die erste Panne. Im Bahnhof schrie eine Frau krei­schend um Hilfe. Sarah Schmelzer spielte ihre Rolle per­fekt. Es dau­erte viel zu lange, bis sie gerettet und zum bereits ein­ge­rich­teten Ver­bands­platz gebracht wurde.

Beob­achter und Berufs­feu­er­wehr­mann Sieg­fried Rauch sah die Situa­tion gelassen: „Bei Übungen sehen die Ein­satzkräfte manche Dinge nicht als so wichtig an. Solche Fehler müssen nachher ange­spro­chen werden.“ Auch Wil­fried Tittl von der Möckmühler Polizei blieb ruhig: „Des­halb sind Übungen not­wendig.“