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Tour der Freundschaft führt ans Mittelmeer

Bad Wimpfenvon Ute Plückthun, HSt

Ins­ge­samt 21 Mit­glieder der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Wimpfen haben sich eine Tour in die französische Part­ner­stadt Ser­vian vor­ge­nommen, die nicht mit einem herkömmli­chen Aus­flug ver­gleichbar ist. Am Dienstag nach Ostern starten die Teil­nehmer beim Feu­er­wehrgerätehaus um 8 Uhr und wollen in nur drei Tagen als Sta­fette die ins­ge­samt rund tau­send Kilo­meter zurücklegen.

1967 beschlossen Bad Wimpfen und Ser­vian eine Städte­part­ner­schaft, die bis heute Bestand hat und aus­ge­baut wurde. Vor allem zwi­schen den Feu­er­wehren besteht eine gute Freund­schaft, die von beiden Seiten gepflegt wird. „Tour der Freund­schaft“ nennen sie daher den Besuch in Frank­reich, der seit 1982 im Wechsel statt­findet.

Auf­takt Emil Spahn und Sven Sieben machten 1982 den Auf­takt, die beiden mar­schierten damals zum 15-jährigen Part­ner­schafts­jubiläum zu Fuß von Bad Wimpfen nach Ser­vian. Zwei Jahre später radelten Emil Spahn, Rudi Britsch und Ernst Schmidt die­selbe Strecke mit dem Fahrrad. Die französischen Feu­er­wehr­ka­me­raden revan­chierten sich und kamen 1987 mit einer Lauf­sta­fette nach Bad Wimpfen. Sie über­reichten den Freunden ein Pokal, den sie aber gleich wieder mit nach Hause nahmen. Hin­ter­grund: Die Wimp­fener sollen den Pokal in Ser­vian mit einer ähnli­chen sport­li­chen Leis­tung abholen, wenn sie ihn wieder haben wollen.

Rein­hold Korb, damals Kom­man­dant in Bad Wimpfen, wollte kur­zer­hand eine Kopie des Pokals her­stellen, während die Fran­zosen da waren. Korb: „Die Zeit reichte aber nicht, der Pokal war nämlich aus Wachs“, erin­nert er sich. „Und das Wachs schmolz auch noch bei der Heim­reise“, fügte Korb an.

Die Wimp­fener Feu­er­wehr hat ihre Schnel­lig­keit oft unter Beweis gestellt, aber diese gewal­tige Distanz in nur drei Tagen bewältigen, ist eine neue Her­aus­for­de­rung. Feu­er­wehr­mann Miro Vrana war die Auf­gabe übert­ragen, diese lange Strecke zu erkunden und logis­tisch zu planen. Vrana hat die Etappen in Tages­etappen mit Stre­cken für zwei Renn­rad­teams, ein „lang­sa­meres“ Fahr­rad­team, ein Inline­skate-Team und ein Läufer­team auf­ge­teilt.

Unterstützt durch Land­karten und Navi­ga­ti­onsgeräte fahren und laufen die Teams für sich alleine. An fest­ge­legten Orten treffen sich dann alle Aktiven und das Begleit­per­sonal, essen gemeinsam Mittag und dann geht es weiter zum Über­nach­tungs­ziel, das eine Feu­er­wehr­ein­rich­tung sein wird.

Mahl­zeiten Koch Lars Ankers begleitet die Tour und bereitet in seiner fah­renden Küche Mahl­zeiten zu. Von Wimpfen geht die erste Tour Etappe über Kehl, Straßburg, Seppos-le-Base nach Besancon. Der zweite Tag führt die Teil­nehmer über Sebions nach Don­zere, der dritte Tag dann direkt nach Ser­vian. 1086 Kilo­meter liegen dann hinter den Flo­ri­ansjüngern aus der Stau­fer­stadt. Aber die französische Gast­freund­schaft wird die körper­li­chen Stra­pazen rasch ver­klingen lassen.

Der Kom­man­dant der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Wimpfen, Martin Ram­s­perger, radelte 1991 mit einer 15-köpfigen Gruppe nach Ser­vian, jetzt fährt er in einem Begleit­fahr­zeug mit. „Wir freuen uns alle auf diese Tour und hoffen auf eini­germaßen gutes Wetter“, sagte er.

Bild: Letzte Bespre­chungen vor der langen Tour: (von links) Kom­man­dant Martin Ram­s­perger, Rein­hold Korb und Chef­planer Miro Vrana. Foto: Rudolf Land­auer