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Tagsüber fehlt es oft an Wehrleuten

Untergruppenbachvon Thomas Dorn

Das Fazit von Kreis­brand­meister Uwe Vogel fiel positiv aus: ?Ein gutes Jahr liegt hinter den Feu­er­wehren des Land­kreises Heil­bronn?, stellte er bei der Dienst­ver­samm­lung in Unter­grup­pen­bach fest. Kopf­zer­bre­chen bereitet die Frage des Tages­alarms. Nicht überall stehen aus­rei­chend Wehr­leute zur Verfügung.

Für Vogel war der Bericht vor Feu­er­wehr­ver­tre­tern aus allen Land­kreis­ge­meinden eine Pre­miere: Erst im Januar hat er im Land­ratsamt das Amt des Kreis­brand­meis­ters über­nommen.

Ins­ge­samt 1870 Mal mussten die Frei­wil­ligen Feu­er­wehren im ver­gan­genen Jahr ausrücken. Die Zahl der Einsätze ent­spricht damit in etwa denen der Jahre 2003 (1877) und 2004 (1845). 453 Mal galt es, Feuer zu löschen, dar­unter 16 Großbrände. Mehr als dop­pelt so oft - 951 Mal - ging es um tech­ni­sche Hil­fe­leis­tungen. Aber es wurden auch 294 Fehl­alarme regis­triert, meis­tens ausgelöst durch Brand­mel­de­an­lagen.

Dass sich der Per­so­nal­stand der Wehren kaum verändert hat, freute Uwe Vogel sehr: ?Unser Land­kreis ist vom Abwärts­trend ver­schont geblieben.? Spe­ziell bei den Aktiven, die der­zeit 3939 der ins­ge­samt 6513 Wehr­angehörigen stellen, sind die Zahlen seit Jahren kon­stant. Etwas schwie­riger ist die Situa­tion beim Nach­wuchs: 1167 Mit­glieder hatten Ende 2005 die Jugend­feu­er­wehren, rund 50 weniger als im Jahr zuvor (1219), aber immer noch mehr als 2003 (1137) und 2002 (1092). ?Das Kon­kur­renz­an­gebot ist groß, es wird schwer sein, die der­zei­tigen Zahlen zu halten?, meinte der Kreis­brand­meister.

Nur 28 Gruppen legten im ver­gan­genen Jahr die Leis­tungsprüfung in Bronze, Silber oder Gold ab. Schon seit Jahren nimmt die Bereit­schaft der Flo­ri­ansjünger ab, sich dieser zeit­in­ten­siven Auf­gabe zu stellen. Uwe Vogel for­derte die Kom­man­danten auf, dem Trend gegen­zu­steuern. Leis­tungsprüfungen seien ?unver­zicht­barer Bestand­teil unserer Feu­er­wehr­aus­bil­dung?.

Positiv: Dank ent­spre­chender Förder­mittel des Regie­rungspräsidiums Stutt­gart konnten sämtliche geplanten Fahr­zeug­be­schaf­fungen - kreis­weit 21 - sowie der Neubau von zwei Feu­er­wehrhäusern auch tatsächlich rea­li­siert werden. Zu den Gesamt­aus­gaben von 4,78 Mil­lionen Euro gab es immerhin 1,43 Mil­lionen Euro Zuschuss.

Als Pro­blem erweist sich mehr und mehr die so genannte Tages­alarm­si­cher­heit. Laut Vor­gabe müssen die Gemeinden im Brand­fall inner­halb von zehn Minuten eine Löschgruppe vor Ort haben, doch ?nicht alle Gemeinden können diesen Wert der­zeit garan­tieren?, räumte der Kreis­brand­meister ein. Diesem Thema soll künftig verstärktes Augen­merk gelten.

?Behutsam? will Vogel das Thema der inter­kom­mu­nalen Zusam­men­ar­beit im Feuerlöschwesen angehen. Die Situa­tion im Land­kreis sei da ?sehr unein­heit­lich?, aber es mehrten sich doch auch die Anfragen aus den Rathäusern, wie man im Bereich der Feu­er­wehr Geld sparen könne. Vogel weiß, dass die Frei­wil­ligen Feu­er­wehren, wenn es etwa um das Thema Zusam­men­le­gungen geht, sehr zurückhal­tend sind. ?Ein sen­si­bler Bereich.?

Auf­ge­schlossen steht Vogel der Einführung der digi­talen Alar­mie­rung gegenüber. Die erfor­der­liche Infra­struktur soll geprüft werden. Frei­lich muss hier auch das Land Baden-Württem­berg als Haupt­geld­geber mit­spielen.

Landrat Detlef Pie­pen­burg hatte den Flo­ri­ansjüngern gleich zu Beginn der Ver­samm­lung seine Hoch­ach­tung für ihren ehren­amt­li­chen Dienst bekundet: ?Feu­er­wehr­leute verkörpern für mich das, was unsere Gesell­schaft mensch­lich macht: Der Ein­satz für andere.?