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Täglich wird der Fortschritt fotografiert

Talheimvon Sabine Friedrich, HSt

Der Kran fasst eines der Bau­stahl­ge­webe, die auf dem Est­rich der Fahr­zeug­halle lagern und hievt es auf den Ver­wal­tungs­trakt. Dort legen die Arbeiter die Matten in die Scha­lung, Elek­tro­kabel werden ein­ge­zogen, dann kann die Zwi­schen­decke beto­niert werden. Die Firma Karl Wil­der­muth ist mit­ten­drin im Rohbau für das Feu­er­wehr­haus in Tal­heim. Und der kommt gut voran, schließlich gibt es keine Win­ter­zwangs­pause. Im April soll Richt­fest gefeiert und der Grund­stein für den rund vier Mil­lionen Euro teuren Kom­plex gelegt werden. Dann sind die Fenster, die Glas­fas­saden und die Dach­ab­dich­tung an der Reihe. Im April/Mai 2015 soll das neue Domizil an der Hork­heimer Straße fertig sein.

Jour fix

Diens­tags ist Jour fix auf der Bau­stelle. Archi­tekt, Bau­leiter, Gemein­de­ver­wal­tung und wenn nötig Fach­in­ge­nieure bespre­chen den Bau­stand, tech­ni­sche Ausführungs­de­tails, Abläufe oder das Inein­an­der­greifen der Gewerke. Wenn der Innen­ausbau läuft, müssen schon mal zehn Firmen koor­di­niert werden. „Das ist für uns tägli­ches Geschäft“, sagt der bau­lei­tende Archi­tekt des Pla­nungsbüros Otto & Hüfft­lein-Otto, Sven Wil­helm.

Jürgen Gut­brod, Bau­leiter bei Wil­der­muth, steht täglich vor einer logis­ti­schen Her­aus­for­de­rung, der dass das Mate­rial pünkt­lich auf der Bau­stelle ankommt. „Wir sind abhängig von den Zulie­fe­rern, etwa vom Beton­werk“, sagt er. Seine Firma habe schon meh­rere Feu­er­wehrhäuser errichtet. „Jede Bau­stelle hat ihre Beson­der­heit“, weiß Gut­brod. Aber: In Tal­heim laufe bis jetzt alles planmäßig.

Das gilt nicht in Gänze für die Aus­schrei­bung und die Preise. Die Bau­branche hat über­volle Auf­tragsbücher, das führt zu teuren Ange­boten. Und so hat der Gemein­derat schon mehr­mals den Rot­stift ansetzen müssen, teil­weise sogar die Aus­schrei­bung auf­ge­hoben, worauf die Ver­wal­tung freihändig Ange­bote ein­holt und erfolg­reich um Preise gefeilscht hat. 80 Pro­zent der Gewerke sind ver­geben. Der­zeit sind die Kosten 4,5 Pro­zent über dem Plan von 3,8 Mil­lionen Euro. „Das ist wenig in der jet­zigen Phase“, ordnet der Kämmerer diese Zahl nach der Markt­lage ein. Dass das Son­nen­segel im Innenhof, neben seiner Funk­tion auch ein Stil­ele­ment, wegfällt, findet Wil­helm „gene­rell schade“. Aber man müsse rea­lis­tisch sein.

„Wir haben das Gesamt­ge­bilde im Kopf“, hat Uhler die Vor­stel­lungs­kraft für den fer­tigen Feu­er­wehr-Campus. „Das sieht gut aus“, ist er über­zeugt und lobt die sau­bere Ausführung des Roh­baus. Der Kom­plex in L-Form werde sich wun­derbar ins Gelände ein­passen, sehr funk­tional sein, sagt der Archi­tekt. Kom­man­do­zen­trale und Ein­satz­raum im Erd­ge­schoss öffnen sich auf den Innenhof, so dass zu erkennen ist, wer ein- und ausfährt. Der Ver­samm­lungs­raum mit Glas­fronten im Ober­ge­schoss gibt den Blick auf die Land­schaft frei.

Vor­freude

Täglich hält ein Feu­er­wehr­mann den Bau­fort­schritt mit dem Foto­ap­parat fest, wie Bürger­meister Rainer Gräßle erzählt. „Sie sind in freu­diger Erwar­tung“, weiß Uhler von der Vor­freude der Ein­satzkräfte auf den Neubau, der der drang­vollen Enge am alten Standort im Ort ein Ende bereitet. Die Wehr plant hoch­mo­ti­viert mit. Eine frucht­bare Zusam­men­ar­beit, wie Gräßle an einem Bei­spiel ver­deut­licht. Leuchten auf Putz sollte der Übungs­turm erhalten. Unprak­tisch, denn daran könnten die Übenden mit dem Helm hängen bleiben. Apropos Übungs­turm. „Das gibt das Meis­terstück“, sagt Gut­brod, ein 14 Meter hohes Gebäude in Scha­len­technik zu errichten, sei schwierig.

Bild: Die Nord-Ansicht: links die Kalt­halle, dann die Fahr­zeug­halle für fünf Ein­satz­wagen, rechts der Ver­wal­tungs­trakt und der Übungs­turm.

Pla­nung: Büro Otto & Hüfft­lein-Otto