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Stadträte streiten ums Konzept

Eppingenvon Tanja Ochs, HSt

Die Feu­er­wehr der Stadt Eppingen setzt ein neues Löschzügekon­zept um. Dabei werden jeweils drei Abtei­lungen der Teil­orte zu ein­satz­tak­ti­schen Orga­ni­sa­tionen zusam­men­ge­schlossen, um die Tages­verfügbar­keit zu ver­bes­sern. Gleich­zeitig werden zwei neue Führungs­fahr­zeuge und drei Mann­schafts­wagen ange­schafft.

Die Ent­schei­dung dafür hat sich der Gemein­derat aller­dings nicht leicht gemacht. Das Kon­zept wird seit 2011 ent­wi­ckelt und bereits „mit Leben gefüllt“, wie Stadt­kom­man­dant Martin Kuh­mann betonte. Die Abtei­lungs­wehren üben bereits gemeinsam für Großeinsätze, jeder Zug stellt im Ernst­fall künftig eine eigene Führungs­ein­heit. Trotzdem seien noch Fragen offen, erklärte Hartmut Kächele (SPD) und bean­tragte im Namen seiner Frak­tion eine Ver­ta­gung. „Ich muss auch an die Kasse der Stadt denken“, erklärte der langjährige Feu­er­wehr­mann. Doch der Ver­such, das Kon­zept von der Tages­ord­nung zu nehmen, wurde abge­lehnt.

Schutzanzüge Das Zügekon­zept greift bei sehr großen Einsätzen. Dann wird neben der Wehr der Kern­stadt der Löschzug alar­miert, dessen Wehren nicht örtlich betroffen sind. Kommt es also in Klein­gartach zu einem sol­chen Fall, rücken Kame­raden aus Adels­hofen, Elsenz und Richen sowie aus der Kern­stadt aus, um die Klein­garta­cher zu unterstützen. „Das hat ein­satz­tak­ti­sche Gründe“, erklärte Kuh­mann. Damit müsse nicht mehr ein­zeln nach­alar­miert werden. Zusätzlich wird der Löschzug Süd mit Che­mie­schutzanzügen aus­ge­stattet.

Für die Umset­zung werden zwei neue Führungs­fahr­zeuge für knapp 90 000 Euro ange­schafft, die in Elsenz und Mühlbach sta­tio­niert werden. Ein­ge­rech­nete Lan­des­zuschüsse sind jedoch bis­lang nur für ein Fahr­zeug bewil­ligt. Zusätzlich will die Stadt im Jahr 2016 drei Mann­schafts­trans­port­wagen für Adels­hofen, Klein­gartach und Rohr­bach kaufen, Kos­ten­punkt 99 000 Euro. Das sei wichtig für die Attrak­tivität der Wehr, so Kuh­mann. „Wir stehen in Kon­kur­renz mit anderen Ver­einen.“ Die Wagen ermögli­chen nicht nur Ein­satz­fahrten, son­dern auch Ausflüge. Eine wich­tige Inves­ti­tion für das Wir-Gefühl, fand Jörg Hau­eisen (FBW). Eppingen sei die ein­zige Kom­mune im Umkreis, die diese Fahr­zeuge nicht an allen Stand­orten bereit­stelle, betonte Bereichs­leiter Günter Brenner.

Mängel Bau­liche Maßnahmen seien nicht erfor­der­lich, infor­mierte die Ver­wal­tung. Das bezwei­felten Ver­treter der SPD-Frak­tion: „Ich glaube nicht, dass die Gerätehäuser aus­rei­chen“, meinte Hartmut Kächele. „In Rohr­bach ist es jetzt schon zu eng“ , sagte Gisel­bert Seitz und ver­wies auf „bau­liche Mängel“. Er stehe hinter der Feu­er­wehr, warne aber vor Fol­ge­kosten. Das sei der Ver­gleich von Äpfeln und Birnen, ent­geg­nete Kuh­mann. Not­wen­dige Reno­vie­rungen der Gerätehäuser in Richen oder Rohr­bach hätten nichts mit dem Löschzügekon­zept zu tun. Er wolle keinen „schwarzen Peter ver­ste­cken“, son­dern sei „ein Mann der klaren Worte“. Alle Frak­tionen seien infor­miert worden.

Kächele bestand trotzdem darauf, sich das Kon­zept „näher anzu­schauen“. Das habe nichts mit seiner Wertschätzung für die Feu­er­wehr zu tun: „Glaubwürdig ist nur, wer sich traut, kri­tisch zu hin­ter­fragen.“ Der Stadtrat for­derte eine nicht öffent­liche Bera­tung: „Das machen wir bei allen Maßnahmen.“ Es gebe Sachen, die „nicht öffent­lich auf den Tisch gehören“. Die Anschaf­fung der Mann­schafts­trans­port­wagen hatten auch andere Frak­tionen im Vor­feld dis­ku­tiert. „Aber die Argu­mente haben uns über­zeugt“, erklärte Klaus Scherer für die CDU. Fried­helm Ebert (FBW) fand: „Das Kon­zept ist schlüssig.“ Zustim­mung kam auch von den Grünen, Peter Wieser lobte „die her­vor­ra­gende Arbeit“ der Wehr.

Bild: Die Eppinger Feu­er­wehr kümmert sich verstärkt um den Nach­wuchs. Eine Wer­be­kam­pagne mit Akti­onstag an den Schulen sollte im Frühjahr das Inter­esse der Kinder wecken. (Foto: Archiv/Ochs)