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Spendenkonto für abgebrannte Zimmerei

Eppingenvon Adrian Hoffmann, HSt

Das Betreten des Grundstücks ist ver­boten; „aus ermitt­lungs­tech­ni­schen Gründen“, wie am Absperr­band zu lesen ist. Die Brand­ur­sache ist noch immer ungeklärt, heute soll die Kri­mi­nal­po­lizei auf dem Gelände der abge­brannten Zim­merei Grandi-Joos nach Spuren suchen. Von dem mar­kanten Gebäude im Gewer­be­ge­biet Gem­minger Feld in Eppingen-Klein­gartach sind nur noch Schutt, Asche und ein paar Stahlträger übrig.

Für Orts­vor­steher Fried­helm Ebert waren die Weih­nachts­fei­er­tage auf­grund des Großbrands in seiner kleinen Gemeinde alles andere als besinn­lich, aber kon­kret: Die Stadt Eppingen richtet zugunsten des Zim­me­rei­be­triebs schnellstmöglich ein Spen­den­konto ein, morgen werden die Kon­to­daten veröffent­licht. Ein Unter­nehmer aus Klein­gartach eröffnet es mit 1000 Euro. Und die Ver­eine wollen mit Bene­fiz­ver­an­stal­tungen helfen. „Die Hilfs­be­reit­schaft im Ort ist enorm groß“, sagt Ebert.

Für ihn ist es noch immer unfassbar, was in der Nacht auf Sonntag, 23. Dezember, geschehen ist. Ebert war als Mit­glied der Feu­er­wehr bei den Löschar­beiten ein­ge­spannt, und hat selbst gesehen, wie die Zim­merei in Flammen stand und zusam­men­ge­fallen ist. Der Schaden wird auf min­des­tens eine Mil­lion Euro geschätzt. Seit drei Jahren gibt es die Zim­merei Joos schon in Klein­gartach, beim Aufbau des Betriebs sind Mittel des Ent­wick­lungs­pro­gramms Ländli­cher Raum geflossen. „Der Ver­lust der Pro­duk­ti­ons­halle mit allen Maschinen und Geräten ist für den Jung­un­ter­nehmer und seine Mit­ar­beiter eine Kata­strophe“, sagte Ebert anlässlich des Weih­nachts­sin­gens am 25. Dezember.

Bene­fiz­kon­zert „Das war unser ein und alles“, sagt Chris­tian Joos, 28 Jahre alt, über seinen Zim­me­rei­be­trieb. Anfang Januar hätten eigent­lich die Arbeiten für sein an den Betrieb angren­zendes Wohn­haus beginnen sollen. Das Mate­rial fürs Haus sei aber in der Zim­merei gela­gert gewesen und auch mit abge­brannt. Seine 15 Mit­ar­beiter und er wollten so schnell es geht eine Lösung finden. Ange­bote für eine Übergangslösung gibt es laut Orts­vor­steher Ebert bereits meh­rere. Joos äußert sich überwältigt von der Hilfs­be­reit­schaft in Klein­gartach. „Das ist sagen­haft.“ Für ihn stehe fest, dass der Betrieb wieder an der glei­chen Stelle auf­ge­baut werde. „Das ist unsere Heimat.“ Mit Sicher­heit werde es keine Ent­las­sungen geben, sagt Joos. Die Mit­ar­beiter hätten sogar ange­boten, finan­ziell fürein­ander ein­zu­stehen.

Am Sonntag, 6. Januar, um 18 Uhr findet in der Mar­tins­kirche Klein­gartach ein Bene­fiz­kon­zert zugunsten der Zim­merei statt. Damit wollen Joa­chim Hart­mann vom evan­ge­li­schen Kir­chen­chor, Pfar­rerin Elke Ste­phan und Ebert ein Zei­chen der Soli­darität setzen. Ein­tritt ist frei, um großzügige Spende wird gebeten. Probe ist am Mitt­woch, 2. Januar, um 18 Uhr (Flöten­kreis) und 19 Uhr (Kir­chen­chor) im evan­ge­li­schen Gemein­de­haus.

Bild 1: Schutt und Asche: Von der Zim­merei Grandi-Joos in Klein­gartach ist nach einem Großbrand nicht mehr viel übrig geblieben.
Bild 2: Orts­vor­steher Fried­helm Ebert bemüht sich um schnelle Hilfe für die Zim­merei. (Fotos: Adrian Hoff­mann, HSt)