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Spendenaktion: Feuerwehren helfen der Ukraine 2022

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Manuel Günther, Media-Team, Feuerwehr Bad Rappenau

Durch den Krieg in der Ukraine ist die Zivilbevölke­rung in großer Gefahr. Der Kata­stro­phen­schutz der Ukraine (DNDS) hat mit­ge­teilt, dass drin­gend Mate­rial wie persönliche Schutz­ausrüstung (z.B. Ein­satz­be­klei­dung, Helme, Hand­schuhe oder Stiefel), Löschgerät und Ver­bands­ma­te­rial benötigt werden. Auch alles, was zu Auf­recht­erhal­tung der Not­strom­ver­sor­gung nutzbar ist, wird drin­gend benötigt.

Die Unter­nehmen Barth Feu­er­wehr­technik und Weber­Rescue belie­fern seit vielen Jahren über die GIZ (Gesell­schaft für Inter­na­tio­naler Zusam­men­ar­beit GmbH) von der Bun­des­re­gie­rung unterstützt den Kata­stro­phen­schutz der Ukraine und haben dorthin auch sehr persönliche Ver­bin­dungen. Hieraus ent­stand die spon­tane Idee, zu Beginn der Woche einen Spen­den­aufruf an alle Feu­er­wehren in Baden-Württem­berg zu starten.

An der Spen­den­ak­tion betei­ligt sich auch die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bad Rap­penau mit mehr als 140 Schläuchen ver­schie­dener Kate­go­rien, Saug­schläuchen. Schlauchbrücken, Spaltäxten und einem Strom­erzeuger mit Zwei­takt­motor. Zudem hat die Feu­er­wehr Bad Rap­penau für den Kreis­feu­er­wehr­ver­band Heil­bronn die Auf­gaben der Sam­mel­stelle über­nommen.

„Es liegt momentan noch kein offi­zi­elles Hil­fe­er­su­chen um Ausrüstung für die Feu­er­wehren von Seiten des ukrai­ni­schen Staates vor“, macht Rein­hold Gall, Vor­sit­zender des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes Heil­bronn, deut­lich. Den­noch wolle man das Enga­ge­ment der Firmen unterstützen, zumal diese über direkte Kon­takte in die Ukraine verfügen. „Es kommt dort an, wo es gebraucht wird“, war Gall über­zeugt. Schon in den ver­gan­genen Jahren haben die Feu­er­wehren in Baden-Württem­berg zahl­reiche Spenden für Not­stands­ge­biete geleistet, wie bei der Flut im Ahrtal 2021 oder dem Erd­beben in Kroa­tien 2020. Daher sei nicht mehr Vieles, was ent­behr­lich ist, vor Ort vor­handen.

Und den­noch ist es beein­dru­ckend, wie viele Ausrüstungs­ge­genstände inner­halb von nur 2,5 Tagen von ins­ge­samt 15 Feu­er­wehren im Land­kreis im Feu­er­wehr­haus in der Raiff­ei­sen­straße abge­geben wurden. 766 Hilfsgüter hat Kom­man­dant Felix Mann ins­ge­samt auf­ge­listet, dar­unter Stiefel, Jacken, Hosen, Helme, Hand­schuhe für den Brand­ein­satz, Trag­kraft­spritzen, hydrau­li­sches Ret­tungsgerät, Kran­ken­tragen. Atem­schutz­masken, Lun­gen­au­to­maten, Stahl­rohre und vieles mehr. „Alles ist ein­satz- und gebrauchsfähig“, betont Rein­hold Gall, „vieles, wie die Klei­dungsstücke, ist auch neu­wertig und stammt aus den Reser­ve­beständen der Feu­er­wehren.“

Fünf ehren­amt­liche Helfer der Feu­er­wehr Bad Rap­penau waren im Ein­satz, um die Spenden ent­gegen zu nehmen, alle Geräte und Ausrüstungs­ge­genstände für den Trans­port vor­zu­be­reiten und sicher zu ver­pa­cken (u.a. Treib­stoff aus Aggre­gaten zu ent­leeren) und um alles auf LKWs zu ver­laden.

Mit vier großen Trans­port­fahr­zeugen, jeweils eins von der Feu­er­wehr Ellen­bachtal (gemein­same Wehr der Gemeinden Ell­hofen und Leh­ren­steins­feld) und der Feu­er­wehr Neckar­sulm sowie zwei von der Feu­er­wehr Bad Rap­penau, bringen rund ein Duzend Helfer aus den betei­ligten Feu­er­wehren alle Spenden noch an diesem Mitt­woch zur zen­tralen Annah­me­stelle bei der Feu­er­wehr in Fell­bach.

Den Trans­port der Lie­fe­rung bis zur ukrai­ni­schen Grenze über­nimmt die GIZ, er soll noch am Mitt­woch in Fell­bach starten. An der Grenze erfolgt auch die Übergabe an den Kata­stro­phen­schutz der Ukraine, der dann die wei­tere Ver­tei­lung im Land orga­ni­siert.

Bild „FFW-Spenden“:

Frei­wil­lige Helfer in Bad Rap­penau kurz vor der Abfahrt nach Fell­bach mit OB-Stell­ver­tre­terin Anne Silke Köhler, dem Kreis­ver­bands­vor­sit­zenden Rein­hold Gall (4. v. r.) und dem Bad Rap­pen­auer Kom­man­dant Felix Mann (3. v. l.)