QR-Code zur Seite

Schnelle Hilfe bei Alarmübung

Beilsteinvon Wolfgang Seybold, HSt

Die großflächige Mar­kung Beil­steins stellt die Feu­er­wehr im Ein­satz­fall vor Pro­bleme. Kom­man­dant Bernd Kir­cher wollte mit einer wirk­lich­keits­nahen Alarmübung überprüfen, wie schnell auch abge­le­gene Wohnplätze bei Bränden erreicht werden können. Die Obere Ölmühle, unter­halb Pre­vorsts an der jungen Bot­twar gelegen, bot sich für den Test als geeig­netes Objekt an.

Das Sze­nario: Beim schweren Gewitter wurde eine Scheune durch einen Blitz­ein­schlag getroffen und sofort in Brand gesetzt. Zwei Per­sonen konnten sich nicht mehr ins Freie retten. Mit diesem Übungs-Dreh­buch alar­mierte Sven Seim, Besitzer des Anwe­sens, per Notruf um 18 Uhr die Feu­er­wehr in Beil­stein. Wenige Minuten später war das Sire­nen­ge­heul aus der vier Kilo­meter ent­fernten Lang­hans­stadt zu hören.

Jochen Sturm, Abtei­lungs­kom­man­dant der Beil­steiner Wehr, hatte die Übung vor Ort mit einem Team vor­be­reitet. Kurz danach zuckten in der stock­dunklen Nacht schon die Blau­lichter der anrückenden Ein­satz­fahr­zeuge durch den Wald. Ein vom Sturm gefällter Baum ver­sperrte die letzten Meter des schmalen Zufahrts­wegs. Ein rascher Ein­satz der Motorsäge - und der Weg für die vier Feu­er­wehr­fahr­zeuge zur bren­nenden und rau­chenden Scheune war frei.

Druck zu gering „Atem­schutz zuerst!" „Wasser marsch!" Die Kom­mandos schallten um die mit Schein­wer­fern erhellte Obere Ölmühle. Ein Gewirr von Schlauch­lei­tungen durchzog den Hof. Das große Tanklöschfahr­zeug TLF 16/25 hatte für die erste Zeit 2500 Liter Wasser an Bord. Wie kann aber die wei­tere Löschwas­ser­ver­sor­gung sicher­ge­stellt werden? Die seit wenigen Monaten in Betrieb genom­mene Was­ser­lei­tung von Gronau nach Pre­vorst, die direkt neben der Oberen Ölmühle verläuft, scheidet nach Ansicht des Beil­steiner Kom­man­danten für das Löschen aus. „Der Druck und der Durch­messer sind zu gering."

Da half nur die Was­ser­ent­nahme mit einer Tauch­pumpe aus einem nahe gele­genen Fisch­teich. „Im Ernst­fall müssten wir die Tank­wagen der Heil­bronner Berufs­wehr und die Obers­ten­felder Feu­er­wehr her­be­or­dern", meinte Jochen Sturm zum Was­ser­pro­blem. Mitt­ler­weile wurden die zwei ver­missten Per­sonen von den Atem­schutzträgern aus der ver­rauchten Scheune gerettet. Die Ein­satzkräfte der inzwi­schen ein­ge­trof­fenen Beil­steiner Rot-Kreuz-Gruppe erle­digten rou­ti­niert die Erst­ver­sor­gung.

Eine knappe Stunde nach der Alar­mie­rung verkündete Kom­man­dant Bernd Kir­cher mit „Feuer aus!" das Ende der Übung: „Mit rund 30 Mann im Ein­satz und dem schnellen Ein­treffen am Brandort bin ich mit dem Ergebnis zufrieden." Auch Sabine und Sven Seim, die mit den Töchtern Anna­bell und Mari­lena die Obere Ölmühle bewohnen, waren zufrieden. „Wir sind sehr daran inter­es­siert, dass die Beil­steiner Wehr gut zu uns durch­kommen kann", sagten sie. Denn im Januar 2003 musste im Wohn­haus ein „echtes" Feuer an einem alten Balken gelöscht werden.

Bild: Die Atem­schutzträger der Beil­steiner Feu­er­wehr haben bei der Übung zwei Per­sonen aus der ver­rauchten Scheune gerettet. (Foto: Werner Kuhnle)