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Schauübung am Tag der offenen Tür in Untergriesheim

Bad Friedrichshallvon Marcel Hoffmann, Feuerwehr Bad Friedrichshall

Es hat geregnet. Die Straße ist rut­schig. Das Auto einer jungen Frau ist von der Straße abge­kommen, den Hang her­un­ter­ge­rutscht und mit einem Traktor auf der par­allel ver­lau­fenden Straße zusam­men­ge­prallt.

Dies war die dar­ge­stellte Situa­tion, die die Zuschauer der diesjährigen Schauübung am Tag der offenen Tür in Unter­gries­heim erwar­tete.

Nicht nur durch den Aufbau des Unfalls, son­dern auch durch die Mode­ra­tion von Michael Sieg­mann wurde schnell klar, dass die Person im PKW zwar noch ansprechbar, aber auch ein­ge­klemmt ist. Um den Zuschauern zu zeigen wie es so ist, wenn ein Ein­satz gemeldet wird, gab es durch ein Mel­de­testgerät eine Auslösung der Melder der umste­henden Feu­er­wehrmänner. Wie auch im reellen Fall machten sich die Alar­mierten schnellstmöglich auf den Weg - Zwar nicht ins Feu­er­wehrgerätehaus, aber zu den ver­steckt ste­henden Feu­er­wehr­fahr­zeugen.

Bis zum Ein­treffen der Ein­satz­fahr­zeuge erklärte der Mode­rator, was man tun kann um zu helfen und, dass es auch schon von Nutzen ist, wenn jemand am Kreu­zungs­be­reich den Weg zeigt.

Die Ein­wei­sung hatte, dank der über­zeu­genden Mode­ra­tion, eine Zuschauerin, für die unter Blau­licht und Mar­tins­horn anfah­renden Feu­er­wehr­fahr­zeuge, über­nommen. Dadurch, dass das Auto schräg im Hang stand wurde beschlossen, dass das Löschfahr­zeug (LF 20/16) unter­halb der Unfall­stelle und der Rüstwagen (RW 2) ober­halb des Hanges Stel­lung bezieht. Nach der Erst­erkun­dung durch den Grup­penführer wurden die Befehle an die ein­zelnen Trupps, bestehend aus zwei Feu­er­wehr­leuten, ver­teilt. Während das Ret­tungs­werk­zeug bereit­ge­legt und ein Zugang zur ver­letzten Person über das Bei­fah­rer­fenster geschaffen wurde, sicherte die Besat­zung des RWs das Fahr­zeug mit Hilfe der Seil­winde vor dem Weg­rut­schen. Nach einer kurzen Begut­ach­tung des Ver­letzten durch den Ret­tungs­dienst, teilte dieser dem Grup­penführer mit, dass das Opfer scho­nend gerettet werden muss.

Dank der Fensteröffnung auf der Bei­fah­rer­seite konnte ein Feu­er­wehr­mann in den Wagen ein­steigen und die Fah­rerin betreuen. Neben dem Anlegen einer Hals­krause, Anbringen eines Airbag Schutzes und Abde­cken mit einer Schutz­folie, erklärte er dem Opfer die ein­zelnen Schritte der Feu­er­wehr, um diese so zu beru­higen. In der Zwi­schen­zeit wurde die Front­scheibe mit Hilfe einer Glassäge aus­ge­schnitten und bei Seite geräumt. Als Nächstes wurden auf beiden Seiten die Türen mit­tels Schere und Spreizer ent­fernt. Da die Beine der Fahr­zeugführerin ein­ge­klemmt waren, wurde der hydrau­li­sche Ret­tungs­zy­linder in den Türrahmen ein­ge­setzt. Zu diesem Zeit­punkt wurde auch beschlossen, dass das Dach zur Ret­tung ent­fernt werden muss. Dies geschah, indem auf beiden Seiten die Holme durch­ge­schnitten wurden.

Nach dem vollständigen Durch­trennen der Holme gab der Grup­penführer den Befehl das Dach nach hinten weg­zu­tragen und die dadurch frei­ste­henden Schnittflächen am Fahr­zeug abzu­de­cken. Auch dies ist vor allem für die Eigen­si­che­rung der Feu­er­wehrmänner, damit sie sich bei der Ret­tung der ver­letzten Person mit dem Spi­ne­board nicht selbst ver­letzen.

Das Ende der Schauübung wurde mit der Übergabe der geret­teten Fah­rerin an das DRK eingeläutet. Für die Zuschauer bot sich anschließend die Möglich­keit, das aus­ein­an­der­ge­nom­mene Auto zu begut­achten. Für die Feu­er­wehr hieß es jedoch, alle ver­wen­deten Gerätschaften aufzuräumen und dann auch letzt­end­lich die Scherben, die Türen, das Dach und das Auto selbst wegzuräumen.

Vielen Dank an alle die an der Schauübung teil­ge­nommen haben und an die Abtei­lung Unter­gries­heim bei der wir unser Können unter Beweis stellen durften.