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Schaulustige ausdrücklich erwünscht

Neudenauvon Nelli Nickel, HSt

Auf dem Lin­den­platz in Neu­denau wim­melte es am ver­gan­genen Samstag nur so von Ret­tungskräften und Feu­er­wehr­leuten. Ein gestellter Ver­kehrs­un­fall musste von den Männern und Frauen des DRK-Orts­ver­eins und der Feu­er­wehr aus Neu­denau sowie der Schnell­ein­satz­gruppe Möckmühl (SEG) unter Kon­trolle gebracht werden.

Per Handy wurden die Ein­satzkräfte alar­miert. Von weitem hörte man schon die Sirenen, und das erste Feu­er­wehr­auto fuhr vor. Knapp dahinter kamen Not­arzt und Ret­tungs­wagen. Ein Lkw hatte einen älteren schwarzen BMW von der Seite gerammt und die vier Insassen, dar­unter ein Baby, ein­ge­klemmt. Auch im Laster befanden sich zwei Ver­letzte.

Schnell ver­schaffte sich der Not­arzt einen Über­blick und gab Anwei­sungen an die Sanitäter. Der Fahrer des Pkw war bewusstlos, blu­tete stark und hatte eine große Wunde am Unter­schenkel. Die Mit­fahrer waren aber ansprechbar. Sie hatte es nicht so schwer erwischt. Sie hatten hauptsächlich Schnitt- und Platz­wunden. Der Lkw-Fahrer war nicht ange­schnallt und hatte sich eine Rücken­ver­let­zung sowie ein Schleuder- und ein Bauch­trauma zuge­zogen. Die Ver­let­zungen wurden vor der Übung hin­ge­schminkt, um alles so rea­lis­tisch wie möglich dar­zu­stellen , erklärte die Vor­sit­zende des DRK-Orts­ver­eins Neu­denau, Bet­tina Ham­berger.

Zuständig für die Mimen war Michael Schmid vom Kreis­ver­band Lud­wigs­burg. Er ist Aus­bilder für Not­fall­dar­steller und behielt seine Ver­letzten die ganze Zeit über im Auge. Einmal um zu sehen, wie sie sich ver­halten, er ach­tete aber auch drauf, wie sie ver­sorgt wurden.

An anderer Front arbei­teten die Feu­er­wehrmänner. Sie sorgten dafür, dass die Ret­tungskräfte möglichst schnell an ihre Pati­enten heran kommen konnten. Dafür wurde das kom­plette Auto aus­ein­ander genommen. Die ver­klemmten und verdrückten Türen wurden auf­ge­stemmt. Selbst das Dach musste abgesägt werden. Das ist eine sehr wich­tige Übung für uns , meinte Ein­satz­leiter Jörg Wagner. Unsere tech­ni­sche Hilfs­leis­tung gibt es erst seit fünf Jahren. Wir sind nicht so rou­ti­niert. Mit den Ret­tungskräften zu üben ist des­halb eine sehr gute Möglich­keit, damit das Zusam­men­spiel im Ernst­fall klappt. Da das Auto ein echtes Unfall­fahr­zeug war, durften die Feu­er­wehrmänner es kom­plett zer­legen.

Neben den vielen Hel­fern hatten sich rund 50 Zuschauer auf dem Lin­den­platz ver­sam­melt und ver­folgten die Ber­gung. Dieses Mal waren Schau­lus­tige ausdrücklich erwünscht und konnten auch mal näher an das Geschehen ran gehen. Wir wollen den Bewoh­nern von Neu­denau zeigen, was wir können , erklärte Ham­berger. Außerdem wäre es auch nicht schlecht, Leute für unseren Verein anzu­lo­cken. Im Vor­der­grund stand jedoch die Übung. Über eine Stunde hatten die Helfer zu tun. Aller­dings ließen sie sich auch mehr Zeit als bei einem echten Unfall und über­dachten jeden Schritt genau.

Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr sorgt dafür, dass die Erst­helfer an die Unfall­opfer kommen. Die Insassen dieses Unfall­autos sind ein­ge­klemmt, die Türen des Fahr­zeuges lassen sich nicht öffnen. Die Flo­rianjünger spreizen die Türen auf. Später sägen sie noch das Dach ab.

(Fotos: Nelli Nickel)