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Sauerbraten und Männertanz

Schwaigernvon Stefanie Pfäffle, HSt

Als der örtliche Metzger und Gast­wirt Bälz seinen Betrieb ein­stellte, stand die Frei­wil­lige Feu­er­wehr vor einem Pro­blem. Woher bekommen sie jetzt ihren Sau­er­braten fürs Kel­ter­gas­sen­fest, die kuli­na­ri­sche Beson­der­heit der Stet­tener Flo­ri­ansjünger? In Gem­mingen wurde man fündig. „Ich hab? grad noch über­legt, wo der Sau­er­braten wohl her­kommt, denn man könnte jetzt nicht sagen, dass der besser oder schlechter ist“, stellt Besu­cher Helmut Kümmerle fest. Braten gerettet, Fest gerettet, und so füllte sich am Sonntag die Alte Kelter wieder mit vielen Besu­chern.

25 Jahre Seit 1989 laden die Feu­er­wehrmänner zu ihrem Kel­ter­gas­sen­fest. Damals bekamen sie ihr neues Magazin. Bis vor sechs Jahren brut­zelte und schlemmte man auch in der dor­tigen Fahr­zeug­halle, bis dann die Alte Kelter frisch reno­viert wurde. Kur­zer­hand wech­selte das Fest die Straßenseite. „Das ist eine enorme Arbeits­er­leich­te­rung, allein schon wegen der Hygie­ne­stan­dards in der Küche“, erläutert Abtei­lungs­kom­man­dant Maik Widowski. Und das elende Zelt­trocknen nach einem Regen­guss falle auch weg.

Der Sau­er­braten gehörte von Anfang an genauso auf die Spei­se­karte wie die obli­ga­to­ri­sche rote Wurst. „Aber der Absatz hat sich stark gewan­delt“, stellt Widowski fest. Inzwi­schen brauche man mehr Haup­tessen als den Fest­klas­siker. Mit der Einführung der Cur­ry­wurst vor drei Jahren zog der Absatz aber wieder an. Renate Buch­wald-Häcker hat sich diesmal lieber für ein Schnitzel ent­schieden. „Als Stet­tener geht man aufs Kel­ter­gas­sen­fest, das ist ein­fach eine gewisse Ver­eins­so­li­darität“, findet sie. „Und bei dem schönen Wetter muss ich nicht kochen“, ergänzt Monika Wal­de­rich fröhlich.

Um die Mit­tags­zeit ist viel los. Später werden die Kinder mit Spielen und Fahrten mit dem Feu­er­wehr­auto bei Laune gehalten, bevor sie teil­weise am Abend selbst ihren großen Auf­tritt haben. Denn das Abend­pro­gramm ist die eigent­liche Beson­der­heit der Stet­tener Wehr. Aus den Kame­rad­schafts­abenden heraus ent­wi­ckelt, tanzt der Nach­wuchs vor der kom­pletten Ver­wandt­schaft, es gibt humor­volle Sketche und als Höhepunkt den Tanz der Feu­er­wehrmänner. „Wir lassen uns dafür immer was Neues ein­fallen, diesmal geht es um Piraten und Mus­kelmänner“, ver­spricht Widowski grin­send.

Verständnis Der Hock in der Kelter ist ein echter Dorf­abend. Während tagsüber auch befreun­dete Wehren zu Besuch kommen oder der eine oder andere Rad­fahrer ein­kehrt, wird zu später Stunde das Dorf­leben gestärkt. „Das Schöne ist, dass die Feu­er­wehr dabei auch noch etwas ver­dient, des­wegen kommen wir her“, meint Gerald Häcker.

Bild: Für viele Stet­tener ein Muss: der Sau­er­braten. Jana Schil­ling bringt die kuli­na­ri­sche Attrak­tion des Kel­ter­gas­sen­festes an den Tisch. (Foto: Ste­fanie Pfäffle)