QR-Code zur Seite

Rüstwagen lässt auf sich warten

Eppingenvon Alexander Hettich HSt

Von der Schlan­gen­jagd über Brand­einsätze bis zur Unfall­hilfe - auf die sieben Abtei­lungen der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Eppingen war im ver­gan­genen Jahr wie gewohnt Ver­lass. Bei der Haupt­ver­samm­lung der Gesamt­wehr in Rohr­bach ließen die Helfer ihre Einsätze Revue pas­sieren.

Der 18. Mai 2004 - den Tag wird keiner der Betei­ligten so schnell ver­gessen. Anruf einer Kiosk­verkäuferin: Am Elsenzer See ist eine zwei Meter lange Schlange gesichtet worden. In Mann­schaftsstärke rückt die Elsenzer Wehr aus, macht sich auf die Suche nach dem Reptil. Experten der Stutt­garter Wil­helma durchkämmen das Gelände, eine Wärme­bild­ka­mera kommt zum Ein­satz. Keine Spur von der Schlange. „Sie ist wahr­schein­lich erfroren“, ver­mutet Stadt­kom­man­dant Rein­hard Frank. Es war der wohl spek­takulärste Ein­satz im ver­gan­genen Jahr und doch nur einer von vielen. Ins­ge­samt 92-mal wurde die Eppinger Feu­er­wehr zu Hilfe gerufen, berich­tete Frank bei der Haupt­ver­samm­lung in der Rohr­ba­cher Gießhübel­halle. Hausbrände waren zu löschen, über­schwemmte Straßen vom Geröll zu räumen, Ver­letzte nach einem Ver­kehrs­un­fall aus den Wracks zu befreien. Im Ver­gleich zum Jahr 2003, als die Abtei­lungs­wehren 132-mal ausrückten, ist die Zahl der Einsätze zurückge­gangen. Ein Grund: Im extrem tro­ckenen Sommer 2003 waren viele Brände zu löschen gewesen. Zudem gibt es eine sta­tis­ti­sche Ver­zer­rung, weil das Berichts­jahr aus­nahms­weise nur zehn Monate umfasste.

Viele Feu­er­wehr­leute halten der Truppe schon seit Jahr­zehnten die Treue. So wurden Leon­hard Schäfer, Ulrich Geb­hard, Heinz-Jürgen Hörn, Klaus Geb­hard und Ulrich Kal­ten­maier für 25 Jahre Dienst­zeit geehrt, Gerd Ott ist sogar seit 40 Jahren dabei. Auch von Nach­wuchs­sorgen werden die Flo­ri­ansjünger nicht geplagt. Neben 300 Aktiven, 83 Mit­glie­dern der Alters­mann­schaft und 33 Musi­kern der Mühlba­cher Feu­er­wehr­ka­pelle verstärken 69 Jugend­feu­er­wehr­leute die Truppe. Eine vor­bild­liche Nach­wuchs­ar­beit, findet nicht nur Klaus Holaschke. „Um die Eppinger Feu­er­wehr ist mir nicht bang“, sagte der Oberbürger­meister in seinem Grußwort. Beson­ders wichtig, so Holaschke, sei eine gute Ausrüstung der Wehr.

Ganz oben auf der Wunsch­liste: ein Rüstwagen für die Abtei­lungs­wehr der Zen­tral­stadt. Die 390 000 Euro teure Neu­an­schaf­fung soll ein fast 30 Jahre altes Fahr­zeug ersetzen. Der Anteil der Stadt ist im Haus­halt vor­ge­sehen, doch Zuschüsse von Land und Kreis lassen noch auf sich warten. Kreis­brand­meister Hans-Wil­helm Hans­mann warnte in seiner Ansprache vor allzu opti­mis­ti­schen Erwar­tungen. Allein 13 Anträge für neue Feu­er­wehr­autos und zwei Anfragen für Baumaßnahmen an Gerätehäusern sta­pelten sich im Land­ratsamt. Um alle Wünsche zu erfüllen, „wären allein im Land­kreis Heil­bronn 1,2 Mil­lionen Euro nötig“, rech­nete Hans­mann vor. „Ich gehe davon aus, dass wir diese Summe nicht bekommen werden.“

Foto: In Eppingen geehrt: Leon­hard Schäfer, Ulrich Geb­hard, Heinz-Jürgen Hörn, Ulrich Kal­ten­maier und Gerd Ott mit OB Klaus Holaschke. (Foto: Het­tich)