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Rückblick Gesamtübung am 28.10.2022

Abstattvon Daniel Ehmer, Feuerwehr Abstatt

Am 28.10.2022 stand unsere dritte Gesamtübung in diesem Jahr an.

Es haben sich viele Kame­raden und Kame­ra­dinnen zur Übung ein­ge­funden. Nach Ein­tei­lung der Mann­schaft auf die Fahr­zeuge erhielten wir erste Infor­ma­tionen zu unserer Übung. Die Gesamtübungen werden immer von 2 Führungskräften geplant. Der Rest der Mann­schaft weiß im Vor­feld nichts über das geplante Übung­sze­nario. Dadurch hat die Mann­schaft den größtmögli­chen Übungs­ef­fekt, da sich nie­mand im Vor­feld Gedanken zum Ablauf machen kann.

Als Alarm­stich­wort wurde uns ein Ver­kehrs­un­fall und ein dadurch ausgelöster Flächen­brand im Bereich der Berg­straße 15 gemeldet.

Der Ein­satz­leiter begab sich zur Lage­er­kun­dung mit dem Ein­satz­leit­wagen (ELW) an die Ein­satz­stelle. Vor Ort ange­kommen hat sich ihm fol­gendes Bild gezeigt:

Ein PKW ist von dem höher­ge­le­genen Wein­bergweg abge­kommen und über die abschüssige Wiese in Rich­tung Berg­straße gefahren. Dabei hat sich das Gras der Wiese durch die heißen Bau­teile am Fahr­zeug entzündet. Das Fahr­zeug kam auf der Seite lie­gend, auf einer Stützmauer, neben der Berg­straße zum Stehen. Der Fahrer des Fahr­zeuges war ein­ge­klemmt und musste durch die Feu­er­wehr befreit werden. Der Bei­fahrer wurde aus dem Auto geschleu­dert und lag unter diesem.
Somit stellten sich der Feu­er­wehr im Wesent­li­chen zwei Haupt­auf­gaben:
- Befreien der ein­ge­klemmten Per­sonen aus dem PKW
- Löschen des Flächen­brands auf der Wiese

Das Befreien der Person aus dem PKW wurde durch die Besat­zung des Hil­fe­leis­tungslöschfahr­zeug (HLF) über­nommen. Haupt­au­gen­merk lag hierbei auf dem Abstützen und Sichern des PKW´s. Das Fahr­zeug lag auf der Stützmauer und drohte weiter auf die Straße zu rut­schen. Bevor das Fahr­zeug nicht abgestützt und gesi­chert war, konnten keine Arbeiten zum Befreien der Per­sonen auf­ge­nommen werden. Hier steht der Eigen­schutz im Vor­der­grund. Par­allel zum Abstützen wurde eine Auf­fang­wanne gestellt, um aus­lau­fende Betriebs­stoffe auf­zu­fangen und einen Schaden für die Umwelt zu ver­hin­dern. Ebenso wurde der Brand­schutz mit dem HLF sicher­ge­stellt, um bei einem mögli­chen Ent­ste­hungs­brand am Fahr­zeug, diesen schnell löschen zu können.

Die Brandbekämpfung der Wiese wurde dem Tanklöschfahr­zeug (TLF) übert­ragen. Um die Übung noch etwas inhalt­lich auf­zu­werten, wurde ange­nommen, dass es eine bau­stel­len­be­dingte Störung des Hydran­ten­netz in der Berg­straße vor­liegt. Somit konnte kein Wasser von den nahe­lie­genden Unter­flur­hy­dranten ent­nommen werden. Der Ein­satz­leiter übertrug daher dem Gerätewagen (GW-T) die Auf­gabe eine Was­ser­ver­sor­gung von der Win­zer­straße zur Berg­straße auf­zu­bauen. Hierzu wurde der GW-T mit dem Roll­wagen TS (Pumpe zur Was­serförde­rung) und dem Roll­wagen Beleuch­tung zum Aus­leuchten der Ein­satz­stelle beladen. Der stan­dardmäßig auf­ge­la­dene Roll­wagen Schlauch beinhal­tete genug Schläuche um die ca. 150 Meter Schlauch­lei­tung zur Was­ser­ver­sor­gung auf zu bauen.

Das Ver­legen der Was­ser­ver­sor­gung über die Straße erfor­derte zudem eine ausführliche Absi­che­rung dieses Bereichs für die übrigen Ver­kehrs­teil­nehmer, so wurden neben Blitz­leuchten und Warn­ke­geln auch Schlauchbrücken zum Über­queren der Schlauch­lei­tung ver­legt.

Nachdem die Was­ser­ver­sor­gung auf­ge­baut war, stand dem TLF genügend Wasser zur Brandbekämpfung zur Verfügung.
Par­allel zu all diesen Maßnahmen wurde die weitläufige Ein­satz­stelle aus­giebig beleuchtet, um den Ein­satzkräften auch bei Nacht einen sicheren Arbeits­be­reich zu bieten. Zum Aus­leuchten wurde neben der Umfeld­be­leuch­tung der ein­zelnen Fahr­zeuge auch Sta­tive mit Strah­lern auf­ge­baut.

Da die Berg­straße sehr schmal ist und kein Gegen­ver­kehr zulässt, stellte dieser beengte Platz eine zusätzliche Her­aus­for­de­rung für den Ein­satz­ab­lauf und die Pla­nung durch den Ein­satz­leiter dar.
Bedingt durch diese Enge an der Ein­satz­stelle wurde der ELW bereits in der kleinen Stichstraße zur Ost­straße posi­tio­niert. Somit war die Ein­satz­stelle nicht durch ein wei­teres Fahr­zeug besetzt.
Nachdem das ver­un­fallte Fahr­zeug gegen wei­teres Abrut­schen gesi­chert wurde, konnte mit der Befreiung der ein­ge­klemmten Per­sonen begonnen werden.

Es wurde zuerst die Person unter dem Auto gerettet und an den Ret­tungs­dienst überg­eben. Anschließend wurde die Person im Fahr­zeug durch Schneiden des Dachs und der Türe mit der hydrau­li­schen Schere befreit und an den Ret­tungs­dienst überg­eben. Der Ret­tungs­dienst hatte von der anderen Seite der Straße freien Zugang zur Ein­satz­stelle, da dieser Bereich extra hierfür vom Ein­satz­leiter frei geplant wurde.

Nach Befreiung der Per­sonen und dem Ablöschen der Wiese waren alle Auf­gaben abge­ar­beitet und die Übung konnte erfolg­reich beendet werden. Vor Ort wurde noch eine Nach­be­spre­chung der Übung durchgeführt um allen Ein­satzkräften einen Gesamtüber­blick der Lage zu geben und das Vor­gehen noch­mals Revue pas­sieren zu lassen.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch­mals bei den Anwoh­nern bedanken, dass Sie die Ein­schränkungen während der Übung ohne Beschwerden ange­nommen haben und uns bei der Pla­nung und Durchführung tatkräftig unterstützt haben!

Der Anwoh­nerin, die uns mit den Worten „jetzt müssen die Idioten hier schon wieder üben“ begrüßte, möchten wir noch einen kleinen Gedan­ken­anstoß geben: Zum einen hören wir besser, als Sie denken und zum anderen setzen wir uns ehren­amt­lich in unserer Frei­zeit zum Schutz von Ihnen und der gesamten Bevölke­rung ein! Um diesen Schutz gewährleisten zu können sind solche Übungen sehr wichtig, denn wie heißt es so schön: Übung macht den Meister! Aber Sie können beru­higt sein, sollten Sie einmal Hilfe durch die Feu­er­wehr benötigen, werden wir unserer Pflicht nach­kommen und natürlich auch Ihnen schnellst und bestmöglich zu Hilfe kommen, unge­achtet Ihrer Aus­sage!

Danke an Frank für die Unterstützung und Ideen bei der Pla­nung und Orga­ni­sa­tion der Übung.
Als die Geräte und Fahr­zeuge wieder sauber und ein­satz­be­reit im Feu­er­wehr­haus waren, konnten wir alle bei einem gemein­samen Essen den Abend in gemütli­cher Runde aus­klingen lassen!

Danke an alle Angehörigen der Feu­er­wehr Abstatt, die sich die Zeit für die Übung genommen haben!

Mit kame­rad­schaft­li­chen Grüßen,
Kom­man­dant
Daniel Ehmer