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Powertraining für knallharte Feuerwehr-Einsätze

Bad Wimpfenvon Gabi Muth, HSt

Das Herz pumpt mit Hoch­druck das Blut durch die Adern, der Kreis­lauf steht unter Hoch­span­nung - Feu­er­wehr­leute im Ein­satz sind über­mensch­li­chen Anstren­gungen aus­ge­setzt. ?Fit for Fire­fighting? heißt die Aktion des Lan­des­feu­er­wehr­ver­bandes, die Wehrmänner fit machen soll - jetzt auch in Bad Wimpfen.

Tra­gisch ist ein Löschein­satz der Tübinger Feu­er­wehr zu Ende gegangen: Zwei tote Kame­raden wegen eines Schlauch­platzers. Sie hatten keine Chance. Alle Möglich­keiten ausschöpfen, damit die Kame­raden nicht in tödliche Situa­tionen geraten, will Rein­hold Korb. Das beginnt bereits bei der Fit­ness der Kol­legen, wie der Chef des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes Heil­bronn und Kom­man­dant in Bad Wimpfen betont. Wie seine Kol­legen Adolf Reh­wald, Dieter Fried­rich, Karl Frey oder Robert Hauck stram­pelt sich Korb im Fit­ness­raum des SRH-Gesund­heits­zen­trums ab. Die Flo­ri­ansjünger wollen hier ihre Leis­tungsfähig­keit ver­bes­sern.

Die ?Studie zur medi­zi­ni­schen Belas­tung von Atem­schutzgeräteträgern? hat auch im Kreis­feu­er­wehr­ver­band für Nach­denken und Dis­kus­sionen gesorgt. Das Herz-Kreis­lauf­system der Feu­er­wehr­angehörigen ist im Brand­ein­satz extrem belastet. Tem­pe­ra­turen bis zu 600 Grad Cel­sius führen trotz Schutz­klei­dung zum Wärme­stau. Maximal dreißig Minuten darf ein Atem­schutzgeräteträger in den Ein­satz. Dann muss er eine Pause machen. Nur trai­nierte Feu­er­wehr­angehörige sind dieser Auf­gabe ohne Gefahr für ihre Gesund­heit gewachsen. Des­halb nutzt Korb die Kom­pe­tenzen im SRH-Gesund­heits­zen­trum. Hier wird die Fit­ness nicht nur bei medi­zi­ni­scher Trai­nings­the­rapie, beim Ergo­me­ter­trai­ning, der Aqua­gym­nastik, the­ra­peu­ti­schem Klet­tern, bei Nordic-Wal­king oder beim Trai­ning mit Herz­fre­quenz­steue­rung auf­ge­baut. Diplom-Sport­lehrer und The­ra­pie­leiter Stefan Selg lenkt sein beson­deres Augen­merk auch auf die Rücken­mus­ku­latur. ?Bei der schweren Gewichts­be­las­tung, der die Männer durch ihre Ausrüstung aus­ge­setzt sind, ist die Rücken­schule beson­ders wichtig.? Tipps gibt es von der Diätas­sis­tentin Meike Rein­hardt, die eine aus­ge­wo­gene, fett­arme Ernährung emp­fiehlt.

?Ich halte dieses Trai­ning für außeror­dent­lich wichtig,? sagt auch der ärzt­liche Direktor Dr. Eber­hard Schramm. Der Chef­arzt für Innere Medizin und Kar­dio­logie unter­sucht die Flo­ri­ansjünger alle drei Jahre auf Herz und Nieren. ?Ich lasse nur die zum Ein­satz mit Atem­schutz zu, bei denen zu erwarten ist, dass sie dieser Belas­tung auch gewachsen sind.?

In Baden-Württem­berg sterben ohnehin viele Men­schen an Herz-Kreis­lauf-Erkran­kungen. Nach Angaben des Sta­tis­ti­schen Lan­des­amtes sind bei etwa 44 Pro­zent der Sterbefälle Herz-Kreis­lauf-Leiden die häufigste Todes­ur­sache - 42 000 Todesfälle im Jahr. Feu­er­wehr­leute sind unter Extrem­be­din­gungen folg­lich noch mehr gefährdet.

Damit sie ?Fit für die Brandbekämpfung? ist, sitzt die Mann­schaft nun im Kraft­raum. Mit dabei sind die Ehe­frauen, die mit­ma­chen und ihre Männer moti­vieren sollen. Während draußen sachte Flo­cken fallen, stemmen die Flo­ri­ansjünger Gewichte, steppen auf dem Cross­trainer oder radeln in Berg- und Tal­fahrt in der Spin­ning­stunde.