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Plötzlich stand das Wohnzimmer in Flammen

Lauffen a.N.von Stefanie Pfäffle, HSt

Ver­kohlte Fens­terläden. Noch am Tag nach dem Feuer liegt beißender Brand­ge­ruch in der Luft. In der Lauf­fener Schil­ler­straße ist am Diens­tag­abend ein altes Bau­ern­haus völlig aus­ge­brannt. Der Sach­schaden wird auf 80 000 Euro geschätzt.

Seit seiner Kind­heit haben Adolf Link und seine Schwester Maria das Haus bewohnt. Die Diens­tag­nacht ist ihm ins Gesicht geschrieben. Diese furcht­bare Nacht, in der ein großer Teil des Hab und Guts in Flammen auf­ge­gangen ist. „Wir haben nichts mehr, selbst die Kleider, die ich jetzt trage, hat mir jemand geschenkt“, erzählt der 72-Jährige. Und schon wieder steigen ihm die Tränen in die Augen.

Es war kühl gewesen am Diens­tag­abend. Seine Schwester Maria (76) wollte Feuer machen im alten Ofen des Bau­ern­hauses. „Da war so viel Papier drin, dass das Türle nicht mehr richtig zuging“, erzählt ihr Bruder. Die Funken sprangen in die Stube über. Maria ver­suchte noch, mit Wasser aus einem Gefäß zu löschen, doch der Inhalt beschleu­nigte den Brand nur noch. „Da muss noch Fett von den Kote­letts drin gewesen sein“, ver­mutet ihr Bruder. Adolf rannte in den Keller, um den Was­ser­schlauch zu holen. Es war zu spät: Das gesamte Wohn­zimmer stand bereits in Flammen. Eine Feu­er­wand schlug dem alten Mann ent­gegen. „Das hat so gedrückt, mir hat es fast die Haare ver­brannt.“

Nach­barn eilten zu Hilfe. „Wir haben direkt aus unserer Stube heraus den Rauch aus den Fens­tern steigen sehen“, erzählt eine Frau. Bis die Feu­er­wehr da war, mussten sie und ihr Mann das Geschwis­ter­paar mehr­mals wieder aus dem bren­nenden Haus heraus holen. Denn die Bewohner wollten retten, was zu retten war. Auch um das Haus herum waren im Lauf der Jahre zahl­reiche Gegenstände gela­gert worden.

Um kurz nach halb sieben traf die von Nach­barn alar­mierte frei­wil­lige Feu­er­wehr Lauffen in Erwar­tung eines Zim­mer­brandes ein. „Da stand das Erd­ge­schoss aber bereits im Voll­brand und das Feuer hatte sich ins Ober­ge­schoss und Rich­tung Dach­stuhl aus­ge­breitet“, erklärt Pres­se­wart Michael Kenn­gott. Die Feu­er­wehr­leute gingen mit der Dreh­leiter übers Dach an die Brandbekämpfung. Um 19.20 Uhr war das Feuer gelöscht. Der Ein­satz endete mit den Nachlöschar­beiten im Inneren des Hauses.

Dabei half die Wärme­bild­ka­mera der frei­wil­ligen Feu­er­wehr Abstatt, die eben­falls vor Ort war. „Es gab sehr viele even­tu­elle Glutherde, da das gesamte Haus mit allem Mögli­chen voll­ge­stellt war“, erzählt Kenn­gott. Ins­ge­samt waren rund 50 Feu­er­wehr­leute aus Lauffen, Abstatt und Heil­bronn im Ein­satz.

Die kurze Nacht ver­brachten die Links in ihrem zweiten Haus in der Olgastraße. Das Haus in der Schil­ler­straße hatte ihr Vater 1935 erbaut. Seitdem lebten die Geschwister hier. Wen­gerter Adolf Link ist erst vor kurzem in Rente gegangen. „Ich habe mich mein ganzes Leben lang abge­ra­ckert, und jetzt ist alles kaputt.“ Wieder werden die Augen ganz feucht. Bloß den fünf Hühnern in der angren­zenden Scheune ist nichts pas­siert. Die Feu­er­wehr konnte das mit Heu gefüllte Gebäude schützen - sonst wäre es wohl auch für die Nach­barn noch wesent­lich schlimmer aus­ge­gangen.

Foto 1: Dichter Rauch stieg aus den Fens­tern, der größte Teil der Hab­se­lig­keiten eines Lauf­fener Geschwis­ter­paars ging am Dienstag in Flammen auf. (Foto 1: Dirks HSt)

Foto 2-4: FF Laufen