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Nur noch 114 Feuerwehrleute 2010

Obersulmvon Gustav Döttling, HSt

Die frei­wil­lige Feu­er­wehr Ober­sulm rüstet sich für die Zukunft. Mit einem klaren Struk­tur­kon­zept will die Ober­sulmer Feu­er­wehr ihre Chancen auf Lan­des­zuschüsse für künftig anste­hende Beschaf­fungen wesent­lich ver­bes­sern und auf geänderte gesell­schaft­liche Rah­men­be­din­gungen reagieren.

In der jüngsten Gemein­de­rats­sit­zung berich­teten Gesamt­kom­man­dant Reiner Frisch und sein Stell­ver­treter Michael Schep­perle über den Stand der bis­he­rigen Über­le­gungen zu Per­so­nal­ent­wick­lung, Qua­li­fi­zie­rung des Per­so­nals, Anpas­sung der Alar­mie­rungspläne und über die künftige Ent­wick­lung der ein­zelnen Abtei­lungen.

Wir haben unbe­stritten eine gute Feu­er­wehr. Mit dem bis­he­rigen Kon­zept, das aus der Mitte der Feu­er­wehr kam, haben wir viel erreicht, hob Bürger­meister Harry Murso ein­lei­tend hervor. Das alte Kon­zept sei aber bereits zehn Jahre alt, nun sei es wieder an der Zeit, sich Gedanken über die Zukunft zu machen.

Seit dem Brief des Bürger­meis­ters im Juli hat die Ober­sulmer Feu­er­wehrführung sich in drei Sit­zungen Gedanken gemacht, was wir ändern können , sagte Reiner Frisch. Unter dem Kon­zept­motto Unser Weg in die Zukunft hätten Abtei­lungs­kom­man­danten, Abtei­lungs­ver­treter und Feu­er­wehrführung zunächst eine Ist-Ana­lyse erstellt. Wir würden eine Sollstärke von 180 Mann benötigen, haben aber der­zeit nur ein Ist von 154 Kame­raden , stellte Michael Schep­perle in seinem Vor­trag fest. Davon seien in Ober­sulm nur 108 verfügbar. Keine Pro­bleme gebe es bei der Verfügbar­keit der Atem­schutzgeräteträger.

Sorgen bereite der Struk­tur­kom­mis­sion aber die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung. Schon heute sei es schwierig, Nach­wuchs für die Jugend­feu­er­wehr zu gewinnen. Die Struk­tur­kom­mis­sion schätzt, dass bis zum Jahr 2010 die Ist-Stärke in ganz Ober­sulm auf 114 Kame­raden sinken wird. Davon werden noch 76 Kräfte ein­setzbar sein. Wir müssen künftig unsere Tech­nik­struktur dem verfügbaren Per­sonal anpassen , resümierte Schep­perle. Nicht aus­ge­schlossen sei auch die Zusam­men­le­gung von Abtei­lungen.

Im Zusam­men­hang mit der neuen Dreh­leiter ging Schep­perle auf die Alar­mie­rungspläne und die Aus­bil­dungs­si­tua­tion ein. Die Alar­mie­rungspläne bedürfen ständiger Anpas­sung. Kaum hatte Schep­perle aus­ge­spro­chen, gingen im Rats­saal die Alar­mie­rungs­piepser los, und der Kom­man­dant eilte mit drei Feu­er­wehr­leuten aus dem Zuschau­er­raum zu einem Ein­satz.

Die neue Dreh­leiter ist mit Abschluss der Aus­bil­dung der Ober­sulmer Feu­er­wehrmänner von Mitte Januar an ein­satz­be­reit. Spätes­tens dann müsse man die Alar­mie­rungspläne ändern, sagte Schep­perle. Drei Arbeits­kreise werden sich im nächsten halben Jahr mit den Themen Fahr­zeug und Technik, Alar­mie­rungspläne und Per­sonal und Gebäude beschäftigen.

Wir sind froh, dass in die Struk­tur­kom­mis­sion ein­ge­stiegen wurde , unterstützte Gemein­derat Armin Waldbüßer (B90/Grüne) das Vor­gehen von Ver­wal­tung und Feu­er­wehr. Mari­anne Gai­ling (CDU) sieht durch die große zeit­liche Inan­spruch­nahme in Fort­bil­dungen und Übungs­dienst bei Selbstständigen Schwie­rig­keiten, Feu­er­wehr und Beruf in Ein­klang zu bringen. SPD-Frak­ti­ons­chef Rein­hold Gall for­derte eine Ent­las­tung der Feu­er­wehr von frei­wil­ligen Auf­gaben sowie ein Signal zur Rücken­de­ckung aus Gemein­derat und Ver­wal­tung für die Ent­wick­lung des neuen Kon­zepts.

Bild:Der neue Stolz der Feu­er­wehr Ober­sulm ist eine neue Magirus Dreh­leiter, die im Zukunfts­kon­zept eine wich­tige Rolle spielt. (Foto: Gustav Döttling)