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Nicht einfach ein neues Spielzeug

Lauffen a.N.von Stefanie Pfäffle, HSt

Der Vorgänger, das LF 16 TS, hatte noch am Vortag seinen letzten öffent­li­chen Auf­tritt bei der Jah­res­hauptübung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Lauffen bei den Weingärtnern (wir berich­teten). Jetzt aber strahlt das Hil­fe­leis­tungslöschfahr­zeug HLF 20 beim Tag der offenen Tür am Sonntag vor den Toren des Gerätehauses in voller Pracht. Im Namen der Bürger­schaft über­gibt Bürger­meister Klaus-Peter Wal­den­berger der elfjährigen Mia, dem jüngsten Mit­glied der Jugend­feu­er­wehr, den Schlüssel. „Wir inves­tieren hier in die Zukunft“, betont er. Immerhin 32 Jahre hatte das alte Fahr­zeug gehalten.

Günstig 380 000 Euro hat das für den Brand­ein­satz und für tech­ni­sche Hil­fe­leis­tungen ausgerüstete HLF gekostet. 99 000 Euro Zuschuss gab es dafür von Kreis­brand­meister Uwe Vogel. „Der Preis ist absolut günstig und zeigt, dass die Kame­raden nicht alle Wünsche, son­dern das Erfor­der­liche in den Vor­der­grund gestellt haben“, betont er. Es liegt aber auch am vor­han­denen Rüstwagen, dass die Wehr bei der Aus­stat­tung etwas zurückhal­tender agieren konnte.

Ein 2000 Liter Was­ser­tank ist in dem 290-PS-Fahr­zeug vor­handen, dazu 120 Liter Schaum­tank und auto­ma­ti­sche Schaum­zu­mi­schung. „Das hatten wir bisher nicht, ist aber heute fast Stan­dard“, erklärt Pres­se­spre­cher Michael Kenn­gott. Eben­falls neu sind die vier in der Mann­schafts­ka­bine unter­ge­brachten Press­luft­atmer, so dass sich die Spe­zia­listen bereits auf der Fahrt zum Ein­satz ausrüsten können und keine wert­volle Zeit ver­lieren.

Hin­ten­drauf sind zwei Schlauch­has­peln, die jeweils ein ein­zelner abrollen kann. Bisher wurden drei Per­sonen benötigt. „Der pneu­ma­ti­sche Licht­mast oben­drauf ist außerdem sofort ein­setzbar, wird über die Bord­elek­trik gespeist“, erläutert Kom­man­dant Heiner Schiefer.

Es sei kein neues Spiel­zeug, wie es oft im Volks­mund heiße. Viel­mehr sehe er es als Pflicht und Auf­gabe an, die neue Technik zu beherr­schen, um im Not­fall Mensch und Sachen retten zu können. „Dafür üben wir.“

Gebraucht Zusätzlich hat sich die Wehr auch ein gebrauchtes Not­strom­ag­gregat gekauft, da es inzwi­schen Vor­schrift ist, dass Maga­zine autark mit Strom ver­sorgt werden können. Weil es dafür keinen Zuschuss hab, schaffte man den Anhänger gebraucht an. Der kann nun auch bei Notfällen vor Ort ver­wendet werden, ist zusätzlich mit einem 9,80 Meter hohen Licht­mast ausgerüstet. „Der strahlt von hier aus die Wein­berge an“, erklärt Kenn­gott.

In drei Jahren steht, wenn möglich, die nächste Wie­der­be­schaf­fung an. „Den Rhythmus wollen wir wenn möglich halten, dann sind in 30 Jahren alle zehn Boxen im Magazin einmal erneuert“, stellt Bürger­meister Wal­den­berger fest.

Bild: Kreis­brand­meister Uwe Vogel (v. li.), Bürger­meister Klaus-Peter Wal­den­berger, Mia (11), Kom­man­dant Heiner Schiefer und Uwe Thoma, stell­ver­tre­tender Kreis­brand­meister strahlen mit dem neuen HLF20 um die Wette. (Foto: Ste­fanie Pfäffle)