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Neuer Polizeichef in Neckarsulm

von Barbara Barth HSt

Acht Monate war das größte Poli­zei­re­vier im Land­kreis Heil­bronn führerlos, jetzt hat Neckar­sulm wieder einen Leiter. Poli­zei­oberrat Thomas Nürnberger trat die Nach­folge von Dietmar Fuchs an, der im April letzten Jahres in den Ruhe­stand ver­ab­schiedet wurde.

Poli­zeipräsident Konrad Jehlen erin­nerte sich im Schu­lungs­raum der Neckar­sulmer Feu­er­wehr gut: Beim Fuchs-Abschied hatte er eine Ent­schei­dung über den Nach­folger bis zu den Som­mer­fe­rien ver­spro­chen. Doch Erwin Teu­fels Ver­wal­tungs­re­form machte dem Vor­haben einen Strich durch die Rech­nung. „Jetzt aber haben wir die Hin­der­nisse mühsam abge­ar­beitet.“ Es war an der Zeit „das wun­der­bare Amt eines Revier­lei­ters“, wie Jehlen findet, neu zu besetzen. Acht Monate hatte der Fuchs-Stell­ver­treter, Poli­zei­haupt­kom­missar Wolf­gang Greiß, die Geschäfte geführt. Obwohl er Geschmack an der Arbeit bekommen hat, blieb der Chef­sessel für ihn uner­reichbar. Ihm fehlt ein ent­schei­dender Lehr­gang. Aber er durfte seinem neuen Chef immerhin den Marsch blasen. Im Bläser-Quin­tett der Polizei, das die Einführung musi­ka­lisch umrahmte, saß Greiß an der Posaune.

Auch Neckar­sulms Oberbürger­meister Volker Blust fand es höchste Zeit, die Vakanz zu beenden: „Sie durfte nicht länger dauern, sonst hätte das Land die Stelle womöglich noch für ent­behr­lich gehalten.“ Nürnberger, vor 42 Jahren in Mos­bach geboren, habe „von der Pieke auf gelernt“ und eine Bil­der­buch-Kar­riere in Stutt­gart gemacht, die vor 25 Jahren als Wacht­meister begann. Ihren pri­vaten Lebens­mit­tel­punkt haben Thomas und Monika Nürnberger seit jeher im Unter­land, früher in Weins­berg, jetzt in Erlen­bach.

Der gute Ruf des Neckar­sulmer Reviers, das 16 Gemeinden mit knapp 120 000 Ein­woh­nern betreut, sei bei Nürnberger in guten Händen, meinte Präsident Jehlen. Als Chef des Stutt­garter Innen­stadt­re­viers habe er mit Drogen, Obdach­lo­sig­keit, Poli­tiker-Besu­chen, mit großen Men­schen­an­samm­lungen bei Fußball­spielen, bei der Chris­to­pher-Street-Parade oder beim Faschings­umzug Erfah­rungen gesam­melt. „Er ist auch ein Experte in Video-Über­wa­chung“, lobte Jehlen.

Poli­zei­oberrat Rolf Lutz, Leiter des Ein­satz- und Führungs­stabs, Lei­tender Ober­staats­an­walt Volker Link, Poli­zei­haupt­kom­missar Erich Weiß als Ver­treter des örtli­chen Per­so­nal­rats und die Bürger­meister der Revier­kom­munen sagten dem neuen Mann an der Spitze des Neckar­sulmer Poli­zei­re­viers mit seinen über 100 Mit­ar­bei­tern Zusam­men­ar­beit und Unterstützung zu. Dieser bezeich­nete die Polizei „nicht als Selbst­zweck“. Bürgernähe läge ihm am Herzen. „Wir sind nur gut, wenn wir gemeinsam nach Lösungen für Pro­bleme suchen.“

Foto: Amts­einführung in Neckar­sulm: Poli­zei­oberrat Thomas Nürnberger (rechts) und Poli­zeipräsident Konrad Jehlen. (Foto: Ulrike Kugler)