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Neue Anlage hat Bewährungstest bestanden

Beilsteinvon Wolfgang Seybold, HSt

Aus dem Weg! Am späten Diens­tag­abend eilt die Feu­er­wehr mit Mar­tins­horn und Blau­licht zum Beil­steiner Herzog-Chris­toph-Gym­na­sium (HCG). Die Brand­mel­de­an­lage des HCG hat einen Alarm ausgelöst. Rotes Blink­licht und ein durch­drin­gender Heulton machen darauf auf­merksam, dass Gefahr im Verzug ist. Die Feu­er­wehr­leute werden über digi­tale Mel­de­empfänger und durch die Sirene auf dem Rat­haus zum Ein­satz gerufen. „Es ist eine Alarmübung, die vor allem die neu instal­lierte Brand­mel­de­an­lage testen soll“, sagt Kom­man­dant Bernd Kir­cher. Auf­merksam ver­folgt er den Ablauf der Übung.

Sze­nario Wenige Minuten nach der Alar­mie­rung sind die Löschfahr­zeuge TLF 16/25 und LF 8/6 sowie das Ein­satz­auto an der Schule ange­kommen. Während die Feu­er­wehr­leute Licht und Was­ser­ver­sor­gung instal­lieren, infor­miert sich Ein­satz­leiter Rainer Hei­dinger über die Lage. An der Brand­mel­de­zen­trale wird ange­zeigt, dass der Melder 1 der Linie 11 den Alarm ausgelöst hat. Das würde bedeuten, dass es in dem im Unter­ge­schoss ein­ge­bauten Block­heiz­kraft­werk (BHKW) brennt. Kom­man­dant Kir­cher erläutert das wei­tere Unfall­sze­nario. Es wird ange­nommen, dass ein Mon­teur einen Ölwechsel am BHKW vor­nimmt. Das Öl hat sich dabei an heißen Motor­teilen entzündet. Es kommt zu einer starken Rauch­ent­wick­lung. Das bedeutet, dass Feu­er­wehr­leute zuerst Men­schen retten müssen.

Gleich­zeitig wird die Beil­steiner Orts­gruppe des Deut­schen Roten Kreuzes (DRK) alar­miert. Meh­rere Kom­mandos sind in der Nacht zu hören. Schlauch­lei­tungen werden an Hydranten ange­schlossen. Zwei Atem­schutz­trupps rücken mit Schlauch und Lampe ausgerüstet zum Brand­herd vor.

„Person gefunden!“ gibt ein Atem­schutzträger über Funk nach draußen. Es ist dann der vierköpfige Ein­satz­trupp des DRK gefor­dert, um den Ver­letzten, inzwi­schen mit einer Trage in Sicher­heit gebracht, medi­zi­nisch zu ver­sorgen. „Wir machen die Erst­ver­sor­gung, und im Ernst­fall würde der Not­arzt das Wei­tere ver­an­lassen“, erklärt David Zmy­slowski vom Beil­steiner DRK.

Von Haus­meister Markus Auer erfahren die Ein­satzkräfte, dass sich noch wei­tere Men­schen im Schulgebäude auf­halten könnten. Kurs­teil­nehmer der Volks­hoch­schule und eine Putz­ko­lonne könnten noch drin sein. Ein­satz­leiter Hei­dinger ordnet des­halb vier Trupps ab, die die betrof­fenen Gebäude­teile sys­te­ma­tisch durchkämmen sollen. Nach einiger Zeit wird gemeldet, dass sich nie­mand mehr im Haus befindet. Die Alarmübung der Feu­er­wehr ist nach einer Stunde beendet.

Ver­engt Kom­man­dant Bernd Kir­cher zieht noch am Ein­satzort ein kurzes Resümee. Mit 30 Wehr­leuten sei die Präsenz gut gewesen. Auch die Zeit von der Alar­mie­rung bis zum Ein­treffen der Löschfahr­zeuge sei in Ord­nung. „Die Zufahrt zum HCG ist aber etwas pro­ble­ma­tisch anzu­sehen“, meint Kir­cher kri­tisch. Par­kende Fahr­zeuge ent­lang der Ein­fahrt von der Einst­ein­straße her hätten den Weg ver­engt. Der Kom­man­dant ist aber sehr erleich­tert, dass die neue Brand­mel­de­an­lage zuverlässig funk­tio­niert hat.

Bild: Bei der Alarmübung sind neben den Feu­er­wehr­leuten auch Mit­glieder der Beil­steiner DRK-Orts­gruppe im Ein­satz. (Foto: Werner Kuhnle)