QR-Code zur Seite

Mehr Einsätze wegen Vogelgrippe

von Thomas Dorn, HSt

Dass Feu­er­wehr­leute zu jeder Zeit ein­satz­be­reit sein müssen, zeigte sich einmal mehr am Sams­tag­vor­mittag: Mitten in die Dienst­ver­samm­lung der Feu­er­wehren des Land­kreises Heil­bronn platzte der Alarm, der die Angehörigen der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Oed­heim sofort losstürmen ließ. Der Anlass war letzt­lich eher harmlos. In Degmarn befand sich ein Mensch in einer „persönli­chen Not­lage“ - er hatte sich aus seiner Woh­nung aus­ge­schlossen.

Die Ver­samm­lung selbst ver­lief unspek­takulär. „Wir sind tech­nisch und per­so­nell gut auf­ge­stellt“, fasste Kreis­brand­meister Uwe Vogel die Situa­tion im Land­kreis Heil­bronn zusammen. Als „posi­tives Signal“ wer­tete er die Tat­sache, dass es gelungen ist, den Per­so­nal­stand zu halten, ja sogar leicht zu stei­gern. 3992 aktive Mit­glieder machen der­zeit in den Wehren Dienst, dar­unter 129 Frauen. „Fast 4000 Leute sind eine stolze Zahl“, befand Vogel und zog den Ver­gleich mit dem Nach­bar­land­kreis Lud­wigs­burg. Der zählt fast 200 000 Ein­wohner mehr, bringt es aber nur auf 3200 Aktive. 44 der 46 Heil­bronner Land­kreis­ge­meinden haben außerdem Jugend­feu­er­wehren - auch das lässt den Kreis­brand­meister zuver­sicht­lich in die Zukunft bli­cken. Nur Clee­bronn und Eber­stadt sind noch weiße Fle­cken auf der Land­karte.

Dass die Gesamt­zahl der Einsätze im Vor­jahr auf 2264 kräftig nach oben geschnellt ist, hat eigent­lich nur mit einem Umstand zu tun: der Vogel­grippe. Stolze 480 Einsätze listet die Rubrik „Tiere/Sons­tiges“ für 2006 auf, im Jahr davor waren es nur 172. Bei den Bränden gab es einen Rückgang von 453 auf 388, bei der Tech­ni­schen Hilfe einen Anstieg von 951 auf 1076. Ein Ärgernis sind die 320 blinden oder böswil­ligen Alarme. Der größte Teil, 232, wurde durch Fehler in auto­ma­ti­schen Brand­mel­de­an­lagen, die es mitt­ler­weile zum Bei­spiel in allen Alten­pfle­ge­heimen gibt, ausgelöst.

Zuneh­mend Sorgen bereiten Vogel die Verhältnisse auf der Auto­bahn. „Die A 6 wird zu einem Dau­er­thema für unsere Feu­er­wehren“, stellte er fest. Immer öfter müssten die Wehr­leute dort auch Ver­kehrs­tote bergen.

Ein Lob gab es für die Zunahme der Lehrgänge auf Kreis­ebene. Und bei den Leis­tungsprüfungen konnte immerhin der Abwärts­trend gestoppt werden. Nach zuletzt 28 nahmen 2006 wieder 31 Gruppen an den zeit­aufwändigen Prüfungen teil, die Vogel als „unver­zicht­baren Bestand­teil der Aus­bil­dung“ sieht.

Schwierig bleibt die Frage der Alarm­si­cher­heit während des Tages. Die Vor­gabe, wonach die erste Gruppe nach zehn Minuten am Ein­satzort sein muss, sei man­cher­orts schwer ein­zu­halten, so Vogel. „Ran“ will er an die Überar­bei­tung der Alarm- und Ausrückord­nung. Auf der Haben­seite bucht er den Son­der­ein­satz­plan für den Auto­bahn­tunnel Hölzern.

Für die weiter ange­strebte Ver­bes­se­rung des Sicher­heits­stan­dards sind laut Vogel auch die Dreh­lei­tern wichtig. Weins­berg und Bra­cken­heim bekommen neue. Landrat Detlef Pie­pen­burg hob hervor, dass der Land­kreis dafür je 160 000 Euro Zuschuss als Frei­wil­lig­keits­leis­tung gibt.

Bild: Die Dreh­lei­tern der Feu­er­wehren - hier bei einer Übung in der Klinik Löwen­stein - spielen eine wich­tige Rolle, wenn es um die Ver­bes­se­rung des Sicher­heits­stan­dards geht. (Foto: Ulrike Kugler)