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Mehr als löschen und retten

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Eine beein­dru­ckende Zahl: 8760 Stunden im Jahr sind die Aktiven der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau in Bereit­schaft, um zu schützen, retten, bergen und löschen. Die Her­aus­for­de­rungen sind vielfältig, kein Ein­satz gleicht dem anderen. „Die Detail­tiefe der Auf­gaben erhöht die Diversität der Auf­gaben“, macht Felix Mann, Kom­man­dant der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau deut­lich. Doch nicht nur die Auf­gaben haben sich gewan­delt, weiß Mann, „auch die Tole­ranz der Arbeit­geber, Feu­er­wehr­leute für Einsätze frei­zu­stellen, wird stärker hin­ter­fragt. Das bedeutet für uns, wir brau­chen mehr Mit­glieder und werden uns Maßnahmen zur Mit­glie­der­wer­bung und Mit­glie­der­bin­dung über­legen.“

Alters­struktur Mehr Mit­glieder, das wünscht sich der Kom­man­dant für alle Abtei­lungen, stellt aber gleich­zeitig auch fest, „unsere beiden großen Abtei­lungen Bad Rap­penau und Süd sind von der Alters­struktur her gut auf­ge­stellt, das Gros der Aktiven ist zwi­schen 20 und 30 Jahre alt und wir sehen auch, dass weniger Mit­glieder in die Alters­mann­schaft wech­seln werden als Aktive aus der Jugend­feu­er­wehr nachrücken.“

Ein anderes Bild zeichne sich ab, so Mann, „wenn wir nach Wol­len­berg und Heins­heim schauen. Dort sieht es so aus, dass in den nächsten Jahren mehr Kame­raden in die Alters­ab­tei­lung wech­seln werden als Jugend­liche nachrücken.“

Ins­ge­samt tun in den sieben Ein­satz­ab­tei­lungen der Feu­er­wehr Bad Rap­penau 254 Aktive Dienst. Doch sie hat nicht nur ehren­amt­liche Mit­glieder, son­dern auch haupt­amt­lich Beschäftigte. „Wir haben umge­stellt. Unsere haupt­amt­li­chen Mit­ar­beiter sind jetzt feu­er­wehr­tech­ni­sche Ange­stellte“, erklärt Felix Mann. „Wir planen auch, unsere haupt­amt­li­chen Stellen auf­zu­sto­cken. Der­zeit absol­viert Fabian Michel­bach seine Aus­bil­dung, im kom­menden Jahr kommen noch­mals 1,5 haupt­amt­liche Mit­ar­beiter dazu.“ Diese Per­so­nal­auf­sto­ckung gehört zum Feu­er­wehr­be­darfs­plan, den der Gemein­derat im ver­gan­genen Jahr ein­stimmig ver­ab­schie­dete.

Zur Umstruk­tu­rie­rung in der Per­so­nal­struktur gehörte auch, dass sich Monika Mayer und Mat­thias Rödler zu Ret­tungs­sanitätern qua­li­fi­zierten. „Wir kommen schon mal an Ein­satz­stellen, an denen der Ret­tungs­dienst noch nicht da ist oder an die gar kein Ret­tungs­dienst alar­miert worden ist“, so Mann. „Die Erwar­tungs­hal­tung ist ein­fach, dass ein Feu­er­wehr­mann in Erster Hilfe geschult ist und dann ist es gut, so geschulte Kame­raden in den eigenen Reihen zu haben.“ Wie lebens­ret­tend das sein kann, weiß Mann. „Vor gar nicht langer Zeit hat ein junger Kamerad in Grom­bach erfolg­reich einen Men­schen mit einem Herz­still­stand reani­miert.“

Doch nicht nur in Einsätzen und bei der Per­so­nal­pla­nung waren die Retter im ver­gan­genen Jahr gefor­dert. „Wir haben neun Fahr­zeuge gleich­zeitig in der Beschaf­fung. Das ist in Bad Rap­penau noch nie dage­wesen und eine große Her­aus­for­de­rung für uns, denn die Fahr­zeuge müssen nicht nur beschafft werden, es müssen die Kame­raden auch auf die Fahr­zeuge geschult werden.“

Leis­tungs­ab­zei­chen Apropos Schu­lung: Der­zeit bereiten sich sieben Gruppen auf die Abnahme der Leis­tungs­ab­zei­chen vor und werden für diese Her­aus­for­de­rung sonn­tag­mor­gens geschult. Mann zählt auf: „Wir haben zwei Gruppen, die sich auf das bron­zene Leis­tungs­ab­zei­chen vor­be­reiten, drei Gruppen bereiten sich auf Silber vor und zwei Gruppen auf Gold.“ Er freut sich: „Daran sieht man, wir haben einen guten Nach­wuchs und einen guten Zulauf. Schon ver­gan­genes Jahr legten 18 Kame­raden das Leis­tungs­ab­zei­chen in Bronze ab – und das mit null Feh­lern.“ Und noch ein Thema, das weniger mit den vier eigent­li­chen Tätig­keiten der Feu­er­wehr zu tun hat, beschäftigte die Wehr im ver­gan­genen Jahr. „Die per­ma­nenten Anpas­sungen an die jeweils gültige Corona-Ver­ord­nung waren sehr for­dernd.“