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Leistungsabzeichen: Brennender Ehrgeiz und volle Konzentration

Landkreis Heilbronnvon Alexander Hettich, HSt

Loderndes Feuer, züngelnde Flammen, minu­ten­lange Lösch­an­griffe? Fehl­an­zeige. Das ist hier schließlich keine Show­ver­an­stal­tung, betont Martin Kuh­mann, Vize­kom­man­dant der Eppinger Feu­er­wehr. Bei der Abnahme der Leis­tungs­ab­zei­chen auf dem Fest­platz, an der heuer 31 Wehren aus dem gesamten Land­kreis teil­nehmen, herrscht gespannte Kon­zen­tra­tion. Keine Spur von der lockeren Atmosphäre, die Schauübungen aus­zeichnet.

Strenge Regeln Jeder Hand­griff muss sitzen, jede Mel­dung verständlich den Adres­saten errei­chen. Zim­mer­brand im ersten Ober­ge­schoss, droht aufs Dach­ge­schoss über­zu­greifen, ruft Jes­sica Fath von der Möckmühler Truppe, während ihre Kame­raden längst Gerätschaften aus dem Ein­satz­wagen holen, Schläuche aus­rollen, den Hydranten anschließen, die Leiter her­bei­schaffen, um eine bedrohte Person zu retten. Kurt Semen nickt wohl­wol­lend. Kor­rekte Lage­be­schrei­bung.

Der Schieds­richter-Obmann und seine uni­for­mierten Kol­legen haben das Treiben auf dem Test-Par­cours genau im Blick. Kein Fehler ent­geht ihnen. Wenn ein Wehr­mann die Holme der Leiter packt, statt sicher von Sprosse zu Sprosse zu klet­tern: Punkt­abzug. Wenn die far­bigen Plas­tik­scheiben, die das Feuer simu­lieren, nicht vor­schriftsgemäß im Was­ser­strahl umfallen, gibt auch das einen Ver­merk auf dem Minus­konto. Bis zum Ende des Prüfungs­wo­chen­endes werden fünf Gruppen durch­ge­fallen sein. Wir können hier nichts ver­schenken, hält sich Semen streng an die Leis­tungs­vor­gaben, das würden die im Publikum auch sofort merken. Die vielen Zaungäste auf dem Fest­platz sind meist selbst Feu­er­wehr­leute. Richard Völker aus Bra­cken­heim nimmt die örtli­chen Gege­ben­heiten unter die Lupe. Er und seine Kame­raden sind erst morgen dran und greifen nach dem sil­bernen Abzei­chen. Das klappt schon, ist er zuver­sicht­lich, obwohl: 260 Sekunden, das ist schon knapp. So lange haben die Neun-Mann-Teams Zeit vom Ein­satz­be­fehl bis zum Umpusten der ersten Ziel­tafel per Was­ser­kas­kade.

Lange Vor­be­rei­tung Im Minu­ten­takt spielen die Teams das immer­gleiche Sze­nario durch. Wer das Abzei­chen in Gold oder Silber anstrebt, muss den Ein­satz mit Atem­schutz­masken absol­vieren, zusätzlich eine tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung nach einem fik­tiven Auto­un­fall meis­tern oder einen theo­re­ti­schen Test ablegen. Die Prüfung, freut sich der Eppinger Martin Kuh­mann, ist noch zehnmal besser geworden, seit sich die Leis­tungs­be­schrei­bungen geändert haben. Das ist jetzt alles rea­lis­ti­scher, ein­satz­be­zo­gener.

Und es ist alles andere als leicht. Etwa vier Monate lang trai­nieren die Gruppen mehr­mals die Woche. Die Vor­be­rei­tung, weiß Uwe Vogel, ist sehr zeit­in­tensiv. Umso mehr freut sich der Kreis­brand­meister, dass die Zahl der Gruppen bei den Prüfungen kon­stant hoch bleibt. Ideal wäre natürlich, wenn jeder Feu­er­wehr­mann ein Leis­tungs­ab­zei­chen hätte, aber man kann nie­manden zwingen. Die Elsenzer Wehr­leute muss keiner zwingen. Die Eppinger Stadt­teil­wehr holt eines von drei Gold­ab­zei­chen. Dabei ver­traute der Elsenzer Grup­penführer Ingo Klein ganz auf die gute Vor­be­rei­tung. Wenn man das oft genug gemacht hat, hält sich die Ner­vosität in Grenzen.

Bild: Wasser marsch! Anders als bei den Schauübungen zielen die Wehr­leute bei der Leis­tungsprüfung nicht auf Flammen, son­dern auf Kunst­stoff­scheiben (Foto: Alex­ander Het­tich, HSt)