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Landkreis Heilbronn nimmt Nottankstellen in Betrieb

Landkreis Heilbronnvon Nicole Theuer, HSt

Der Land­kreis Heil­bronn rüstet sich für Notfälle: Mobile Kraft­stoff­tanks sollen die Treib­stoff­ver­sor­gung bei Kata­stro­phen garan­tieren, etwa bei Flut­ka­ta­stro­phen wie im Ahrtal. Außerdem werden Feu­er­wehr und Straßenmeis­te­reien künftig enger zusam­men­ar­beiten.

Ungewöhnliche Fahr­zeugübergabe am Mon­tag­morgen bei Agroa Raiff­eisen eG in Eppingen: Im Bei­sein zahl­rei­cher Feu­er­wehr­angehöriger und Mit­ar­beiter der vier Straßenmeis­te­reien Bon­feld, Neu­en­stadt, Abstatt und Dürren­zim­mern übergab Ste­phan Buch­holz, Vor­stands­spre­cher der Genos­sen­schaft, sechs Not­tank­stellen, einen Tele­skop­lader und einen Abrollbehälter an den Land­kreis Heil­bronn.

Die Not­tank­stellen kommen zum Ein­satz, wenn Kata­stro­phen ein­treten, in denen die Treib­stoff­ver­sor­gung nicht mehr gewährleistet ist. Vor allem an Flut­ka­ta­stro­phen denken die Ver­ant­wort­li­chen: „Das Ahrtal hat uns im ver­gan­genen Jahr gezeigt, dass Logistik und Ver­sor­gung der Ein­satzkräfte ein großes Pro­blem werden können“, beschreibt Thomas Maier, Leiter des Dezer­nats Staat­liche Ver­wal­tung II im Land­ratsamt, zuständig unter anderem für Ord­nung und Sicher­heit. Kreis­brand­meister Bernd Halter präzisierte: Die Kata­strophe an der Ahr habe die Ver­ant­wort­li­chen in ihren Über­le­gungen bestätigt. „Die Idee mit den Not­tank­stellen hatten wir aber schon davor.“

Vier Not­tank­stellen sind mit Diesel und zwei mit Benzin gefüllt. Der Tele­skop­lader kann die Kraft­stoff­tanks auf jedes geländegängige Fahr­zeug umsetzen. Die Not­tank­stellen werden den Straßenmeis­te­reien zuge­ordnet. Der Tele­skop­lader steht bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr in Neckar­sulm und wird mit Ein­satzkräften aus Neckar­sulm und Bad Fried­richs­hall besetzt. Kreis­brand­meister Bernd Halter machte deut­lich: „Das ist ein nicht alltägli­ches Pro­jekt, es hat mit klas­si­schen Feu­er­wehrtätig­keiten nichts zu tun.“ Er strich die Koope­ra­tion zwi­schen Feu­er­wehren und Straßenmeis­te­reien heraus: „So etwas kenne ich sonst aus keinem Land­kreis. Aber wir müssen vom Kirch­turm­denken weg und inter­kom­munal zusam­men­ar­beiten.“

Dezer­nats­leiter Maier freut sich über die Koope­ra­tion zwi­schen Straßenmeis­te­reien und Feu­er­wehren: „Wir konnten einen gemein­samen Nutzen kre­ieren. Es wäre Non­sens, wenn wir einen Tele­skop­lader für jede Feu­er­wehr vor­halten würden.“ Er macht auch deut­lich: „Dieses Fahr­zeug und die Not­tank­stellen gehören nicht zur Stan­dard­ausrüstung.“ Auch für Agroa war der Auf­trag, dem eine beschränkte Aus­schrei­bung vor­aus­ge­gangen ist, nicht alltäglich, galt es doch, neben land­ma­schi­nen­tech­ni­schen Vor­aus­set­zungen auch feu­er­wehr­tech­ni­sche Anfor­de­rungen zu erfüllen.

Maier ver­spricht, dass die Tank­stellen auf jeden Fall zum Ein­satz kommen werden: „Auch Diesel kann schlecht werden“, machte er deut­lich, „man kann die Tanks jetzt nicht zehn Jahre in die Ecke stellen und dann meinen, wenn man sie her­vor­holt, ist der Kraft­stoff noch ver­wendbar.„ Des­halb werden die Mit­ar­beiter der Straßenmeis­te­reien für ihre Fahr­zeuge den Kraft­stoff nutzen, die Not­tank­stellen pflegen und dafür Sorge tragen, dass die Tanks immer gefüllt sind.“

Die Kosten belaufen sich laut Land­ratsamt auf rund 160.000 Euro.