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Landeverbote für Rettungshubschrauber drohen

von Steffen Heizereder, HSt

Zahl­rei­chen Hub­schrau­ber­lan­deplätzen an Kran­kenhäusern droht das Aus. Ab Oktober greift eine EU-Ver­ord­nung, die strenge Richt­li­nien vor­schreibt. Nach Angaben des Minis­te­riums für Ver­kehr und Infra­struktur verfügen in Baden-Württem­berg 61 der 256 Lan­deplätze über eine Geneh­mi­gung.

Luft­ver­kehrs­ge­setz

Am Kli­nikum am Gesund­brunnen ist die Lage ent­spannt. Der Hub­schrau­ber­lan­de­platz erfüllt die im Luft­ver­kehrs­ge­setz gere­gelten Bedin­gungen. Auch für das Kli­nikum am Plat­ten­wald wurde im Zuge des Neu­baus die Geneh­mi­gung bereits ein­ge­holt. Nach Angaben von Rein­hold Groß, Stell­ver­tre­tender pfle­ge­ri­scher Leiter der Not­auf­nahme am Gesund­brunnen, werde das Kli­nikum zwei- bis dreimal wöchent­lich ange­flogen.

Die über­wie­gende Anzahl der Lan­deplätze an Kran­kenhäusern werden der­zeit aber ledig­lich mit Aus­nah­me­ge­neh­mi­gungen ange­flogen, sagt Jochen Beelitz, Regio­nal­leiter Flug­be­trieb des ADAC. Ihnen fehlen häufig wich­tige bau­liche Vor­aus­set­zungen, bei­spiels­weise Mar­kie­rungen und Beleuch­tungen. Eine Inves­ti­tion in den Lan­de­platz kann jedoch schnell teuer werden. Der ADAC-Flug­leiter bezif­fert die Kosten für einen Lan­de­platz auf freier Fläche mit min­des­tens 50.000 Euro, ein Dach­lan­de­platz koste dagegen schnell zwei Mil­lionen Euro. Vor allem für klei­nere Kli­niken lohne sich die Inves­ti­tion nicht. Sollten zukünftig nicht mehr alle Lan­deplätze ange­flogen werden dürfen, befürchtet die DRF Luft­ret­tung eine schlech­tere medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung gerade in ländli­chen Gebieten.

Die mit Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung ange­flo­genen Lan­deplätze können aber als soge­nannten Außenlan­de­stelle im öffent­li­chen Inter­esse, Public Inte­rest Sites (PIS), aner­kannt werden, obwohl sie bis­lang keine Geneh­mi­gung nach dem Luft­ver­kehrs­ge­setz haben. Dann gelten stren­gere Regeln. So dürfen diese Lan­deplätze maximal 50 Starts und Lan­dungen pro Jahr haben.

Spe­zi­al­klinik

Das Kli­nikum in Löwen­stein prüft seinen Lan­de­platz der­zeit, ob die PIS-Richt­li­nien erfüllt sind, sagt eine Spre­cherin. Im Durch­schnitt werde das Kran­ken­haus 39 Mal pro Jahr ange­flogen und liegt damit inner­halb der Vor­gaben. Als Spe­zi­al­klinik für Lun­gen­krank­heiten und Chir­urgie wird das Löwen­steiner Kran­ken­haus vor allem für Ver­le­gungen ange­flogen. Für die klei­neren Stand­orte der SLK-Kli­niken in Möckmühl und Bra­cken­heim muss der­zeit noch geprüft werden, ob eine ent­spre­chende Geneh­mi­gung vor­liegt, sagt Pres­se­spre­cherin Chris­tiane Karrar. Beim Dia­konie-Kli­nikum in Schwäbisch Hall zeigt man sich zuver­sicht­lich. „Bis jetzt hat das Regie­rungspräsidium alle Geneh­mi­gungen erteilt“, sagt Pres­se­spre­cherin Manuela Giesel.

Bild: Ein Hub­schrauber der DRF Luft­ret­tung: Fehlen ent­spre­chende Geneh­mi­gungen dürfen künftig nicht mehr alle Kran­kenhäuser ange­flogen werden. (Foto: DRF-Luft­ret­tung)