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Kuriose Einsätze der Feuerwehr Heilbronn im Jahr 2022

von Heilbronner Stimme

von Adrian Hoff­mann

Ein Kind steckte im Toi­let­ten­sitz fest, eine Schülerin im Trep­pengeländer − und auch sonst gab es ungewöhnliche Ereig­nisse. Die Heil­bronner Feu­er­wehr hat auch dieses Jahr wieder die kurio­sesten Bege­ben­heiten aus ihrem Ein­zugs­be­reich zusam­men­ge­stellt.

Manchmal kann man nur staunen, mit Einsätzen wel­cher Art die Feu­er­wehren in der Region zu tun haben.

Oft geht es um Bege­ben­heiten, die mitten aus dem Leben sind. Kaf­fee­ko­chen mit Folgen zum Bei­spiel. Für einen Mann in der Woll­haus­straße hatte der Ver­such, seinen Kaffee mit einem Cam­ping­ko­cher inner­halb seiner Woh­nung auf­zubrühen, teure Folgen. „Ver­mut­lich war die 190 Gramm Gas­kar­tu­sche nicht richtig ange­schlossen, so dass leicht entzündli­ches Butan aus­treten konnte“, heißt es im Ein­satz­be­richt der Feu­er­wehr. Beim Zünden des Kochers sei es zu einer Ver­puf­fung gekommen, wodurch die kom­plette Fens­ter­front aus der Wand gerissen worden sei. „Der Mann blieb wie durch ein Wunder wei­test­ge­hend unver­letzt.“

Ein Klas­siker: mit hohem Auto in die Tief­ga­rage. „Eine Dachbox auf dem Auto ist ziem­lich prak­tisch“, schreibt die Feu­er­wehr im Jah­resrückblick. „Doch wenn man mit einem sowieso schon höheren Fahr­zeug in eine Tief­ga­rage fahren möchte, kann diese schnell für Pro­bleme sorgen.“ Beschädige man auch noch die Sprink­ler­lei­tung, rücke die Feu­er­wehr an. So habe es in einem Heil­bronner Tief­ga­ragen-Fall nicht nur eine Gra­tiswäsche gegeben, son­dern auch eine Rech­nung für Schaden und Feu­er­wehr­ein­satz.

Das waren die kurio­sesten Einsätze im abge­lau­fenen Jahr:

Schülerin steckt fest

Kurz vor 15 Uhr war es, als die Feu­er­wehr zu einem eher ungewöhnli­chen Ein­satz nach Heil­bronn-Neckar­gartach ausrückte. „Eine junge Schülerin ließ wohl beim Trep­pen­laufen ihren Ellen­bogen über das Wandgeländer gleiten und ehe sie sich versah, steckte der Ellen­bogen zwi­schen Hand­lauf und Wand fest“, schil­dert die Feu­er­wehr. „Sämtliche Ver­suche selbst wieder frei­zu­kommen schei­terten, wes­halb die Feu­er­wehr gerufen wurde.“ Da es den Ein­satzkräften eben­falls nicht möglich gewesen sei, den Arm ohne Hilfs­mittel zu befreien, musste mit einem hydrau­li­schen Spreizer Platz geschaffen werden. „Das Mädchen nahm die ganze Sache gelassen hin und meinte nur, dass sie nun zuerst einmal ein Eis essen gehen möchte.“

Gold­fi­sche im Pfühlbach

Auch Gold­fi­sche sind schützens­werte Tiere. „Dies hatte ein gewis­sen­loser Mensch beim Aus­setzen seiner Gold­fi­sche ver­mut­lich verdrängt“, bemerkt die Heil­bronner Feu­er­wehr im Rückblick. Meh­rere besorgte Spa­ziergänger mel­deten sich bei der Inte­grierten Leit­stelle und berich­teten über eine Viel­zahl von toten, aber auch noch lebenden Gold­fi­schen, im Pfühlbach. Mit Keschern aus­ge­stattet machte sich eine Besat­zung auf zum Bach. Und tatsächlich schwammen in dem auf­grund der starken Strömung, zu geringer Tem­pe­ratur und nied­riger Was­ser­tiefe für Gold­fi­sche völlig unge­eig­neten Gewässer zahl­reiche Fische. Die Feu­er­wehr konnte mit Hilfe von Pas­santen 62 Tiere retten und ins Tier­heim bringen.

Roller im Bach

Nicht immer ist zu ver­stehen, was manche Men­schen dazu bewegt, Dinge in Gewässer zu werfen. Manchmal han­delt es sich um ver­meint­lich wit­zige Aktionen, aber teil­weise auch um den Ver­such, Straf­taten zu ver­tu­schen. Leider ent­stehen oft Gewässer­ver­un­rei­ni­gungen, bei denen die Feu­er­wehr schnell tätig werden muss. In diesem Jahr wurden ein Motor­roller in den Neckar und einer in den Böllinger Bach geworfen. Einen fahr­baren Abfallbehälter fischte die Feu­er­wehr im Bereich des Hagen­bu­cher Sees vor der Expe­ri­menta aus dem Neckar. Bedau­er­li­cher­weise musste auch eine der Duscher-Beton­skulp­turen an der Schleuse des ehe­ma­ligen Buga-Geländes dran glauben. Kul­tur­ba­nausen rissen sie ab und warfen sie in den Wil­helm­skanal.

Über­flu­tete Straßen

Im August ver­schaffte eine Stark­re­gen­zelle der Feu­er­wehr Heil­bronn rund 20 Einsätze. Gegen 18 Uhr schüttete es ohne Ende. Straßen wurden über­flutet und teil­weise liefen Keller voll. In den Unterführungen mussten zahl­reiche Kanal­einläufe frei gemacht werden, damit die Was­ser­massen abfließen konnten. „Erstaun­lich war, was manche Auto­fahrer ihren Fahr­zeugen zumu­teten.“ Mit vollem Karacho sei es durchs Wasser gegangen. Da die meisten Autos hierfür nicht geeignet waren, blieben einige kom­plett stehen. Die Feu­er­wehr sam­melte eine statt­liche Anzahl an Auto­teilen und abge­ris­senen Kenn­zei­chen auf den Straßen zusammen. Wer sein Kenn­zei­chen wie­der­haben wollte, konnte sich an die Polizei wenden.

Toi­let­ten­sitz auf dem Kopf

Auch bei den Feu­er­wehr­leuten sorgen umtrie­bige Kinder immer wieder für Über­ra­schungen. Im Juli mel­dete sich eine ver­zwei­felte Heil­bronner Mutter in der Leit­stelle für Feu­er­wehr und Ret­tungs­dienst. Ihr zweijähriger Junge hatte einen Kin­der­toi­let­ten­sitz um den Hals bekommen und dieser Sitz wäre ein­fach nicht mehr abzu­be­kommen. „Das war natürlich ein klarer Fall für die Feu­er­wehr“, teilten die Heil­bronner Kame­raden der Berufs­feu­er­wehr stolz mit. Und dies sei auch wieder ein Ereignis, das ihren Alltag so abwechs­lungs­reich und inter­es­sant mache. „Schnell und ohne großen Auf­wand konnte der kleine Junge mit dem ent­spre­chenden Werk­zeug befreit werden“ − in der feu­er­wehr­ei­genen Schlos­serei.

Heißer Draht

„Kon­ven­tio­nelle Tele­fon­ap­pa­rate sind auch nicht ohne“, schreibt die Heil­bronner Berufs­feu­er­wehr zu einem kuriosen Ein­satz. „Die Bewohner eines Wohn- und Geschäfts­hauses bemerkten glückli­cher­weise den Rauch­ge­ruch aus einer nicht besetzten Arzt­praxis und alar­mierten die Feu­er­wehr.“ Nachdem die Ein­satzkräfte die Ein­gangstür mit Spe­zi­al­werk­zeug geöffnet hatten, ent­deckten sie schnell die Ursache für die soge­nannte Ver­rau­chung. Ein Tele­fon­ap­parat an der Rezep­tion war ver­mut­lich durch einen tech­ni­schen Defekt in Brand geraten. Daneben lie­gendes Papier und ein kleiner Teil der Theke brannten eben­falls bereits. Die Ein­satzkräfte der Feu­er­wehr löschten die Flammen und belüfteten die Räume.