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Kerze als fiktive Brandursache

Bad Wimpfenvon Rudolf Landauer, HSt

Jedem Betei­ligten der Großübung im Wimp­fener Gesund­heits­zen­trum war klar: Hof­fent­lich kommt es nie­mals zu einem der­ar­tigen Ereignis. Und allen wurde ebenso demons­triert, wie wichtig solche rea­lis­ti­schen Übungen sind.

Zahl­reiche Zuschauer Das sahen auch die zahl­rei­chen Zuschauer so, die den Großein­satz der Frei­wil­ligen Feu­er­wehren Bad Wimpfen, Bad Rap­penau und des DRK-Orts­ver­eins Bad Wimpfen ver­folgten. Wegen der Größe der Brand­lage war auch der Ein­satz­leit­wagen des Land­kreises vor Ort. Zwar hat jeder Ein­satz seine eigene Pro­ble­matik und stellt die Helfer vor ständig wech­selnde Situa­tionen, das Hand­werks­zeug muss aller­dings erlernt sein, damit es im Ernst­fall ange­wandt werden kann. Und zwar so, dass möglichst Kata­stro­phen ver­mieden werden wie in Tübingen, wo zwei Feu­er­wehr­leute bei einem Ein­satz tra­gisch ums Leben kamen.

Um 14.30 erhielt Bad Wimpfen den Ein­satz­be­fehl, um 14.34 Uhr traf der Kom­man­do­wagen am Haupt­ein­gang der SRH-Klinik ein. Dort ist in der Rezep­tion die Brand­mel­de­an­lage instal­liert, und die muss zuerst aus­ge­lesen werden, um den genauen Brandort zu loka­li­sieren.

Erst dann werden Kom­mandos erteilt und die anrückenden Fahr­zeuge zur rich­tigen Ein­satz­stelle geleitet.

Das ist bei einem aus­ge­dehnten Kli­nik­kom­plex keine leichte Auf­gabe, sie setzt Orts­kun­dig­keit und Führungs­qualitäten voraus. Auch der DRK-Orts­verein Bad Wimpfen erhielt Alarm und rückte mit Not­arzt und vielen Hel­fern an. Eine umge­wor­fene Kerze hatte im Oster­berg-Bet­ten­hauses einen Brand ausgelöst. Der Bewohner wollte ihn auf eigene Faust löschen, zog sich aber Brand­ver­let­zungen zu. Mit einem Hand­feu­er­melder im Flur löste er Alarm aus. Eine Mit­ar­bei­terin der Klinik konnte durch ent­schlos­senes Han­deln meh­rere Zimmer im West­teil der Klinik räumen lassen. Das verfügbare Kli­nik­per­sonal war damit beschäftigt, Panik zu ver­hin­dern.

Starker Qualm Der Qualm wurde immer stärker und drang nach außen. Für die Feu­er­wehr war klar, wegen des starken Rauchs der oberen Fluren war der Ein­satz von Atem­schutzträgern erfor­der­lich. Vor den Kli­nikgebäuden wurden die Dreh­lei­tern der Feu­er­wehren Bad Wimpfen und Bad Rap­penau in Stel­lung gebracht. Es galt, vom Feuer und Qualm ein­ge­schlos­sene Per­sonen aus oberen Etagen zu retten. Erste Ver­letzte mit Brand­wunden wurden mit Rauch­ver­gif­tungen und Brand­ver­let­zungen ins Freie gebracht, wo sie unverzüglich von den DRK-Hel­fern über­nommen und ver­sorgt wurden.

Rasch waren auch Zelte auf­ge­stellt, um den in Not gera­tenen Per­sonen eine medi­zi­ni­sche Erst­ver­sor­gung zukommen zu lassen. Trotzdem waren bei der Übung neben sieben Ver­letzten Per­sonen auch zwei Tote zu beklagen. Des­wegen wurde auch der in Not­fall­seel­sorge aus­ge­bil­dete Torsten Rönisch von der Neckar­sulmer Feu­er­wehr gerufen, der in der­ar­tigen Fällen keine leichte Auf­gabe hat. Bürger­meister Claus Brechter und Chef­arzt Rolf Pau­schert zeigten sich beein­druckt von der Übung.

Bild: Feu­er­wehr und DRK arbei­teten gut zusammen bei der Übung im Bet­ten­haus der Oster­berg-Klinik in Bad Wimpfen. (Foto: Rudolf Land­auer)