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Im neuen Feuerwehrhaus ganz neu motiviert

Güglingenvon Thomas Dorn, HSt

Von kleinen Schönheits­feh­lern abge­sehen: Für die Flo­ri­ansjünger hat sich vieles ver­bes­sert

Man­fred Rapp schaut durch das große Glas­fenster im ersten Ober­ge­schoss hin­unter in die Fahr­zeug­halle. „Für mich ist das ein schöner Anblick“, sagt der Güglinger Feu­er­wehr­kom­man­dant und lächelt. Fein säuber­lich sind sie neben­ein­ander geparkt: Tanklöschfahr­zeug und Löschfahr­zeug, Mann­schafts­trans­port­wagen (MTW), Rüstwagen und Schlauch­wagen. Hier hätte noch ein Kom­man­do­wagen Platz, doch den hat der Gemein­derat nicht geneh­migt. „Eigent­lich gehört der zu einem Zug dazu“, sagt Rapp. Doch er will nicht klagen. Mit dem Umzug ins nagel­neue Feu­er­wehr­haus an der Lin­den­straße im April dieses Jahres hat sich für die Güglinger Wehr­leute vieles zum Posi­tiven verändert.

Über zwei Jahr­zehnte haben sie auf ihr neues Domizil gewartet. Längst war die Unter­brin­gung im Gerätehaus an der Maul­bronner Straße nicht mehr zeitgemäß. „Da sind wir mit fünf Fahr­zeugen durch vier Löcher raus­ge­fahren“, erin­nert sich Rapp. MTW und Schlauch­wagen mussten ständig ran­gieren. Nur ein Bei­spiel für die unbe­frie­di­gende Situa­tion.

Was jetzt besser geworden ist? „Eigent­lich alles“, sagt Rapp, „da können Sie anfangen, wo sie wollen.“ Ob das der Park­platz ist oder die Wasch­halle, ob es die Lagermöglich­keiten für die unzähligen Gerätschaften sind oder der Schu­lungs­raum. Der ist nicht nur in tech­ni­scher Hin­sicht, mit Lein­wand, Laptop und Beamer, tipp­topp aus­ge­stattet, er ist auch groß genug, um nicht nur den 46 Güglinger Aktiven, son­dern bei Bedarf den Wehr­leuten aus allen drei Abtei­lungen der Stadt Platz zu bieten.

Üben, üben, üben Ganz wichtig: die großzügigen Freiflächen. Lösch­an­griffe üben, fürs Leis­tungs­ab­zei­chen trai­nieren? Kein Pro­blem mehr. Es gibt eine Zis­terne mit Regen­wasser, auch Was­ser­anschlüsse aller Größen sind vor­handen. Die (beleuch­tete) Übungs­platte eröffnet selbst abends die Möglich­keit, mit hydrau­li­schen Ret­tungsgeräten ein Fahr­zeug zu zer­legen. Und natürlich gibt es auch einen Zug­punkt, an dem man eine Seil­winde einhängen kann. „Früher mussten wir uns einen dicken Baum im Gelände suchen“, sagt Rapp.

An diesem Abend übt die Jugend­feu­er­wehr. Auch für die 22 Nach­wuchs­leute, unter ihnen sieben Mädchen, hat sich viel getan. Eigene Spinde, ein eigener Schu­lungs­raum, eigene sanitäre Anlagen. Die Jugend­li­chen sind ohnehin mit Feu­er­eifer bei der Sache, aber auch bei seinen aktiven Kame­raden hat Man­fred Rapp einen „bes­seren Dienst­be­such“ aus­ge­macht. Für ihn ein Anzei­chen, dass die Leute wieder moti­viert sind.

Von einem „funk­tio­nellen Gebäude“ spricht sein Stell­ver­treter Bernd Neu­bauer. Nicht immer waren die Wehr­leute mit dem Archi­tekten einer Mei­nung, etwa wenn es um sinn­volle Abläufe ging. „Manchmal mussten wir ihm gewaltig auf die Sprünge helfen“, sagt Neu­bauer.

Auch jetzt gibt es noch den einen oder anderen uner­le­digten Punkt. „Die Tore funk­tio­nieren bis zum heu­tigen Tag nicht so, wie wir uns das vor­stellen“, so Man­fred Rapp. Und ein biss­chen ver­missen seine Leute einen kleinen Raum, in dem sie nach dem Dienst, auch in dre­ckigen Kla­motten, zusam­men­sitzen können. Aber wie gesagt: Ernst­lich jam­mern will keiner.

Bild 1: Ein in jeder Hin­sicht großzügiger Neubau: Nicht nur die Fahr­zeug­halle bietet den Güglinger Feu­er­wehr­leuten viel Platz.

Bild 2: Die Übungsmöglich­keiten sind jetzt viel besser - auch für die Jugend­feu­er­wehr, zu der in Güglingen einige Mädchen gehören.

Fotos: Claudia Wachter