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Gleitschirmflieger sitzt in Baumkrone fest

Bad Rappenauvon Steffen Heizereder, HSt

Kaum sind die ersten warmen Frühjahrs­tage da, geht es auch für die Gleit­schirm­flieger wieder in die Lüfte. Im Bad Rap­pen­auer Teilort Heins­heim zum Bei­spiel. Dort haben die Gleit­schirm­clubs Neckar-Oden­wald und Auf­wind Bret­t­achtal einen Start- und Lan­de­platz.

Für einen 52-Jährigen endete der erste Aus­flug des Jahres aller­dings in einer Baum­krone – in zwölf Metern Höhe.

Kein Wind

Wie die Polizei mit­teilt, ist der Mann am Diens­tag­nach­mittag kurz vor 17 Uhr von der Absprung­stelle in Heins­heim gestartet. Der Flug ver­lief zunächst ohne Pro­bleme. „Der Wind war plötzlich weg“, sagt Robert Ludman, Gründungs­mit­glied von Auf­wind Bret­t­achtal.

Der Pilot verlor an Höhe und ver­fing sich in der Baum­krone. „Er hat gedacht, er kommt wieder aus den Baum­wip­feln raus, aber es hat nicht gelangt“, sagt Ludman. Der erfah­rene Pilot, der bereits seit 20 Jahren mit dem Gleit­schirm fliegt, blieb unver­letzt. Er klam­merte sich an den dünnen Ast der Tanne, kam aber nicht alleine runter.

Die Feu­er­wehr in Bad Rap­penau rückte mit­samt ihrer Dreh­leiter an. „Wir hatten aller­dings kei­nerlei Möglich­keit mit dem Fahr­zeug her­an­zu­kommen“, sagt Feu­er­wehr­kom­man­dant Felix Mann. Die Gerätschaften zur Ret­tung mussten mühsam zu Fuß an die Unglücks­stelle geschleppt werden. Etwa 200 Meter den steilen Hang hinauf schätzt Jürgen Vogt, Pres­se­spre­cher der Heil­bronner Polizei.

Die Dun­kel­heit setzte bereits ein.

Die Feu­er­wehr Bad Rap­penau sicherte den Mann mit einer soge­nannten Band­schlinge. „Dann konnten wir den Gleit­schirm lösen“, sagte Mann. „Die erste Gefahr war somit besei­tigt.“ Zur Unterstützung rief die Feu­er­wehr Bad Rap­penau die Spe­zia­listen vom Höhen­ret­tungs­trupp in Heil­bronn.

„Baum­ret­tungen hatten wir schon oft“, sagt Vogt. Mit einer Leiter konnten die Feu­er­wehr­leute den Mann jedoch nicht retten. Sie war zu kurz. „Und wenn sie mit der Leiter ran­kommen, haben sie die Person noch lange nicht gerettet“, sagte Vogt ange­sichts des abschüssigen Geländes. Mit Hilfe einer Motor­winde gelangte ein 28-jähriger Höhen­retter zur dem ver­unglückten Gleit­schirm­flieger.

Kein Hänge­trauma

Der 52-Jährige sei ent­spannt gewesen, sagte sein Ver­eins­ka­merad Robert Ludman. „Er hat bloß geflucht, weil er in den Bäumen hing.“ Die Gefahr eines Absturzes habe nicht bestanden, bestätigte Feu­er­wehr­mann Vogt. Auch ein soge­nanntes Hänge­trauma, ein lebens­be­droh­li­cher Schock­zu­stand, der ein­tritt, wenn ein Gurt­system die unteren Haupt­schlag­adern abschnürt, war aus­zu­schließen, sagte Vogt. Gegen 19.10 Uhr gelang es einem Höhen­retter der Feu­er­wehr den 52-Jährigen abzu­seilen.

Unfälle mit Gleit­schirm­flie­gern seien selten, sagt Ludman. Meist gingen sie glimpf­lich aus und Piloten bleiben in einem Baum hängen. „Das ist mir auch schon pas­siert.“