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Ganz Billensbach hilft nach verheerendem Großbrand

Beilsteinvon Joachim Kinzinger, HSt

Brand­ge­ruch liegt über dem beschau­li­chen Bil­lens­bach, obwohl die Flammen des Großbrands erlo­schen sind. Ver­kohltes Gebälk, dunkle Stroh­reste, offener Dach­stuhl und mit­ten­drin ein Bagger, der den mitt­leren Stall ein­ge­ebnet hat. Seit 24 Stunden sind die Beil­steiner Feu­er­wehr­leute Hans und Jochen Sturm am Don­ners­tag­nach­mittag im Ein­satz. Verrußte Gesichter, müde Augen. Wie halten sie durch? Ihr Ant­wort: „Kon­di­tion und Super­ver­pfle­gung der Anwohner.“ Der Bau­ernhof muss abge­rissen werden. Total­schaden: 150 000 Euro. Auch nachts musste die Wehr löschen, weil „rich­tige Nester im Heu immer wieder Rauch ent­wi­ckelten“, so Sturm. 230 000 Liter Wasser und 200 Liter Schaum zur Stro­h­ab­de­ckung haben die Wehren ver­spritzt. Zwei Brand­sach­verständige inspi­zieren den Hof. Beson­ders Strom­kabel nehmen sie unter die Lupe.

Umzug 180 Ein­wohner zählt der Weiler. Davon waren am Mitt­woch­abend bestimmt 170 auf den Beinen. Brandlöschung und Umzug gingen Hand in Hand. „Der ganze Ort hat geholfen“, sagt Heide Kla­bunde auf dem Weg zu ihren Eltern. Kleider, Lebens­mittel, Unter­lagen, Wasch­ma­schine und Trockner holten die Leute aus den Erd­ge­schoss raus, liefen damit in die neue Unter­kunft. Für Bau­un­ter­nehmer Werner Müller ist es selbst­verständlich, dass er das Ehe­paar Geiger ins Haus seiner Eltern auf­nimmt.

Zusam­men­halt Dort haben sich Irma (68) und Rudolf Geiger (72) schon häuslich ein­ge­richtet. Sie ves­pern in der Küche. Doch die Stim­mung ist gedrückt. „Ich habe den Rauch im Bad gero­chen, aber kein Feuer gesehen“, erzählt die Land­wirtin. Ihr Mann ging ums Haus und hörte den Nach­barn rufen: „Rudolf, bei dir brennt es.“ So langsam wird ihnen klar: In das 1934 gebaute Haus werden sie wegen Ein­sturz­ge­fahr nie wieder ein­ziehen. „Wir werden wieder bauen“, blickt der Bauer und Wen­gerter in die Zukunft. Trotz des ver­hee­renden Brands sind beide davon überwältigt, wie der ganze Ort bei einem Unglück zusam­men­steht.

Tiere ver­sorgt Auch die Tiere sind unter­ge­bracht. Die Schweine stehen in Ställen in Schmid­hausen und Gagern­berg. Zwei mussten jedoch wegen Brand­wunden not­ge­schlachtet werden. Reiner Sie­gele aus Beil­stein hat über 40 Rinder und Milchkühe über­nommen. „Mein Stall steht leer“, sagt der Bauer und Feu­er­wehr­mann. „Sie sind gut ver­sorgt.“ Sie­geles Tiere (Mut­ter­kuh­hal­tung) kommen auf die Weide.

Bild 1: Nach 24 Stunden im Ein­satz. Der Beil­steiner Feu­er­wehr­mann Hans Sturm vor dem völlig zerstörten Anwesen in Bil­lens­bach

Bild 2: Ein Brand­sach­verständiger nimmt die Strom­kabel genau unter die Lupe. (Fotos: Joa­chim Kin­zinger)