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Fünf Millionen für die kommenden fünf Jahre - Feuerwehrbedarfsplan Bad Rappenau

Bad Rappenauvon Michael Endres - RNZ Sinsheim

Fünf Mil­lionen für die kom­menden fünf Jahre

Feu­er­wehr­be­darfs­plan sieht zahl­reiche Inves­ti­tionen vor – Bon­feld, Fürfeld und Tresch­klingen künftig unter einem (Feu­er­wehr-)Dach

Sicher­heit kostet Geld - ebenso die Ein­hal­tung hoher Sicher­heits­stan­dards. Und am liebsten wünscht man sich, sie nicht zu brau­chen. Doch wenn's sprichwörtlich richtig brennt, sollen die Männer und Frauen im blauen Uni­form­rock inner­halb kürzester Zeit in Mann­schaftsstärke und modernen Fuhr­park zur Stelle sein: Die Feu­er­wehr. Eine schlagkräftige Mann­schaft zur Abwehr aller Gefahren gibt es nicht zum Null­tarif. Doch der Gemein­derat hat in seiner jüngsten Sit­zung den Feu­er­wehr­be­darfs­plan für die nächsten Jahre einmütig akzep­tiert und damit auch die Wei­chen für die Zukunft der Bad Rap­pen­auer Flo­ri­ansjünger gestellt: In den kom­menden fünf Jahren werden – sofern die Finan­zie­rung gesi­chert ist – rund fünf Mil­lionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit gibt es unter anderem neue Lösch- und Ein­satz­fahr­zeuge, Funkgeräte, Ein­satz­klei­dung und Gerätehäuser. Alles kein Luxus, schließlich geht es um die Schlag­kraft und die Sicher­heit der Bürger. Denn es ist immer noch Frei­wil­li­gen­dienst, den die Feu­er­wehrmänner (und -Frauen) in der Kur­stadt ausüben – fest ange­stellte Wehrmänner wären für die Kur- und Bäder­stadt schlichtweg nicht zu finan­zieren. Von der Gefah­ren­lage – so die 68-sei­tige Ana­lyse – ist die Feu­er­wehr sehr unter­schied­lich gefor­dert. Aus­ge­spro­chen gefährliche und brand­las­tige Gewerbe und Indus­trie­un­ter­nehmen gibt es nur sehr wenige. Aller­dings gibt es mit den Kli­niken, Betreu­ungs­ein­rich­tungen und Alten­heimen in der Kern­stadt hohe Anfor­de­rungen an Men­schen­ret­tung, falls es in einer der genannten Ein­rich­tung zu einem Scha­dens­feuer kommen sollte. Für eine Stadt in der Größenord­nung und der Lage von Bad Rap­penau unüblich: Die Feu­er­wehr ist auch für das Teilstück der Auto­bahn A 6 zwi­schen der Anschluss­stelle Bad Rap­penau und Steins­furt zuständig und unterstützt bei Bedarf die Feu­er­wehr Sins­heim, die in Fahrt­rich­tung Heil­bronn bis zur Anschluss­stelle Bad Rap­penau im Ein­satz ist. Die wich­tigste Verände­rung gibt es für Abtei­lungs­wehren Bon­feld, Fürfeld und Tresch­klingen: Sie werden künftig unter einem gemein­samen Dach agieren. Not­wendig hierfür ist der Bau eines neuen Gerätehauses. Zwar nicht in der geo­gra­fi­schen Mitte, aber an ver­kehrsgünstiger Lage: Im Gewer­be­ge­biet „Buchäcker“ soll nämlich für rund 2,5 Mil­lionen Euro ein neues Gerätehaus (Feu­er­wehr­standort „Süd“) für die drei Abtei­lungen erstellt werden. Gleich­zeitig werden die eigenen Feu­er­wehr­ma­ga­zine auf­ge­geben. Das Feu­er­wehr­haus Bad Rap­penau soll so struk­tu­riert werden, dass im Bedarfs­fall wei­tere Abtei­lungen auf­ge­nommen werden können. Dieser Feu­er­wehr­standort „Mitte“ könnte dann die Stadt­teile Bad­Rap­penau, Zim­merhof und Bab­stadt bedienen. Die Feu­er­wehrhäuser Heins­heim und Wol­len­berg müssen wegen der Rand­lage der Stadt­teile als Feu­er­wehr­stand­orte „Ost“ und „Nord“ erhalten bleiben. Bei Umset­zung dieser Optionen wären lang­fristig sechs Feu­er­wehr­stand­orte statt bisher neun aus­rei­chend.

Ersatz für betagten Fahr­zeug­park der Feu­er­wehr

Löschfahr­zeuge sind bis zu 30 Jahre alt – Ein­satz­be­reit­schaft muss gewährleistet sein – Pro Jahr 240 000 Euro für Moder­ni­sie­rung

Eine Feu­er­wehr ist nur so gut wie ihre Ein­satz­mittel. Und dazu zählen beson­ders die Lösch- und Ein­satz­fahr­zeuge. Die haben aber bei den Flo­ri­ansjüngern schon einige Jahre „auf dem Buckel“ und müssten in den kom­menden Jahren drin­gend ersetzt werden. Zu diesem Schluss kommt der Feu­er­wehr­be­darfs­plan, der von der Feu­er­wehr zusammen mit externen Fach­leuten, der Stadt­ver­wal­tung und Mit­glie­dern des Gemein­de­rats für die nächsten fünf Jahre erstellt wurde. Die Feu­er­wehr Bad Rap­penau besitzt 19 Ein­satz­fahr­zeuge. Das als Erst­ein­satz­fahr­zeug ein­ge­setzte Löschfahr­zeug sollte auf dem tech­ni­schen Stand der Zeit und nicht älter als 25 Jahre sein. In Stand­orten, die zwei Löschfahr­zeuge besitzen, sollte das Alter des zweiten Löschfahr­zeugs 30 Jahre nicht über­steigen. In den nächsten zehn Jahren sollen zur Erneue­rung des Feu­er­wehr­fuhr­parks der Gesamt­wehr jährlich 240 000 Euro im städti­schen Haus­halt ein­ge­plant werden. Aktuell wird ein Ein­satz­leit­wagen ELW 1 neu beschafft. Für die Stützpunkt­wehr wird aktuell auch der 33 Jahre alte Gerätewagen zur Ver­kehrs­si­che­rung ersetzt. Danach sollten als erstes bei der Ein­satz­ab­tei­lung Bad Rap­penau das 28 Jahre alte Tanklöschfahr­zeug und das 25 Jahre alte Löschgrup­pen­fahr­zeug LF 16 durch ein Tanklöschfahr­zeug TLF 4000 und ein Lösch- und Hil­fe­leis­tungs­fahr­zeug HLF 20 ersetzt werden. 2015 wird das 31 Jahre alte Löschfahr­zeug LF 8 von Wol­len­berg ersetzt. 2018 und 2019 errei­chen dann die Löschfahr­zeuge LF 8/6 der Ein­satz­ab­tei­lungen Ober­gim­pern und Fürfeld das Ersatz­be­schaf­fungs­alter von 25 Jahren. Sie sollen durch Löschgrup­pen­fahr­zeuge LF 10 ersetzt werden. Für den Bereich Bon­feld/Fürfeld/Tresch­klingen soll ein Mann­schafts­trans­port­fahr­zeug beschafft werden, wenn die Stell­platz­frage durch Errich­tung eines neuen Feu­er­wehr­hauses geklärt ist. 2023 wird dann das zweite Löschgrup­pen­fahr­zeug LF 8/6 der Abtei­lung Bad Rap­penau 30 Jahre alt und sollte durch ein Löschgrup­pen­fahr­zeug LF 20 ersetzt werden. Der Kom­man­do­wagen ist bereits 15 Jahre alt und sollte eben­falls zügig erneuert werden.