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Früh übt sich, was ein Feuerwehrmann sein will

Roigheimvon Walter Schmid HSt

Am Ende der Roig­heimer Aben­teu­er­woche könnte man mit Fug und Recht behaupten: 79 kleine Flo­ri­ansjünger haben die Prüfung bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Roig­heim unter Lei­tung von Kom­man­dant Nico Saur bestanden - für Nach­wuchs ist gesorgt.

Am Tag vor Beginn der Roig­heimer Kin­der­spiel­woche: Regen. Nach Been­di­gung der fünftägigen Kin­der­frei­zeit: Regen. Dazwi­schen min­des­tens regen­frei, manchmal Son­nen­schein, mal kühl, mal warm. Genau richtig, um das vor­be­rei­tete Pro­gramm durch­zu­ziehen.

„Bei der Feu­er­wehr gibt es viel zu tun“, so das diesjährige Thema. Seit 17 Jahren sind die beiden großen Kir­chen die Schirm­herren der Kin­der­spiel­woche und der evan­ge­li­sche Pfarrer ist selbst auch mit­ten­drin. Und in den letzten Jahren ist auch ein treuer Mit­ar­bei­ter­stamm von 15 bis 20 Per­sonen her­an­ge­wachsen. Diese wussten zum Thema min­des­tens so viel, dass das Feu­er­wehr­auto rot lackiert ist. Viel mehr nicht.

Das ist frei­lich zu wenig um eine Woche mit fast 80 Kin­dern zu bestreiten. Des­halb musste zwangsläufig die Zusam­men­ar­beit mit der Feu­er­wehr gesucht werden. Im Frühjahr fiel die Ent­schei­dung der echten Flo­ri­ansjünger: Wir machen mit. Kom­man­dant Nico Saur: „Wir stellen Euch drei Feu­er­wehrmänner zur Verfügung und ich nehme auch selbst eine Woche Urlaub.“

In fünf Vor­be­rei­tungs­treffen ent­wi­ckelte man kon­krete Ideen für die zwölf Hobby- und Bas­tel­gruppen für die Kinder. Feu­er­wehr­leute brau­chen Helm und Rauch­masken, Schutz und Signalanzüge und Gürtel, Werk­zeuge und Warn­schilder, Funkgeräte und Abzei­chen für ver­diente Ehren­mit­glieder.

Die großen Jungen nagelten je einen Pum­pen­wagen, Lei­ter­wagen, Schlauch­wagen, einen schwenk­baren Sprit­zen­wagen und ein kom­plettes Feu­er­wehr­auto zusammen. Drei Tage wurde gesägt und gehämmert. Neun Kilo­gramm Nägel und Schrauben wurden im Holz ver­tieft. Bohr­schrauber gaben den Geist auf. Auch drei Holzhäuser wurden gezim­mert. Dann ging’s ab in der Kara­wane vom Schützengelände auf der einen Seite des Dorfes zum Sport­platz und zur Seckach auf der anderen Seite, begleitet vom Signal­horn des rich­tigen Feu­er­wehr­autos. Ganz Roig­heim war zum Kin­der­fest ein­ge­laden.

Eine gut ausgerüstete Kin­der­feu­er­wehr konnte sich den rund 200 Besu­chern auf dem Lauf­steg präsen­tieren: Die Jugend­wehr (die ange­henden Erstklässler), die Aktiven (Grundschüler) und die Alters­wehr (Kinder, die bereits wei­terführende Schulen besu­chen). Dann wurden die drei Häuser nach­ein­ander angezündet - und auch gelöscht. Das erste mit einer Eimer­kette, die 79 Kinder stellte. Das zweite mit der Kübel­pumpe aus dem 19. Jahr­hun­dert, das dritte mit der Motor­spritze. Die Kinder durften ver­ant­wor­tungs­be­wusst dosiert die Abschran­kung ver­lassen und mit­helfen bei den Löschak­tionen. Zu Gucken gab’s viel, zu essen und zu trinken genug, auch etwas zu lernen - und nicht nur für die Kinder.

Tags drauf wurde mit den Kin­dern abge­baut, geputzt, ent­sorgt und die Aben­teu­er­woche mit Lie­dern zur Gitarre beendet. Die Mit­ar­beiter behaupten, sie wüssten schon das Thema fürs kom­mende Jahr. Es wird aber erst nach Ostern 2007 ver­raten. Der achtjährige David Fritsch fragte auf dem Heimweg den Pfarrer: „Kannst du mir viel­leicht sagen, wie man der rich­tigen Jugend­feu­er­wehr bei­treten kann?“

Foto: Die Roig­heimer Kinder konnten in einer Aben­teu­er­woche lernen, was ein guter Feu­er­wehr­mann alles können muss. (Foto: Walter Schmid)