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Fortbildungsseminar der Kommandanten in Bad Rappenau

Am ver­gan­genen Wochen­ende führte das Land­ratsamt Heil­bronn wieder das zweitägige Seminar für die Führungskräfte der Feu­er­wehren durch. Kreis­brand­meister Uwe Vogel hatte wieder ein inter­es­santes Pro­gramm auf der Tages­ord­nung.

Dezer­nats­leiter Adrian Mehler ging in seiner Begrüßung auf aktu­elle Themen ein. „Wir haben zwar noch nicht alle Pro­bleme gelöst, sind auf einem guten Weg“, so Mehler. So zeigen die gemachten Kor­rek­turen im Bereich der inte­grierten Lei­stelle bereits Wir­kung. Es gab Anpas­sungen bei den Auf­wands­entschädigungen für Aus­bilder und Schieds­richter. Ebenso läuft die land­kreis­weite Beschaf­fung der Uni­form­hemden und Uni­formen.

Feu­er­wehr­kom­man­dant Felix Mann über­brachte in Ver­tre­tung von Oberbürger­meister Blättgen die Grüße der Stadt Bad Rap­penau.

Inte­grierte Lei­stelle

Kreis­brand­meister Uwe Vogel berichtet über den Stand der Aus­wer­tung der Unwetter Übung. „FMS by Phone“ als Rückmel­dung über die Beset­zung der Führungshäuser wird bei­be­halten. Der Fax­ver­sand, der sich bei der Übung als Pro­blem dar­ge­stellt hatte, wurde bereits modi­fi­ziert. Statt 1 Lei­tung stehen jetzt bereits 4 gleich­zei­tige Lei­tungen für den Fax-Ver­sand zur Verfügung. Eine Erwei­te­rung auf 6 Lei­tungen soll folgen.

Unfall­kasse Baden-Württem­berg

Frank Obergöker von der Unfall­kasse Baden-Württem­berg richtet den Schwer­punkt seiner Ausführen auf das Thema „Präven­tion“. Die UVV ist nach wie vor die Grund­lage für die Sicher­heit im Feu­er­wehr­dienst, so Obergöker. Sicher­heit hat dabei immer Vor­rang vor allem anderen. Er appel­lierte an die Kom­man­danten, z.B. darauf zu achten, dass auch auf der Ein­satz­fahrt Anschnall­pflicht besteht!

Reno­vie­rung der Atem­schutzübungs­an­lage

Brand­di­rektor Eber­hard Jochim gab einen Über­blick über die neu gestal­tete Übungs­an­lage in den Räumen der Feu­er­wache Heil­bronn. Die alte, 1989 in Betrieb genom­mene Anlage bedurfte einer Erneue­rung. Dafür haben die Träger ins­ge­samt 120.000 Euro­in­ves­tiert. Die Anlage ist jetzt kon­form zu aktu­ellen FwDV7.

Neue Fahr­zeuge

Nach der Mit­tags­pause wurde die Aus­stel­lung von neu in Dienst gestellten Ein­satz­fahr­zeugen im Sali­nen­park besucht. Hier konnten ins­be­son­dere neue ELW1, GW-T, HLF 20 sowie ein GW-SAN des DRK besichtig werden.

MANV-Leit­linie der Ret­tungs- und Sanitätsdienste

Jürgen Schneider vom DRK Heil­bronn erläuterte diese Leit­leit­linie. Sie kommt zum tragen, sobald eine Scha­dens­lage über denen der „nor­malen Ret­tungs­dienst­li­chen Anfor­de­rungen“ liegt. Aus­rufen kann eine solche Lage nur der vor Ort befind­liche Lei­tenden Not­arzt (LNA)! Die dann zur Gel­tung kom­menden Abläufe und Struk­turen sind fest vor­ge­schrieben. Dabei wurden alle Vor­gaben des Landes (Innen- und Sozi­al­mi­nis­te­rium) umge­setzt. Bei einer sol­chen Situa­tion können ent­spre­chend starke Kräfte auch aus den Nach­bar­land­kreisen ange­for­dert werden. Jeder Land­kreis ist ver­pflichtet, die Hälfte seiner Kräfte einem Nach­bar­land­kreis auf Anfor­de­rung zur Verfügung zu stellen.

Führungskräfte­kon­zept

Im Frühjahr hat der AK Stabs­ar­beit seine Arbeit zur Überar­bei­tung des Führungs­kon­zeptes auf­ge­nommen. Ziel sind u.a.:

  • Umset­zung der FWDV 100
  • Ent­las­tung der Ein­satz­leiter
  • Erstel­lung durchgängiger Rege­lungen für alle Führungs­stufen

Die Führungs­stufen A – D gemäß FwDV 100 wurden genau defi­niert. Stufe A ent­spricht dabei den bis­he­rigen GAS 1 u. 2 Stufen, Stufe B ent­spricht GAS 3. Die Führungs­stufe C wurde auf­ge­teilt in C1 und C2 und ent­spricht der bis­he­rigen GAS 4. Ab C2 kommt der ELW2 und die Führungs­gruppe des Land­kreises zum Ein­satz. Neu hinzu kommt jetzt noch die Stufe D für die es bei der Alar­mie­rung künftig die Stufen GAS 5 und GAS 6 geben wird. In diesem Zusam­men­hang werden auch die GAS 4 Züge neu geordnet. Künftig fahren zunächst immer die dem Ein­satzort am nächsten gelegen Unterstützungs­wehren an. Erst bei einer Erhöhung auf Gas 5 oder GAS 6 erfolgt die Alar­mie­rung von weiter ent­fernten Kräften (bis­he­riges GAS 4 Kon­zept).

Aktu­elles

Ab 1.1.2015 müssen keine Ein­satz­be­richte mehr ans Land­ratsamt ver­schickt werden. Bei Bedarf werden diese künftig direkt aus dem Ein­satz­leit­rechner abge­rufen.

Für die Aus­bil­dung Trupp­mann Teil 2 ist künftig die Heißaus­bil­dung erfor­der­lich. Ebenso ist der Nach­weis über die Teil­nahme an allen gefor­derten wei­teren Modulen zu führen und dem Land­ratsamt zuzuführen. Erst wenn alle Aus­bil­dungs­teil vollständig nach­ge­wiesen sind, wird die erfolg­reiche Teil­nahme beschei­nigt.

Es besteht kein Anspruch auf die vor­sorg­liche Bereit­stel­lung eines RTW während eines Ein­satzes als Absi­che­rung für die ein­ge­setzten Kräfte.

Wind­ener­gie­an­lagen im Land­kreis

Uwe Vogel gab einen Über­blick über den Stand. Aktuell gibt es drei Wind­kraft­an­lagen die bereits in Betreib sind, zwei bei Löwen­stein und eine bei Wid­dern. Im Hardthäuser Wald sind der­zeit 19 wei­tere bean­trage, jedoch noch nicht alle geneh­migt.

Die neu­esten, sowie die geplanten Anlagen sind alle vom glei­chen Typ und haben eine Nabenhöhe von 149m. Bei einem Rotor­durch­messer von 101m ergibt sich somit eine Gesamthöhe von fast 200m. Die Zufahrts­wege zu allen Anlagen sind so aus­ge­legt, dass sie von Fahr­zeugen bis 16t befahren werden können.

Die Möglich­keiten der Feu­er­wehr bei einem Brand sind sehr begrenzt, ins­be­son­dere im Bereich der Kanzel. Hier wird man sich auf ein „kon­trol­liertes abbrennen lassen“ beschränken müssen und einen aus­rei­chen großen Sicher­heits­be­reich ein­richten (Radius min­des­tens 500m).

Bei einem Brand im Turmfuß oder am Turm kann gelöscht werden. Die übli­chen Vor­sichtsmaßnahmen und Sicher­heitsabstände beim Löschen von elek­tri­schen Anlagen im Hoch­span­nungs­be­reich sind jedoch ein­zu­halten.

Für die Bewälti­gung von Per­so­nenunfällen gibt es ent­spre­chende Vor­gaben im Brand­schutz­kon­zept. Im Ein­satz­fall kommt hier die Höhen­ret­tungs­gruppe der Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn zum Ein­satz.

Not­fall­ma­nage­ment der Deut­schen Bahn

Herr Wasenko, für den Stadt- und Land­kreis zuständiger Not­fall­ma­nager gab Hin­weise für das Ver­halten im Bereich der Gleis­an­lagen der DB. Grundsätzlich kommt bei jedem Feu­er­wehr­ein­satz im Bereich dieser Gleis­an­lagen eine Not­fall­ma­nager der Bahn hinzu und fun­giert dann als Fach­be­rater für den Ein­satz­leiter. Die Anfor­de­rung erfolgt auto­ma­tisch durch die ILS über die Not­fall­leit­stelle der DB in Karls­ruhe. Herr Wasenko machte deut­lich, dass der Bahnkörper erst betreten werden darf, wenn das Sperrfax der Not­fall­leit­stelle in der ILS vor­liegt. Erst dann ist sicher gestellt, dass z.B. auf den par­allel liegen Gleisen kein Zug­ver­kehr mehr statt­findet. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Ober­lei­tungen dann noch nicht ange­schaltet und geerdet sind.

Nicht zuständig sind die Not­fall­ma­nager der DB für die Stadt­bahn­strecke zwi­schen Heil­bronn und Eppingen. Hier ist die AVG in Karls­ruhe ver­ant­wort­lich.

Kreis­feu­er­wehr­ver­band

Der Vor­sit­zende Rein­hold Gall gab einen Über­blick über aktu­elle Themen. Ein Schwer­punkt wird wie­derum die Jugend­ar­beit sein. Die Sat­zung bedarf Ände­rungen die vom Finanzamt aus steu­er­recht­li­chen Gründen gefor­dert wurden.

Pres­se­spre­cher Volker Lang stellte die anste­henden Ände­rungen bei der Jah­res­zei­tung des Ver­bandes vor. Das Kon­zept wird modi­fi­ziert und in diesem Zusam­men­hang auch des Layout auf­ge­frischt.

André Göbel vom Arbeits­kreis Zukunfts­si­che­rung stellte dieses Kon­zept vor. Der Arbeits­kreis hat die Auf­gabe, ein Kon­zept für die Gewin­nung von Kräften für die Ein­satz­ab­tei­lungen zu erar­beiten. Im kom­menden Jahr ist dazu eine land­kreis­weiter Akti­onstag am Sonntag, 13. Sep­tember geplant. Die Feu­er­wehren erhalten recht­zeitig Unterstützungs­ma­te­rial.

Martin Kuh­mann berichtet abschließend über das Feu­er­wehr­hotel St. Flo­rian in Titisee und appel­lierte an die Wehren, ins­be­son­dere von dem Angebot der Freiplätze gebraucht zu machen und diese nicht ver­fallen zu lassen.

Bild 1: ELW1 Eppingen

Bild 2: ELW2 Bad Rap­penau

Bild 3: GW-T Bad Rap­penau

Bild 4: GW-SAN DRK