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Fluten halten die Feuerwehren auf Trab

von Steffan Maurhoff, HSt

Von seiner lau­ni­schen Seite zeigte sich ges­tern der Sommer im Kraichgau. Das Baro­meter schlug Pur­zelbäume, und bei dem hef­tigen Gewitter liefen am Morgen etliche Keller voll. Hüffen­hardt war beson­ders schwer betroffen.

Hit­ze­ka­priolen im Kraichgau. Am Mitt­woch­abend tobte eine lus­tige Was­ser­schlacht bei der Jugend­feu­er­wehr vorm Kirchardter Gerätehaus, Don­ners­tag­morgen wurde es für die Blauröcke aus den nördli­cher gele­genen Gemeinden ernst. Schwer vom Unwetter getroffen wurden Hüffen­hardt und Kälberts­hausen. ?Wir hatten 14 Einsätze?, mel­dete Haupt­kom­man­dant Erwin Stadler nach stun­den­langer Schuf­terei:

Rund 30 Mann hatten alle Hände voll zu tun, voll­ge­lau­fene Keller aus­zu­pumpen. ?Es ist ein ganz beträcht­li­cher Schaden ent­standen?, berich­tete Stadler. Zum Teil wurden Wohnräume geflutet, Bodenbeläge her­aus­ge­rissen. In der Piz­zeria im Hüffen­hardter Orts­kern stand das Wasser 66 Zen­ti­meter hoch - ein wei­terer Schlag für die Wirts­leute. Unlängst hatte es gleich zweimal in dem Lokal gebrannt.


Bei den hef­tigen Regenfällen bes­tens bewährt hat sich eine Inves­ti­tion des Zweck­ver­bands Hoch­was­ser­schutz Elsenz-Schwarz­bach: Das erst vor vier Jahren auf 30 200 Kubik­meter Volumen aus­ge­baute Staubecken zwi­schen Hüffen­hardt und Wol­len­berg lief rand­voll und ?hat seine Bewährungs­probe mit Bra­vour über­standen?, berich­tete Erwin Wagen­bach, der langjährige frühere Feu­er­wehr­chef von Wol­len­berg.

In dem Rap­pen­auer Teilort wurden vier Keller über­flutet, drei musste die Abtei­lungs­wehr aus­pumpen. Ein Bürger staunte über die Anzeige in seinem Regen­messer: Während der Nacht waren 56 Liter Wasser pro Qua­drat­meter in Wol­len­berg nie­der­ge­gangen. Ein ähnli­ches Bild in Sie­gels­bach: Dort maß Feu­er­wehr­kom­man­dant Karl-Chris­tian Mann 46 Liter in der mor­gend­li­chen Gewit­ter­stunde: ?Das ist schon heftig.? Aller­dings kamen die Sie­gels­ba­cher Wehr­leute glimpf­lich davon. Ledig­lich die Ver­bin­dungs­straße nach Neckarmühlbach war kurz über­flutet. Auch im Raum Sins­heim mussten meh­rere Straßen vorüber­ge­hend gesperrt werden. Zwi­schen Eschel­bronn und Epfen­bach verlor ein 30-Jähriger wegen großer Wasser- und Schlamm­mengen die Kon­trolle über sein Auto.

Der Schaden an einer Strom­lei­tung bei Kirch­hausen, der den Heil­bronner Vorort für rund 40 Minuten schach­matt setzte, hatte aufs benach­barte Fürfeld keine Aus­wir­kungen, so EnBW-Spre­cher Albrecht Krämer. Dem Gem­minger Staud­bach setzten die himm­li­schen Fluten zu: In den Zulei­tungen der Kläran­lage bil­dete sich ein Rückstau, ölhal­tige Abwässer gelangten in den Bach. Die Polizei mel­dete: keine Umwelt­ge­fahr.

Rasch sorgte man im nördli­chen Kraichgau wieder für geord­nete Verhältnisse. Das Rückhal­te­be­cken zwi­schen Hüffen­hardt und Wol­len­berg wurde noch am Vor­mittag binnen zwei Stunden geordnet abge­lassen, berich­tete Henry Liphardt, der tech­ni­sche Betriebs­leiter des Hoch­was­ser­zweck­ver­bands.

Foto: Am Vor­abend des schweren Gewit­ters war es noch ein Spaß: Die Kirchardter Jugend­feu­er­wehr kühlte sich bei einer Was­ser­schlacht ab. (Foto: Simon Gajer)