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Floriansjünger meistern großen Test

Neckarsulmvon Andreas Bracht, HSt

Die Hauptübung der Feu­er­wehr Neckar­sulm, die in diesem Jahr mit der Werk­feu­er­wehr Kol­ben­schmidt absol­viert wurde, stellte die Flo­ri­ansjünger in meh­reren Ein­satz­arten auf die Probe. Nicht nur als Brandbekämpfer bewährten sie sich. Son­dern auch als Lebens­retter am Unfallort und im Gefahr­gut­ein­satz.

Um so ein breites Leis­tungs­spek­trum zu testen, hatten der Kom­man­dant der Feu­er­wehr Neckar­sulm, Her­mann Jochim, und der Kom­man­dant der Werk­feu­er­wehr, Sieg­fried Nolte, ein kom­plexes Unfall­sze­nario auf dem Werksgelände von Kol­ben­schmidt-Pier­burg ent­worfen. Dieses rief 193 Feu­er­wehr­leute und Ret­tungskräfte des Deut­schen Roten Kreuzes mit ins­ge­samt 41 Ein­satz­fahr­zeugen auf den Plan.

Frei­tag­abend, 19.30 Uhr: In der Gabel­stap­ler­werk­statt einer Lager­halle bricht ein Feuer aus. Inner­halb kürzester Zeit steht ein 1700 Qua­drat­meter großer Bereich lich­terloh in Flammen. Die Werk­feu­er­wehr von Kol­ben­schmidt Pier­burg ist als erste am Brandort und for­dert Unterstützung an.

Darauf eilen die Feu­er­wehr Neckar­sulm mit allen Abtei­lungen, die Frei­wil­lige und die Berufs­feu­er­wehr Heil­bronn sowie die Feu­er­wehr Bad Fried­richs­hall herbei. Sie errichten eine Rie­gel­sperre, indem sie das Wasser von drei Dreh­lei­tern aus auf den Durch­gangs­be­reich zur Nach­bar­halle lenken. Um die Löschwas­ser­menge zu erhöhen, wird mit Hilfe von vier Schlauch­lei­tungen zusätzli­ches Löschwasser aus dem Neckar her­an­ge­schafft. Gleich­zeitig dringen die Brandbekämpfer durch die Not­ausgänge in den intakten Hal­len­teil vor, wo sie vier Ver­letzte finden und ver­sorgen.

19.44 Uhr: Durch die starke Rauch­ent­wick­lung in der Sicht behin­dert, rammt ein Gabel­stap­ler­fahrer einen Säure­tank. Die gefährliche Flüssig­keit läuft aus und droht in die Kana­li­sa­tion zu gelangen. Jetzt werden die Reser­vekräfte alar­miert: Das Gefahr­gut­fahr­zeug der Werk­feu­er­wehr, der Gefahr­gutzug der Feu­er­wehr Heil­bronn und die Gerätefahr­zeug-Mess­gruppe der Neckar­sulmer Wehr sind zur Stelle. In Atem­voll­schutzanzügen dichten die Feu­er­wehr­leute die Kana­li­sa­tion mit ab und saugen die Säure vom Boden in den Vaku­um­tank eines Spe­zi­al­fahr­zeugs.

20.15 Uhr: Im Kreisel in der Unteren Neckar­straße stößt ein mit Flüssig­alu­mi­nium bela­dener Lkw mit einem Pkw zusammen. Der Fahrer und seine schwan­gere Bei­fah­rerin werden ein­ge­klemmt. Der Gerätezug der Feu­er­wehr Neckar­sulm rückt an und befreit die Insassen. Hierzu muss zunächst das Dach des Autos kom­plett abge­schnitten werden, bevor die Ver­letzten ver­sorgt und dem Ret­tungs­dienst überg­eben werden können.

Dass sich ver­schie­dene Notfälle gleich­zeitig ereignen, ist eine rea­lis­ti­sche Annahme, wie Her­mann Jochim erläutert. Um so mehr freut sich der Neckar­sulmer Kom­man­dant, dass die Feu­er­wehr- und Ret­tungskräfte die Situa­tionen prima gemeis­tert haben. ?Die Übung hat gezeigt, dass das Per­sonal auf einem sehr hohen Aus­bil­dungs­ni­veau ist.?

Auch das Zusam­men­spiel der Feu­er­wehren mit den Ret­tungskräften, Polizei und Ord­nungsamt sowie der Stadt­werke-Bereit­schaft habe her­vor­ra­gend funk­tio­niert. Ledig­lich der Ein­satz­stellen-Funk­ver­kehr sei teil­weise über­lastet gewesen. Hier soll eine bes­sere Funk­dis­zi­plin Abhilfe schaffen.

Bild: Bei der Übung auf dem Werksgelände von Kol­ben­schmidt-Pier­burg hatte die Feu­er­wehr schwie­rige Übungs­si­tua­tionen zu bewältigen. (Foto: Privat)