QR-Code zur Seite

Feuerwehrhaus in Grombach wird teurer

Bad Rappenauvon Elfi Hofmann, HSt

Neubau am Orts­ein­gang soll rund 3,2 Mil­lionen Euro kosten – Teile des Gemein­de­rats kri­ti­sieren Vor­ge­hens­weise

Als im März 2021 die Pläne für den Bau eines Feu­er­wehr­hauses im Bad Rap­pen­auer Teilort Grom­bach der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wurden, herrschte sofort Auf­bruchs­stim­mung. Denn bisher müssen sich die Flo­ri­ansjünger im Unter­ge­schoss des Bürger­hauses auf ihre Einsätze vor­be­reiten. 2,25 Mil­lionen Euro sollte das neue Gebäude am Kreis­ver­kehr und damit direkt am Orts­ein­gang laut der dama­ligen Schätzung kosten. Jetzt musste der Gemein­derat einer Nach­fi­nan­zie­rung zustimmen. Und die hat es in sich: Fast eine Mil­lion Euro mehr wird das Feu­er­wehr­haus kosten.

Details

Neben den all­ge­meinen Kos­ten­stei­ge­rungen der ver­gan­genen Monate ist die KfW-Förde­rung des Bundes, mit der fest gerechnet wurde, ein­ge­stellt worden. Außerdem haben sich während der Pla­nungen etliche Rah­men­be­din­gungen geändert. Unterm Strich kostet all das 960 000 Euro mehr als ver­an­schlagt. „Wir werden viel mehr in die Hand nehmen müssen, als wir geplant haben“, sagt auch Oberbürger­meister Sebas­tian Frei in der jüngsten Gemein­de­rats­sit­zung. Bereits im Vor­feld waren die Stadträte in der Sit­zung des Tech­ni­schen Aus­schusses auf die Situa­tion vor­be­reitet worden. Dort hatte das Archi­tek­turbüro Fischer Zie­bold die detail­lierten Zahlen offen­ge­legt. Rüdiger Winter, Frak­ti­ons­spre­cher der Freien Wähler will sich trotzdem noch einmal absi­chern: „Wenn wir einen nied­ri­geren Stan­dard zugrunde legen, wären es dann tatsächlich nur 80 000 Euro, die wir ein­sparen könnten?“ Laut Sebas­tian Frei, der in diesem Zusam­men­hang auch auf die Lang­fris­tig­keit eines sol­chen Gebäudes hin­wies, ist dem so. Dass einige Posten in der ursprüngli­chen Pla­nung so nicht ver­merkt waren, wun­dert hin­gegen die SPD-Frak­tion im Gemein­derat. Man habe sich schwer getan mit den Kos­ten­stei­ge­rungen, die zum Teil nicht nach­voll­ziehbar gewesen seien, so Michael Jung. „Man hätte einiges von vorn­herein mit in die Auf­stel­lung nehmen können“, so der Stadtrat, „dann wäre jetzt nicht eine so hohe Nach­for­de­rung nötig.“ Aber sowohl Jung als auch den übrigen Stadträten ist bewusst, wie bitter nötig ein eigenes Gebäude für die Orts­gruppe der Feu­er­wehr ist. Das hatten sie bereits im Frühjahr 2021 signa­li­siert. Und dabei ist es geblieben. „Die Feu­er­wehr muss uns lieb und teuer sein“, sagt etwa Timo Rein­hardt von der CDU. An der Sache an sich gebe es wegen des aktu­ellen Zustands nichts zu mäkeln. Bisher gibt es keine nach Geschlech­tern getrennten Umkleideräume, auch ein extra Raum für die Jugend­ab­tei­lung fehlt. „Trotzdem wäre es wünschens­wert gewesen, wenn direkt zu Beginn der Pla­nungen über ver­schie­dene Wünsche gespro­chen worden wäre“, so der CDU-Stadtrat. Dauer Kritik äußerte auch Bertram Last für die Frak­tion der Freien Wähler. Vor Ort sei ein­ein­halb Jahre nach der Vor­stel­lung der Pläne noch nichts pas­siert. „In der ganzen Pla­nungs­phase, die schon deut­lich länger läuft, als die ein­ein­halb Jahre, hat sich der Grom­ba­cher Arbeits­kreis Neubau zwar schon öfter mit dem Feu­er­wehr­kom­man­danten getroffen“, so Last. Es habe aber nur ein gemein­sames Treffen mit der Stadt­ver­wal­tung gegeben. „Eine gemein­same Pla­nung […] sieht für mich anders aus.“ Kurz gesagt: Hätte man schneller gehan­delt, wäre man vor allem nicht so stark von den hohen Bau­kosten betroffen. „Die Teue­rung ist nicht wegen Wünschen der Feu­er­wehr, son­dern wegen der Preiserhöhungen und des Weg­falls der KfW-Förde­rung ent­standen.

Förde­rung fällt weg

Der Nach­fi­nan­zie­rung der Mehr­kosten für das Feu­er­wehr­haus in Grom­bach über 960 000 Euro stimmten nicht alle Stadträte zu: Drei votierten mit Nein, drei ent­hielten sich. Das Land­ratsamt Heil­bronn hat bereits eine Förde­rung in Höhe von 120 000 Euro zuge­sagt. Die ein­ge­plante KfW-Förde­rung des Bundes hin­gegen fällt weg. Sie wurde am 24. Januar 2022 gestoppt und wurde ent­gegen der Zusagen nicht wieder auf­ge­nommen.