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Feuerwehren vor Fusion

Bad Rappenauvon Simon Gajer, HSt

Bon­feld und Fürfeld für zen­trales Gerätehaus – Tresch­klingen auch inter­es­siert

In Bad Rap­penau zeichnet sich bei der Feu­er­wehr eine neue Struktur ab. Die Abtei­lungen Fürfeld und Bon­feld spre­chen sich für ein zen­trales Gerätehaus aus, Tresch­klingen möchte eben­falls mit im Boot sein. Der Gemein­derat hat darüber noch nicht ent­schieden, doch der Haus­halts­plan offen­bart das Inves­ti­ti­ons­vo­lumen. Unter dem Stich­wort „Neubau bezie­hungs­weise Umbau Feu­er­wehr­haus“ wird es auf 1,4 Mil­lionen Euro geschätzt.

Schwach­stellen Bevor sich die Kom­mu­nal­po­litik mit diesem Thema im Rahmen des soge­nannten Feu­er­wehr­be­darfs­plans befasst, hat sich ein Gut­achter die Gesamt­wehr ange­schaut. Dabei offen­barte er Schwach­stellen an den Gerätehäusern Bon­feld und Fürfeld, sagt Axel Klum­bach, der als stell­ver­tre­tender Stadt­kom­man­dant für die Pres­se­ar­beit zuständig ist. Zu den Punkten gehört unter anderem, dass Tore zu niedrig sind, sich die Mit­glieder in der Fahr­zeug­halle umziehen müssen und dass Abstände zwi­schen Fahr­zeug und Wand zu klein sind.

„Man könnte beide Gebäude ertüchtigen“, sagt Klum­bach, dann habe man aber wei­terhin alte Häuser. Statt­dessen, so die Über­le­gungen, könnte ein neues, zen­tral gele­genes Gerätehaus im Gewer­be­ge­biet Buchäcker gebaut werden, das die Mit­glieder bei Einsätzen über Feld­wege anfahren. Die bis­lang getrennten Teilort-Ein­heiten würden fusio­nieren. „Es wäre eine große Abtei­lung.“

Die Feu­er­wehren Bon­feld und Fürfeld hätten betont, dass dies ein rich­tiger Weg sei. Denn der demo­gra­fi­sche Wandel, der sich lang­fristig auf die Größe der Feu­er­wehren aus­wirkt, spiele mit eine Rolle. In die Über­le­gungen floss eben­falls ein, wie viele Ein­satzkräfte bei Tages­alarmen zur Verfügung stehen. Da viele Mit­glieder auswärts arbeiten, sei es immer schwie­riger, genügend Per­sonen zusam­men­zu­be­kommen.

In Tresch­klingen ist es laut Klum­bach der­zeit nicht not­wendig, ins Gebäude zu inves­tieren. Aller­dings: Irgend­wann muss es auf Vor­der­mann gebracht werden. Daher schal­teten sich eben­falls die dor­tigen Feu­er­wehr­mit­glieder in die Pla­nungen eines zen­tralen Gebäudes ein. „Sie wollen von Anfang an dabei sein“, weiß Klum­bach.

Kul­tu­reller Faktor Junge Feu­er­wehr­mit­glieder tragen diesen Weg mit, erin­nert sich Klum­bach an Dis­kus­sionen in den Abtei­lungen. Die Wehr wäre zukunfts­wei­send auf­ge­stellt. Kri­ti­sche Stimmen gab es, da die Feu­er­wehren in den Orten ein „kul­tu­reller Faktor“ sind und bei­spiels­weise Feste aus­richten. „Das muss sich neu defi­nieren“, sieht er wei­tere Auf­gaben auf die Ein­satzkräfte zukommen. „Die feh­lende räumliche Präsenz vor Ort muss ver­mehrt durch eine andere Präsenz aus­ge­gli­chen werden.“

Im Rat­haus ist Ord­nungs­amts­leiter Roland Deutsch­mann für die Feu­er­wehren zuständig. Das gemein­same Gerätehaus ist noch nicht ent­schieden, der mögliche Zeit­rahmen völlig offen. Bad Rap­penau stehe ganz am Anfang der Über­le­gungen. Meh­rere Gründe hätten zur Anre­gung eines zen­tralen Stand­orts geführt. „Wir haben einen ständigen Wandel“, sagt er – beim Fahr­zeug, beim Per­sonal, unter anderem durch weib­liche Mit­glieder.

Lang­fristig gehen außerdem die Kinder- und Jugend­zahlen zurück, und damit schrumpft das Poten­zial an mögli­chen Feu­er­wehr­mit­glie­dern. „Wenn man ins Detail geht, stößt man auf die eine oder andere Ver­bes­se­rung“, erklärt Roland Deutsch­mann. „Dann kommt man in die Dis­kus­sion.“