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Erste kreisübergreifende Übung der Feuerwehren aus Wollenberg, Bargen und Hüffenhardt

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Das durch­drin­gende Geräusch der Wol­len­berger Sirene auf dem Dach der Ver­wal­tungs­stelle reißt die Bewohner am Frei­tags­abend aus der Abend­ruhe. Es dauert nicht lange, bis das erste Mar­tins­horn zu hören ist und die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Bad Rap­penau, Abtei­lung Wol­len­berg, am Ein­satzort ankommt. Dichter Rauch dringt aus dem Feu­er­wehr­haus. Schnell machen sich die ersten Ein­satzkräfte auf, um der Rauch­ent­wick­lung auf den Grund zu gehen. Was so rea­lis­tisch wirkt, die Anwohner auf­schreckt und schnell die ersten Schau­lus­tigen auf den Plan ruft, ist glückli­cher­weise nur eine gemein­same, kreisüberg­rei­fende Übung, bei der auch die Wehren aus Bargen und Hüffen­hardt alar­miert werden. „Wir simu­lieren den Brand einer Auto­werk­statt“, erzählt Harald Scholz, Kom­man­dant der Abtei­lung Wol­len­berg. „Im Gebäude befinden sich noch drei Per­sonen, die ver­misst sind.“ Sieben Minuten nach der Alar­mie­rung treffen die beiden Fahr­zeuge aus Bargen ein und machen sich sofort daran, die Kol­legen aus Wol­len­berg bei der Suche nach den ver­missten Per­sonen zu unterstützen. Gleich­zeitig beginnt ein zweiter Trupp, den Flüssiggas-Tank vor der Ver­wal­tungs­stelle zu kühlen. „Wenn es ein realer Ein­satz wäre, käme selbst­verständlich noch der Löschzug aus Bad Rap­penau“, sagt Scholz. „Auf dessen Alar­mie­rung haben wir bewusst ver­zichtet“.

Es ist eine beson­dere geo­gra­fisch-poli­ti­sche Situa­tion im Wol­len­bachtal. Zwar trennen die Gemeinden Hüffen­hardt, Bad Rap­penau-Wol­len­berg und Helm­stadt-Bargen nur wenige Kilo­meter, doch poli­tisch haben sie ver­schie­dene Zugehörig­keiten. Das selbstständige Hüffen­hardt gehört zum Neckar-Oden­wald-Kreis, Wol­len­berg ist der kleinste Bad Rap­pen­auer Stadt­teil im Land­kreis Heil­bronn, während Bargen zur Gemeinde Helm­stadt gehört und damit zum Rhein-Neckar-Kreis. Zudem sind es zwei ver­schie­dene Regie­rungspräsidien, die hier im Tal zuständig sind. Wie funk­tio­niert dann die Zusam­men­ar­beit im Ernst­fall? Gelingt es, die drei Feu­er­wehren zeitnah durch die Leit­stellen in Laden­burg, Heil­bronn und Mos­bach alar­mieren zu lassen? „Es ist sehr gut gelaufen, alles zu meiner vollsten Zufrie­den­heit“, befindet Übungs­be­ob­achter Thomas Wachno und stellt fest: „Jeder Land­kreis hat seine eigenen Abläufe, des­halb ist es wichtig, dass man solche Übungen macht, auch, um sich gegen­seitig ken­nen­zu­lernen.“ Denn, darin sind sich die Ver­ant­wort­li­chen einig, die Zusam­men­ar­beit soll auf­recht­erhalten und aus­ge­baut werden. Dass die Zusam­men­ar­beit im Wol­len­bachtal unter den Feu­er­wehren gestärkt werden soll, bekräftigen auch Ilja Woita­schek, stell­ver­tre­tender Abtei­lungs­kom­man­dant aus Wol­len­berg, Kom­man­dant Torsten Heiß aus Hüffen­hardt und Thomas Hönig, Abtei­lungs­kom­man­dant der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Helm­stadt-Bargen, Abtei­lung Bargen. Bei der Feu­er­wehrübung werden die ersten beiden Ver­letzten ins Freie gebracht und unter­sucht. In der ver­rauchten Halle stoßen die Retter auf meh­rere Pro­pan­gas­fla­schen, die eilig ins Freie gebracht werden. Während die Ret­tungskräfte aus Wol­len­berg und Bargen Hand in Hand arbeiten, taucht am Abend­himmel Blau­licht auf.

Hürden Die Hüffen­hardter Feuer]wehr ist auf dem Weg zur Ein­satz­stelle und muss schon auf der Anfahrt die ersten Hürden meis­tern. „Die Straße war nass, es war neblig und mat­schig“, macht Kom­man­dant Torsten Heiß später klar. „Des­halb habe ich auch nur einen sehr erfah­renen Fahrer fahren lassen.“ Bei der Straße han­delt sich um einen ein­spu­rigen Wirt­schaftsweg, den die Hüffen­hardter während der Bau­stelle am Orts­ein­gang von Wol­len­berg nutzen müssen. Nicht das ein­zige Pro­blem, wie Heiß, Haf­felder und Hönig uni­sono kon­sta­tieren. „Die Was­ser­ver­sor­gung ist bei uns tatsächlich ein Thema“, bestätigt Haf­felder. Das soll sich im kom­menden Jahr ändern, wenn der Was­ser­zweck­ver­band einen Behälter baut, um die Situa­tion zu ver­bes­sern.

Alar­mie­rung in drei Land­kreisen

Fährt man von Hüffen­hardt nach Bargen, fallen höchs­tens jene Schilder auf, die auf das Ver­lassen des Neckar-Oden­wald-Kreises und des Heil­bronner Landes hin­weisen. Das bedeutet aber auch, dass auf dieser kurzen Strecke drei ver­schie­dene Land­kreise und damit ver­schie­dene Ret­tungs­leit­stellen ver­schie­dene Alar­mie­rungen auf­ein­an­der­treffen. Denn im Rhein-Neckar-Kreis hat man bereits auf Digi­tal­funk umge­stellt, im Land­kreis Heil­bronn soll die Umstel­lung im Laufe des nächsten Jahres erfolgen, und auch Hüffen­hardt funkt noch analog. „Mit dieser Übung wollen wir ein Gefühl gewinnen über Abläufe und den Zeit­faktor“, sagt Ilja Woita­schek, stell­ver­tre­tender Abtei­lungs­kom­man­dant aus Wol­len­berg, „denn anders als in anderen Bun­desländern muss der Dis­po­nent in Heil­bronn die beiden anderen Leit­stellen anrufen und kann nicht einen Ein­satz für alle drei Wehren auf­ma­chen.“