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Erste Hilfe am Stoffbär

Schwaigernvon Stefanie Pfäffle, HSt

Ein neues Gerätema­gazin oder zumin­dest eine grundsätzliche Reno­vie­rung des bestehenden Feu­er­wehr­hauses – das wünscht sich Uwe Schlund, Abtei­lungs­kom­man­dant der Feu­er­wehr Schwai­gern schon lange. „Es ist ein­fach in die Jahre gekommen. Das Dach ist nicht mehr so dicht, die Frauen haben keine sepa­rate Umkleide, und die sanitären Anlagen sind auch nicht mehr so toll“, erzählt er. Des­wegen gibt es beim Tag der offenen Tür am Sonntag auch keine Führungen durchs Gebäude, aber dafür leckeres Essen, inter­es­sante Fahr­zeuge und eine tech­ni­sche Übung.

Ein­satz­wagen Mit vor Ort diesmal auch die Orts­gruppe des Deut­schen Roten Kreuzes. Man lebt quasi unterm selben Dach. „Wir haben hier unsere zwei Garagen, vorne noch einen Raum und das Ober­ge­schoss teilen wir uns“, erzählt Bereit­schafts­lei­terin Sandy Witt­mann. Heute präsen­tieren sie ihren neuen Trans­port­wagen, der seit einem drei­viertel Jahr das alte Fahr­zeug aus den 1980ern ersetzt. „Wir haben jetzt eine aus­fahr­bare Kran­ken­trage, ein­ge­bauten Funk und vor allem mehr Platz, so dass wir auch neben dem Pati­enten auf der Trage sitzen können, um ihn zu ver­sorgen.“ Glückli­cher­weise ist das bis­lang noch nicht vor­ge­kommen.

In einem Zelt herrscht Gewusel. Hier ist das Bären­hos­pital, und eine ganze Gruppe Knirpse kümmert sich um die fel­ligen Gesellen. Mull­binde um Mull­binde wird um die pel­zigen Beine und Arme gewi­ckelt, und man­ches Stoff­tier ver­wan­delt sich langsam in eine Mumie. Luisa hat extra noch eine Kom­presse unter­ge­legt, bevor die Wickel­ar­beit los­geht. „Falls das Blut nach oben kommt“, erklärt die Sie­benjährige. Dieses Ver­binden sei ziem­lich ein­fach. Gleich daneben ver­wan­deln sich Kin­der­ge­sichter mit­tels Schminke in bunte Feen oder auch gru­se­lige Totenköpfe.

Nach­wuchs Hinter dem Zelt hat die Jugend­feu­er­wehr ihr Angebot auf­ge­baut. Kinder löschen mit Feu­er­eifer ein bren­nendes Haus, bringen Kegel und Dosen zu Fall. Hier steht der poten­ti­elle Nach­wuchs der Schwai­gerner Wehr, auch wenn es nicht mehr so ein­fach ist wie noch vor Jahren. „Wenn wir ein Drittel zu den Aktiven bekommen, sind wir zufrieden“, meint Schlund. 48 Aktive sind es der­zeit, dar­unter drei Frauen. Das könnten von Schlund mehr werden. „Sie haben eine andere Sicht­weise, gehen anders an Situa­tionen ran“, stellt der Abtei­lungs­kom­man­dant fest. Zu ihnen gehört Sandy Witt­mann. Sie weiß selbst, wie schwer es ist, andere Frauen für den Feu­er­wehr­dienst zu gewinnen. „Wenn man aus der Jugend kommt, ist es schon ein­fa­cher, als als Erwach­sene ein­zu­steigen“, meint sie. Viel­leicht macht ja auch die tech­ni­sche Hil­fe­leis­tungsübung mit dem DRK Lust, bei­zu­treten.

Fotos: Feu­er­wehr Schwai­gern