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Erst tanzen die Kinder, dann die Männer

Schwaigernvon Julia Spors, HSt

Kaum Zeit zum Auf­atmen hatten die Helfer hinter den Kochtöpfen am Sonn­tag­mittag beim Kel­ter­gas­sen­fest der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Stetten. Im Minu­ten­takt gingen die Essen über den Tresen. Genauso eilig musste es auch bei einem Ein­satz gehen.

„Falls etwas pas­siert, können wir sofort ausrücken. Die Zen­trale ist besetzt und unsere Anzüge hängen in den Schränken. Und sonst habe ich nicht so viele Leute hier wie heute“, sagt Werner Sailer, Abtei­lungs­kom­man­dant der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr und lacht. Doch Minuten später ist es tatsächlich soweit. Werner Sailer muss seine Männer antreten lassen. Aber nur im Scherz.

Die Bierbänke auf dem Dach des Zeltes, die die Plane halten sollten, drohen durch den Wind ins Zelt zu fallen. Schnell muss reagiert werden. Zwei Männer halten die Bänke fest, während die anderen auf das Dach klet­tern und alles festschnüren. Schon nach Minuten ist die Gefahr gebannt. „Also wenn wir das nicht hin­kriegen würden, wäre das schlecht“, scherzt Sailer.

Mehr zu tun haben die Flo­ri­ansjünger da schon bei der Essens- und Getränke­aus­gabe. „Wir leben von den Leuten in Stetten. Da unterstützt jeder den anderen und besucht die Feste“, erklärt Sailer. Gut gefüllt ist das Zelt des­halb schon zur Mit­tags­zeit. Gegen Nach­mittag erwartet Sailer weniger Besu­cher, am Abend sollen das Feu­er­wehr­haus und das angren­zende Zelt aber wieder voll sein, denn dann kommt der Höhepunkt des Kel­ter­gas­sen­festes: „Erst tanzen die Kinder und dann die Männer. Zum Ende gibt es sogar einen Strip.“ Da ist die Vor­freude bei den Damen groß.

Seit 1989 gibt es das Kel­ter­gas­sen­fest der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr bereits. „Davor haben wir immer einen Fasching gemacht, doch irgend­wann war die Reso­nanz nicht mehr so groß“, erin­nert sich Sailer an die Anfänge des Festes. „Und hier ist es immer voll.“ Wo sonst die Feu­er­wehr­autos parken, stehen am Sonntag Bierbänke und Bier­ti­sche. Die Helme an den Wänden und die Schläuche erin­nern jedoch an den Feu­er­wehr­alltag. Ganz zur Freude der kleinen Besu­cher. Die Feu­er­wehr­autos parken rund um die Kel­ter­gasse.

Die großen Besu­cher genießen eher das schöne Wetter vor dem Fest­zelt. Beson­ders heiß ist es jedoch für die Helfer hinter den Kochtöpfen. Denn auch nach der Mit­tags­zeit ebbt die Nach­frage nach Sau­er­braten mit Spätzle, dem Tra­di­ti­ons­ge­richt des Kel­ter­gas­sen­festes, nicht ab. „Es ist ein­fach ein gemütli­ches Bei­sam­men­sein, und das macht das Fest aus.“

Bild: Gut besucht war am Sonn­tag­mittag das Stet­tener Kel­ter­gas­sen­fest, das die Frei­wil­lige Feu­er­wehr aus­richtet. (Foto: Julia Spors)