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Einer, der führen und zuhören kann - Bundesverdienstkreuz für Altersobmann Werner Kümmerle

Landkreis Heilbronnvon Thomas Dorn, HSt

Schwai­gern - One moment in time" stimmte der zwölfjährige Jonas Müller auf dem Saxofon an. Das war gut gespielt - und gut gewählt, denn für seinen Opa Werner Kümmerle war es wirk­lich ein beson­derer Moment: Staats­se­kretär Richard Drautz zeich­nete am Diens­tag­abend den 68-jährigen Land­wirt und Weingärtner aus Stetten im Auf­trag des Bun­despräsidenten mit dem Bun­des­ver­dienst­kreuz aus.

„Sie haben sich her­aus­ra­gende Ver­dienste um das Gemein­wohl erworben", stellte Drautz in seiner Lau­datio fest. In der Tat: Ob Feu­er­wehr oder Gemein­derat, Weingärtner­ge­nos­sen­schaft oder Posau­nen­chor - Werner Kümmerle drückte sich nie vor Mit­ar­beit und Ver­ant­wor­tung (siehe Hin­ter­grund). Drautz schil­derte ihn als „wasch­echten Demo­kraten", der stets fair um poli­ti­sche Ent­schei­dungen gerungen habe, dem das Zusam­men­wachsen der Stadt Schwai­gern am Herzen lag und der den­noch nie den Blick für über­ge­ord­nete Not­wen­dig­keiten verlor. So befürwor­tete er 1972 in seinem Teilort die Eröffnung einer Müllde­ponie des Land­kreises.

Für Bürger­meister Johannes Hauser ist Werner Kümmerle ein „Urge­stein der Kom­mu­nal­po­litik". Er hat ihn als einen Men­schen kennen und schätzen gelernt, der sich für eine Sache ein­setzt, aber auch bereit ist, auf andere ein­zu­gehen, anderen zuzuhören. Und der Mehr­heits­ent­schei­dungen akzep­tiert hat. „Dann waren Sie viel­leicht ein paar Tage nicht ansprechbar, aber Sie haben die Sache mit­ge­tragen", so Hauser. Was er an Kümmerle immer bewun­dert hat, war seine inten­sive Aus­ein­an­der­set­zung mit den Themen. „Sie waren ein Visionär und haben nach vorne gedacht", aner­kannte der Bürger­meister. Das gilt auch für die 2005 ein­ge­weihte Alte Kelter in Stetten: Dass sie umge­baut wurde, sei in erster Linie Kümmerle zu ver­danken. Auch FWV-Frak­ti­ons­chef Dieter Vogt beschei­nigte seinem Vorgänger unermüdli­chen Ein­satz: „Du hast tiefe Spuren hin­ter­lassen."

Der so Gelobte wie­gelte eher ab. Er habe nur getan, was eigent­lich jeder seiner Familie, seinem Volk, seinem Staat schuldig sei, meinte der vier­fache Vater und sie­ben­fache Großvater. Womöglich hätten andere eher das Bun­des­ver­dienst­kreuz ver­dient: Last­wa­gen­fahrer zum Bei­spiel, oder Land­wirte, Lehrer, Erzie­he­rinnen…

Dass man irgend­wann zum „Alpha­tier" und „Leit­hammel" werde, wenn man so lange unter­wegs sei, sei wohl unaus­weich­lich, resümierte Kümmerle, der sein erstes ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment vom 12. bis 17. Lebens­jahr als Kin­der­kirch­helfer hatte. Als „positiv den­kender Mensch" wünscht er sich, dass sich die Leute darauf besinnen, mehr mit- als gegen­ein­ander zu agieren. Sein Schluss­wort war der Dank an seine Frau Hedwig: „Du hast mich getragen und ertragen."

Anmerk.: Werner Kümmerle ist Mit­glied der Feu­er­wehr Schwai­gern und Alters­ob­mann der Alters­ka­me­raden im Kreis­feu­er­wehr­ver­band Heil­bronn.

Der Kreis­feu­er­wehr­ver­band Heil­bronn gra­tu­liert Herrn Kümmerle zu dieser beson­deren Aus­zeich­nung.

Foto: Fei­er­stunde im Schwai­gerner Rats­saal: Werner Kümmerle (Mitte) mit Staats­se­kretär Richard Drautz (rechts) und Bürger­meister Johannes Hauser.Foto: Ralf Seidel