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Ein ausgeklügeltes System hilft Geld sparen

Neckarsulmvon Redaktion HSt

Die Frei­wil­lige Feu­er­wehr Neckar­sulm hat ihr Wech­sel­la­der­system um einen neuen Abrollbehälter für den Hoch­was­ser­ein­satz ver­vollständigt. Dieses mobile Pum­pen­lager ist ein­zig­artig im Land­kreis Heil­bronn.

Im Abrollbehälter „Pumpen“ verfügt die Neckar­sulmer Wehr über ein ganzes Arsenal unter­schied­lich leis­tungs­starker Pum­pensätze, die auf dem Rücken des 2001 in Dienst gestellten Wech­sel­la­ders vom Typ Daimler-Benz Actros schnell zum Ein­satzort gelangen und dort fle­xibel ein­ge­setzt werden können.

Der Con­tainer wurde nach den Bedürfnissen der Neckar­sulmer Feu­er­wehr von Kom­man­dant Her­mann Jochim eigenhändig kon­zi­piert und von den Kame­raden selbst aus­ge­baut. Das Rohgerüst lie­ferte die Fahr­zeug- und Maschi­nen­bau­firma Peter Barthau aus Erlen­bach.

Nach einer Idee von Her­mann Jochim verfügte der sechs Meter lange und 2,50 Meter breite Stahl­con­tainer bereits im Roh­zu­stand über eine Beson­der­heit: zwei Sei­ten­klappen, die per Hydraulik hoch gekur­belt werden. Sie ermögli­chen im Ein­satz­fall nicht nur den schnellen Zugriff auf die Ladung ohne störende Zwi­schenstützen, son­dern garan­tieren auch einen sicheren Trans­port. Außerdem bilden die geöffneten Klappen gleich­zeitig ein recht­win­ke­liges Schutz­dach.

Um im Ernst­fall noch mehr Zeit zu sparen, wurde der Innen­raum so kon­zi­piert, dass sämtliche Gerätschaften sofort ent­nommen werden können. Störende Trans­port­si­che­rungen gibt es nicht. Ein aus­geklügeltes Rah­men­system aus Stahl, das von der Feu­er­wehr selbst geschweißt wurde, sorgt dafür, dass die Ladung beim Auf- und Abladen trotzdem nicht ver­rutscht.

Im Stahl­rahmen lagern Git­ter­boxen, in denen die Pum­pensätze ein­zeln trans­por­tiert werden. Zur Stan­dard­la­dung gehören Tauch­pum­pensätze, Tauch­pumpen, eine Hoch­leis­tungs­pumpe, sieben Öl-Was­ser­sauger, vier Schmutz­was­ser­pumpen und ein Schlamm­sauger. Mit Aus­nahme der Benzin betrie­benen Schmutz­was­ser­pumpen werden alle Geräte von drei mitgeführten Strom­ag­gre­gaten gespeist.

Darüber hinaus gehört eine Spe­zi­al­lampe zur Con­tai­ner­ausrüstung. Die kugelförmige Lampe namens „Power-Moon“ wird auf ein sieben Meter langes Stativ mon­tiert und leuchtet so den Ein­satzort ohne Schat­ten­wurf rund­herum aus. Mit seiner opti­malen Raum­aus­nut­zung bietet der Abrollbehälter außerdem Platz für eine Palette mit Sandsäcken und wei­tere Werk­zeuge wie Äxte, Schau­feln, Spaten, Gum­mischieber und Stoßbesen. Bei voller Ladung beträgt das Gesamt­ge­wicht fünf Tonnen.

Dank des umfang­rei­chen Zubehörs ist der Behälter viel­seitig ein­setzbar. Ob geflu­teter Keller, Hoch­wasser oder Schiffs­ha­varie - in jedem Fall kann die Feu­er­wehr Neckar­sulm mit der neuen Eigen­ent­wick­lung schnell, wir­kungs­voll und wirt­schaft­lich Hilfe leisten. Denn mit Anschaf­fungs­kosten in Höhe von 50 000 Euro ist der Behälter kostengünstiger als ein neues Son­der­fahr­zeug. „Teure Fahr­ge­stelle für Son­der­fahr­zeuge werden durch das Wech­sel­la­der­system überflüssig“, so Her­mann Jochim.

Gemessen an diesem Urteil hat die Stadt Neckar­sulm bereits viel Geld gespart und dabei gleich­zeitig die Ein­satzfähig­keit der Feu­er­wehr ver­bes­sert: Mit dem neuen Con­tainer verfügt die Feu­er­wehr Neckar­sulm über ins­ge­samt sieben Abrollbehälter, davon drei für den Hoch­was­ser­schutz.

Foto: Der neue Abrollbehälter „Pumpen“ wurde von der Feu­er­wehr Neckar­sulm selbst kon­zi­piert und nach eigenen Entwürfen aus­ge­baut. Der Wech­sel­lader hilft Geld sparen. (Foto: snp)