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Der Kreisbrandmeister setzt auf "demokratischen Führungsstil"

von Sabine Friedrich, HSt

15 Monate ist Uwe Vogel nun Kreis­brand­meister. Kom­mu­ni­ka­tion wird groß geschrieben. In einem neuen Arbeits­kreis sind Kom­man­danten Mul­ti­pli­ka­toren für die örtli­chen Wehren. Sie treffen sich am heu­tigen Samstag in Oed­heim, anschließend tagt der Kreis­feu­er­wehr­ver­band. Wich­tige Auf­gaben stehen an: eine neue Alarm- und Ausrücke­ord­nung oder der digi­tale Sprech­funk.

„Nur gute Wehren bringen mich in diesem Gre­mium nicht weiter“, sagt er. „Ich muss auch den Ver­treter der Feu­er­wehr haben, der sagt ,Ich krieg’ die Tagespräsenz nicht zusammen’“. Die Zusam­men­set­zung des Arbeits­kreises, in dem auch Werks­feu­er­wehren und Kreis­feu­er­wehr­ver­band ver­treten sind, sei mit den Bürger­meis­tern abge­spro­chen. Vogel gibt zu, dass etwa Weins­berg „unzu­frieden“ sei.

Die Alarm- und Ausrücke­ord­nung soll stan­dar­di­siert werden. Es wird ein­heit­lich gere­gelt, wer etwa bei einem Dach­stuhl­brand ausrückt, welche Son­der­fahr­zeuge wo ein­ge­setzt werden. Damit, so Vogel, könnten Ein­treff­zeiten verkürzt, Per­so­nal­ein­satz opti­miert und letzt­lich die Kosten für die Kom­munen redu­ziert werden, nennt Vogel Vor­teile. „Die bestehende Alarm- und Ausrücke­ord­nung lief uns völlig aus dem Ruder“, hält er die Überar­bei­tung für drin­gend geboten. Bei 125 Feu­er­wehr-Abtei­lungen im Kreis vermag er diese Auf­gabe nicht alleine zu leisten.

Eine Zuständig­keit holt der Kreis­brand­meister zurück: die Orga­ni­sa­tion der Aus­bil­dung. Die Lehr­gangs­pla­nung leis­tete einer seiner beiden Stell­ve­treter, Harald Zeyer. Eine Auf­gabe, die Vogel als sehr zeit­aufwändig bezeichnet, die nun zwei Kol­le­ginnen im Land­ratsamt mit­erle­digen. Hat des­halb Zeyer seinen Rücktritt vom Ehrenamt ein­ge­reicht? „Nein“, sagt Vogel. Zeyer selbst habe gebeten, von der Orga­ni­sa­tion befreit zu werden. Da die Aus­bil­dung Teil seiner Fach­auf­sicht sei, müsse er darüber auch im Bilde sein, so Vogel.

Zur Fußball-WM 2006 hat es nicht geklappt, jetzt kommt das digi­tale Funk­system für Ein­satzkräfte „in Schwung“, wie Vogel sagt. Der Test­be­trieb sei 2008 möglich, ab 2010 soll die Technik, inter­na­tional längst Stan­dard, bun­des­weit eingeführt sein. Der­zeit läuft die Antennen-Stand­ort­suche in den Kreis-Kom­munen. Poli­tisch verträgliche Punkte sollen es sein: Bauhöfe, Rathäuser, Was­ser­hochbehälter. Vogel weiß um die Sen­si­bilität vieler Bürger, wenn es um Sen­de­masten geht. „Das hilft alles nichts. Wir brau­chen diese Technik. Es gibt keine Alter­na­tiven.“ Bei Großscha­dens­lagen sei das ana­loge Funk­netz hoff­nungs­slos über­lastet. 20 bis 30 Stand­orte kreis­weit seien aus­rei­chend. Der Bund habe den Auf­trag für den Netz­aufbau ver­geben, den für den Betrieb noch nicht. Geräte gebe es noch nicht. Da kommen auf die Kom­munen Kosten zu. Ein Mel­de­empfänger, den jedes Wehr­mit­glied braucht, schätzt Vogel auf 500 Euro, ein Fahr­zeug-Funkgerät auf 1500 Euro.