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Das Gerätehaus platzt aus allen Nähten

Widdernvon Barbara Barth, HSt

Die Wid­derner Feu­er­wehr­leute haben’s nicht leicht: In ihrem Gerätehaus an der Unterk­essa­cher Straße ist Platz Man­gel­ware. Vor allem der Funker sitzt in einem Kabuff, das einer „Ein­zel­haft“ gleicht, wie Bürger­meister Michael Rei­nert erläuterte. Umbau oder Neubau - das ist die Frage.

Die Kom­mune ist mit ihrer Auf­ga­benerfüllung im Rückstand. Das gesteht sie freimütig ein. Die Feu­er­wehr­kon­zep­tion aus dem Jahre 2000 hatte sowohl der Wehr wie der Stadt Auf­gaben auf­er­legt, die von der Feu­er­wehr weit­ge­hend erfüllt wurden: Aufbau einer Jugend­feu­er­wehr, Aus­bil­dung von wei­teren Führungskräften, Siche­rung des Per­so­nal­be­standes durch Verjüngung. Der Stadt wurde unter anderem auf­ge­tragen, das Feu­er­wehrgerätehaus umzu­bauen und zu erwei­tern. Getrennte Sanitärräume, Umkleideräume, ein Kom­man­dan­ten­raum, ein anständiger Fun­ker­raum und Schu­lungsräume sollten geschaffen werden.

Feu­er­wehr­kom­man­dant Wolf­gang Schädel schil­derte den Gemeinderäten den jet­zigen Zustand: „Der Fun­ker­raum unter der Treppe ist von Anfang an ein Pro­vi­so­rium gewesen.“ Umziehen müssen sich 16 Mann auf vier­ein­halb Qua­drat­me­tern. „Zum Glück nicht immer alle gleich­zeitig.“ Gegenstände mussten in den alten Bauhof aus­ge­la­gert werden. Der aller­dings ist feucht, Gerätschaften rosten.

Ein Ein­satz auf der Auto­bahn, der zum Glück nur ein Schau­alarm gewesen ist, habe die prekäre Lage beson­ders deut­lich gemacht. „Um zu sehen“, so Schädel, „wo der Schaum hinläuft, müssen große Karten aus­ge­breitet werden. Aber dafür ist bei uns kein Platz.“ Im Ernst­fall wäre die Situa­tion heikel. Als die ehe­ma­lige Scheune 1980 in Betrieb genommen wurde, hatte die Wid­derner Feu­er­wehr einen Ford Transit. „Da war Platz zum Tanzen“, erin­nert sich Kom­man­dant Schädel. 26 Jahre später platzt das Gerätehaus aus allen Nähten.

Damit sich „langsam irgend­etwas tut“, hatte Rei­nert in der jüngsten Gemein­de­rats­sit­zung einen Pla­nungs­auf­trag an das örtliche Archi­tek­turbüro Marcus Wolf ver­geben wollen. Ange­dacht ist, eine benach­barte Scheune noch dazu zu nehmen. Doch Gemeinderätin Mar­tina Emert regte an, auch über einen neuen Standort nach­zu­denken, „wo mehr Platz ist“. Sie schlug die Kies­straße vor. Bürger­meister Michael Rei­nert brachte die jet­zige Kläran­lage ins Spiel, deren Fläche beim Neubau eines Gemein­schaftsklärwerks nicht mehr gebraucht würde. Und da, wie Kom­man­dant Schädel erläuterte, das Gros der Einsätze auf der Auto­bahn statt­findet, wäre der Platz gera­dezu ideal.

Des­halb sollte beschlossen werden, dass der Archi­tekt zwei Grob­pla­nungen mit Kos­ten­vor­anschlägen lie­fern soll: einen für den Neubau und einen für die Erwei­te­rung des Alt­baus.

Doch dann fiel den Gemeinderäten Frieder Strohm und Thomas Schäfer ein, dass vorher noch ein Hono­rar­an­gebot sinn­voll wäre. Also soll Marcus Wolf bis zur nächsten Gemein­de­rat­sit­zung am 17. Oktober ein sol­ches vor­legen. Ob dieses den Gemeinderäten aller­dings bei ihrer Ent­schei­dungs­fin­dung von Nutzen ist, wenn Alter­na­tiven fehlen, bleibt bis dahin ein großes Geheimnis.

Bild: 90 Zen­ti­meter Platz hat der Funker der Wid­derner Feu­er­wehr in seinem Kabuff unter einer Treppe im Gerätehaus. (Foto: Hei­de­lind Andritsch)