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Das Burgtor stoppt die Löschfahrzeuge

Beilsteinvon Wolfgang Seybold, HSt

Not­ein­fahrt wäre sinn­voll - Küchen­brand bei Feu­er­wehr­alarmübung

Kurz nach 18 Uhr heulte auf dem Beil­steiner Rat­haus die Sirene, Alarm­zei­chen für alle verfügbaren Feu­er­wehr­leute. Es war kein Ernst­fall, son­dern eine „unan­ge­sagte“ Alarmübung. Ein Küchen­brand in der Burg­gaststätte auf Hohen­beil­stein - die mit Fett gefüllte Fri­teuse hatte sich nach tech­ni­schem Defekt entzündet - wurde als Sze­nario ange­nommen.

Beil­steins Kom­man­dant Bernd Kir­cher legt auf solche Alarmübungen großen Wert. „So können wir wirk­lich sehen, wie viel Mann ein­satz­be­reit sind und wie groß unsere Schlag­kraft unter alltägli­chen Bedin­gungen ist.“ Auch Feu­er­wehr­mann Reiner Sie­gele findet Übungen unter rea­lis­ti­schen Bedin­gungen sehr nützlich. „Schauübungen am Sams­tag­nach­mittag haben keinen Lern­ef­fekt.“

Um 17.48 Uhr setzte Gast­wirt Thomas Mayer über die Nummer 112 den Notruf an die Zen­trale ab. Durch die „stumme“ Alar­mie­rung infor­miert - die Nach­alar­mie­rung über die Sirene kam erst später - waren Ein­satz­leiter Jochen Sturm und Melder Martin Scheffler sieben Minuten später mit dem Mann­schafts­auto am Brandort.

„Aus der Küche schlagen Flammen raus, eine Person wird ver­misst“: Die Lage hatte Jochen Sturm schnell erkannt und for­derte über Funk Atem­schutzträger und das örtliche Rote Kreuz an. Die immer bei Brandfällen in Beil­stein mit alar­mierte Dreh­leiter aus Obers­ten­feld wurde zurück geschickt, da das enge Burgtor und die hohen Mauern keinen Ein­satz zuließen. Mit Blau­licht und Mar­tins­horn bahnten sich inzwi­schen die Löschfahr­zeuge, allen voran das TLF 16/25, ihren Weg durch die stark fre­quen­tierte Haupt­straße hinauf zur Burg.

30 Meter vor dem Brandort hieß es aber am Burgtor Stopp: Die neun Mann Besat­zung, dar­unter der Angriffs­trupp der Atem­schutzträger, mussten zu Fuß zum Ein­satz eilen.

Burg­gaststätten-Wirt Thomas Mayer schaute inter­es­siert zu. Er und einige Kol­legen hatten bei einer Schu­lung „Vor­beu­gender Brand­schutz für die Gas­tro­nomie“ im Beil­steiner Magazin das rich­tige Ver­halten bei Bränden aus­giebig geübt. „Eigene Löschver­suche sind bei Küchenbränden nie erfolg­reich“, sagte der Küchen­chef. Es müsse immer sofort die Not­ruf­nummer 112 gewählt werden.

Blau­licht zuckte rund um den Lang­hans durch die Nacht. Die an den Helmen ange­brachten Lichter erleuch­teten spärlich den Ein­satzort. Durch den Schnell­an­griff waren auch die 2500 Liter Löschwasser aus dem TLF fast auf­ge­braucht. Die mit drei C-Rohren vor­ge­se­hene Lei­tung zum 300 Meter ent­fernten Hochbehälter konnte mit eigenen Kräften nicht gelegt werden, im Ernst­fall müssten das die Kame­raden aus Obers­ten­feld über­nehmen. Vier Mann vom Beil­steiner DRK hatten inzwi­schen auch die geret­tete „ver­misste“ Person und einen ver­letzten Atem­schutzträger medi­zi­nisch ver­sorgt.

Knapp eine Stunde nach dem ersten Alarm gibt Ein­satz­leiter Jochen Sturm das Kom­mando: „Wasser halt! Masken abnehmen, das Feuer in der Burg­gaststätte ist gelöscht.“ Bei der Manöver­kritik sagte Kom­man­dant Bernd Kir­cher, dass die Was­serförde­rung auf lange Stre­cken noch geübt werden und sich die Wehr bei Einsätzen auf der Burg auf lange Trag­wege ein­stellen müsse. Außerdem wäre eine Not­ein­fahrt für die Fahr­zeuge äußerst nützlich.

Bild:

Die Beil­steiner Feu­er­wehr­leute probten bei der Burg­gaststätte den Ernst­fall. Die Atem­schutzträger sind für ihren Ein­satz gerüstet.
Foto: Werner Kuhnle