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Bericht über Verbandsversammlung in Sinsheim

Landkreis Heilbronnvon Michael Endres, Feuerwehr Sinsheim

Eine schlagkräftige Gemein­de­feu­er­wehr gibt es nicht zum Null­tarif. Des­halb sei es unumgänglich, die Fest­beträge der Zuwen­dungs­richt­linie für das Feu­er­wehr­wesen anzu­passen. Dies unter­strich einmal mehr Dr. Frank Knödler, Präsident des Lan­des­feu­er­wehr­ver­bandes Baden-Württem­berg auf der Ver­bands­ta­gung am Samstag in Sins­heim (wir berich­teten bereits). An die Adresse von Innen­mi­nister Heri­bert Rech rich­tete er die Bitte, die Lan­des­zuschüsse ent­spre­chend bereit zu stellen und den Erfor­der­nissen anzu­passen.

Die Preis­ent­wick­lung bei Feu­er­wehr­fahr­zeugen habe sich in den zurücklie­genden Jahren von den ursprüngli­chen Kosten laut Knödler weit ent­fernt. „Ein Löschfahr­zeug vom Typ LF 10-6 kostet heute fast dop­pelt so viel wie das völlig iden­ti­sche Fahr­zeug noch vor acht Jahren", betonte der Feu­er­wehrpräsident auf der Dele­gier­ten­ver­samm­lung, „die Preis­ent­wick­lung bei den Dreh­lei­tern ist noch viel extremer".

Zugeständnisse bei Unterstützung der Feu­er­wehren machte unter dem Bei­fall der Dele­gierten Innen­mi­nister Heri­bert Rech: Für die Zukunft seien sta­bile Finanzen, zeitgemäße Technik, posi­tive Mit­glie­der­zahlen und ein Netz­werk im Bevölke­rungs­schutz wichtig. Beim Geld seien aller­dings in erster Linie die Poli­tiker gefor­dert. Trotz aller Sparzwänge und trotz des Ziels, Schulden abzu­bauen, ist nach Ausführungen des Innen­mi­nis­ters in den letzten Jahren vieles für die Feu­er­wehren bewirkt worden. Im Staats­haus­halts­plan für das lau­fende Jahr seien 45 Mil­lionen Euro und für das kom­mende Jahr 46 Mil­lionen Euro ver­an­schlagt.

Wer bei Feu­er­wehr, Ret­tungs­dienst und Polizei von leis­tungsfähiger Technik spreche, dürfe das Thema Digi­tal­funk nicht aus­lassen. „Der Digi­tal­funk kommt - und er kommt in Baden-Württem­berg mit großen Schritten", sagte Rech. Das Land stelle das Funk­netz den Feu­er­wehren unent­gelt­lich zur Verfügung. Den Gemeinden ver­bleibe somit die Beschaf­fung der Endgeräte des bis­he­rigen Vier-Meter-Wel­len­be­reichs. Dafür sei ein Son­derförder­pro­gramm „Digi­tal­funk" in Höhe von rund 6,8 Mil­lionen Euro auf­ge­legt worden.

„Eine wich­tige Säule unserer Feu­er­wehren sind sta­bile Mit­glieds­zahlen. Die lang­fris­tige Siche­rung des Per­so­nal­be­standes gehört zu den zen­tralen Her­aus­for­de­rungen der kom­menden Jahre", sagte der Innen­mi­nister weiter. Erfreu­li­cher­weise sei die Mit­glie­der­zahl der Feu­er­wehren lan­des­weit nahezu kon­stant geblieben. Im Jahr 2002 seien es 109.268 Feu­er­wehr­angehörige gewesen, im ver­gan­genen Jahr 108.412. Wenn es gelinge, die Jugend­feu­er­wehr wei­terhin als attrak­tive Jugend­or­ga­ni­sa­tion zu präsen­tieren, würden aus ihren Reihen lang­fristig einen Großteil der Feu­er­wehr­angehörigen rekru­tiert werden können.

Viel Bewe­gung gebe es der­zeit bei der Neu­struk­tu­rie­rung des Zivil­schutzes. Der Kata­stro­phen­schutz des Bundes solle nicht mehr nur am Ver­tei­di­gungs­fall aus­ge­richtet sein, son­dern auch an Natur­ka­ta­stro­phen und ter­ro­ris­ti­schen Gefah­ren­lagen.

Für die Orga­ni­sa­tion der zweitägigen Großver­an­stal­tung der Feu­er­wehren im Land gab es unein­ge­schränktes Lob und Aner­ken­nung. Die knapp 500 Dele­gierten waren nicht zuletzt vom infor­ma­tiven Begleit­pro­gramm mit Fach­se­mi­naren und dem Emp­fang im Auto- und Technik Museum angetan. Ebenso bot die Messe einen idealen Rahmen für eine Schau moderner Löschfahr­zeuge, wobei auch zahl­reiche Ausrüster ihre neu­esten Ent­wick­lungen im Bereich Atem­schutz, Funk­mel­de­empfänger und Schutz­be­klei­dung präsen­tierten.

Text und Fotos: Michael Endres, FF Sins­heim - Redak­teur der Rhein-Neckar-Zei­tung - Refe­rent beim Seminar für Pres­se­spre­cher im Frühjahr 2007 in Heil­bronn