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Baustelle unter strenger Beobachtung

Güglingenvon Thomas Dorn HSt

Ein knappes Jahr nach dem Spa­ten­stich hängt die Richt­krone über dem größten Güglinger Hoch­bau­pro­jekt der letzten Jahre: Beim Neubau von Feu­er­wehr und Bauhof geht es voran.

Ganz ein­ge­halten ist der ursprüngliche Bau­zei­ten­plan zwar nicht, so dass sich die für den Spätsommer vor­ge­se­hene Ein­wei­hung mögli­cher­weise bis in den Herbst ver­schiebt. Aber für Bürger­meister Klaus Die­te­rich ist das eher zweit­rangig. „Viel wich­tiger ist mir, dass der Kos­ten­rahmen ein­ge­halten wird“, meinte er beim Richt­fest am Frei­tag­nach­mittag. Und da, räumt Die­te­rich ein, „besteht noch eine gewisse Unsi­cher­heit“.

Das frei­lich würde im Gemein­derat für mächtig viel Unmut sorgen. Nament­lich die Mit­glieder der FUW-Frak­tion werden bekannt­lich nicht müde, immer wieder anzu­mahnen, dass die fest­ge­legte Kos­ten­ober­grenze von einst 7,5 Mil­lionen Mark, heute 3,8 Mil­lionen Euro, auf keinen Fall über­schritten werden darf. Denn die (finan­zi­elle) Dimen­sion des Bau­werks bereitet einigen Bürger­ver­tre­tern doch Bauch­schmerzen. Dass einige Räte dem Richt­fest samt Richt­schmaus fern­ge­blieben sind, „um nicht wei­tere Kosten zu ver­ur­sa­chen“, wie Klaus Die­te­rich mit­teilte, wurde von den Anwe­senden aller­dings eher mit Gelächter quit­tiert.

Fest steht: Die Bau­stelle steht unter strenger Beob­ach­tung. „Wir hatten noch nie so enge Vor­gaben, die Kosten ein­zu­halten“, unter­streicht der Bürger­meister. Mit der Arbeit der Hand­werker und Inge­nieure zeigte er sich sehr zufrieden.

Feu­er­wehr und Bauhof, das ist jetzt schon zu erkennen, werden sich, was die Unter­brin­gung anlangt, erheb­lich ver­bes­sern. Die Anlage am Rande des Gewer­be­ge­biets „Och­sen­wiesen“ ist großzügig kon­zi­piert. Doch gerade im Blick auf die Feu­er­wehr scheint Staats­se­kretärin Fried­linde Gurr-Hirsch (CDU), die auch im Namen der eben­falls anwe­senden Abge­ord­neten-Kol­legen Eber­hard Gienger (CDU) und Richard Drauz (FDP) sprach, eine gewisse Großzügig­keit ange­bracht. Die 108 000 ehren­amt­li­chen Wehr­leute in Baden-Württem­berg hätten eine „aufwändige Auf­gabe“. Ihnen „opti­male Bedin­gungen“ zu bieten, sei daher ange­zeigt. Frei­lich fehle es an Geld, um allen Zuschuss­anträgen ent­spre­chen zu können.

Drei volle Gläser Rot­wein leerte anschließend der Chef der Blau­steiner Firma Holzbau-Müller, Rein­hold Müller, bei seinem gereimten Richt­spruch. Aus seiner Sicht ist das Güglinger Pro­jekt eine tolle Sache: „Hier sagt der Zim­mer­mann voll Stolz: Der Bau­herr sparte nicht am Holz.“ Archi­tekt Dieter Gut­ten­berger kam, wie schon beim Spa­ten­stich, nicht zu Wort.